Als um 19.52 Uhr das WM-Aus besiegelt war, versteckten Norwegens Fußballerinnen ihre enttäuschten Gesichter unter den roten Trikots.

"Das ist hart. Wir hatten uns so viel vorgenommen, und jetzt geht es schon nach der Vorrunde nach Hause", sagte Nationaltrainerin Eli Landsem nach dem 1:2 gegen den Außenseiter Australien.

Das Resultat ist ein echter Tiefschlag: Bei ihrer sechsten WM-Teilnahme zog die einstige Großmacht des Frauenfußballs erstmals nicht ins Viertelfinale ein. Doch damit nicht genug. Durch das vorzeitige Aus hat der Weltmeister von 1995 auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London verpasst.

"Das macht die Sache für uns besonders bitter", sagte Landsem. Noch 2000 in Sydney hatten die Skandinavierinnen Gold gewonnen. Nun müssen sie zuschauen - nur die zwei besten europäischen WM-Teams lösen neben Gastgeber England das Olympia-Ticket.

Dabei war Landsem im Oktober 2009 mit ganz anderen Vorstellungen angetreten. "Die norwegische Mannschaft gehört zu den besten der Welt. Unser Ziel lautet, bei jedem großen Turnier eine Medaille zu gewinnen", sagte sie damals, es sollte einen Aufbruch markieren.

Erstmals übernahm eine Frau die Geschicke der norwegischen Auswahl. Keine zwei Jahre später ist von der Euphorie nur noch wenig zu spüren.

Ob Landsem nun um ihren Job bangen muss, bleibt abzuwarten. Unmittelbar nach Schlusspfiff gab sich die 49-Jährige noch kämpferisch.

"Wir werden gestärkt zurückkommen", betonte sie in nahezu jedem zweiten Satz. Doch diese Rückkehr beginnt zunächst auf kleiner Bühne. Am 17. September startet die EM-Qualifikation. Dann heißen Norwegens Gegner wieder Belgien oder Bulgarien.

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