Bundestrainerin Silvia Neid hat beim WM-Aus ihres Team gegen Japan die Leichtigkeit vermisst. "Man hat den Erfolgsdruck gespürt, wir waren nicht gewohnt leichtfüßig", analysierte Neid einen Tag nach dem Ausscheiden.

"Alle haben uns schon im Halbfinale gesehen. Das muss man erst einmal bestätigen", so die Bundestrainerin. Allerdings zeige das Ausscheiden der Weltmeisterinnen auch, dass "die Leistungsdichte unheimlich dicht beieinander ist."

Mit Blick auf das Viertelfinal-Duell zwischen Brasilien und den USA (17.30 Uhr) merkte sie zudem an: "Heute Abend wir der nächste Favorit aus dem Turnier fallen."

Am Abend sei es sehr ruhig gewesen, "jeder war sehr traurig und in sich gekehrt. Alle haben sich mit Tränen in den Augen verabschiedet."

"Wir waren gegen Japan auf Augenhöhe. Wenn in der ersten Halbzeit das eine oder andere Tor gefallen wäre, dann wären wir ins Rollen gekommen, "so Neid zum WM-Aus gegen den Weltranglisten-Vierten. "Es war mehr ein Stolpern über den Ball. Wir haben nach der Balleroberung zu schnell wieder zum Gegner gespielt."

Dennoch verspürt Neid keine Motivationsprobleme - im Gegenteil: "Man will jetzt erst recht zeigen, dass man da oben hingehört."

Auch die Lust auf die WM sei ihr trotz des Ausscheidens nicht vergangen: "Ich werde mir alle Spiele anschauen. Wir sollten weiter ein guter Gastgeber sein. Aber natürlich sehe ich das weitere Turnier mit einem weinenden Auge."

Ähnlich äußerte sich Nationalmannschafts-Managerin Doris Fitschen, die erklärte , es sei "natürlich eine Leere ist da." Gleichzeitig hoffe sie aber dass "die Fans die WM weiter feiern und wir ein Fußball-Fest erleben werden."

Sie erhofft sich nachhaltige Auswirkungen für den Frauenfußball: "Das Auftreten bisher war sensationell. Wir haben viele neue Fans begeistert. Das wird einen Schub bringen."

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