Ein Doping-Skandal wirft einen Schatten auf die Frauenfußball-WM.

Die beiden Nordkoreanerinnen Song Jong Sun und Jong Pok Sim wurden anscheinend auf ein anaboles Steroid der Gruppe S1B getestet und daher am Mittwochabend kurzfristig aus der Aufstellung für das letzte Gruppenspiel in Bochum gegen Kolumbien (0:0) gestrichen. Auf dem Spielberichtsbogen hatte "abwesend" beziehungsweise "nicht einsetzbar" gestanden.

Der Weltverband FIFA bat nach dem Spiel die übrigen 19 Spielerinnen des nordkoreanischen Kaders zur Dopingprobe, wie es die Statuten vorsehen. Angeblich hat die Mannschaft Deutschland am frühen Donnerstagmorgen bereits verlassen.

Dr. Jiri Dvorak, Chefmediziner der FIFA, verteidigte das Vorgehen, das gesamte Team zur Dopingprobe zu führen.

"Heute ist ein sehr trauriger Tag. Das ist ein einmaliger Vorgang bei Weltmeisterschaften. Aber wenn es zwei positive Proben in einer Mannschaft gibt, schreiben die Regularien dieses Prozedere vor", sagte er.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat empört auf den Doping-Skandal reagiert und Nordkorea hart kritisiert.

"Dieser Vorfall unterstreicht den Eindruck von einem menschenverachtenden System in Nordkorea, in dem versucht wird, Sportler mit allen Mitteln zu Erfolgen zu führen. Erfolge, die dann für staatliche Propaganda missbraucht werden können", sagte Zwanziger und fügte mit Blick auf die funktionierenden Kontrollen hinzu: "Es ist positiv zu bewerten, dass die Aufklärungsmechanismen der FIFA im Kampf gegen Doping offenbar funktionieren."

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