Wechsel-Fehler, eine zu lange Vorbereitung und die Demontage von Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz:

Bundestrainerin Siliva Neid steht nach dem sensationellen Viertelfinal-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Heim-WM am Pranger.

"Die Spielerinnen waren mental platt. Die monatelange Vorbereitung von Silvia Neid hat sich nicht ausgezahlt. Ganz im Gegenteil. Mannschaften wie Japan und Frankreich, die sich nur eine Woche auf die WM vorbereiten konnten, sind während des Turniers an uns vorbeigezogen", sagte Trainer Bernd Schröder vom deutschen Meister Turbine Potsdam dem "Sport-Informations-Dienst".

Laut Schröder haben die zahlreichen Lehrgänge und Teambuilding-Maßnahmen dem deutschen Frauenfußball am Ende nur geschadet.

"Wir sind bei der WM vorzeitig gescheitert und haben das Finale der Champions League verloren. Also haben wir in der Vorbereitung alles falsch gemacht. Der deutsche Frauenfußball steht nun mit leeren Händen da", sagte Schröder, der zudem die bereits vor WM-Beginn getätigte Vertragsverlängerung mit Neid als Bundestrainerin hinterfragte:

"Warum wurde der Vertrag mit Neid ohne Not vor der WM verlängert? Ein Vertrag, der nun nicht mal mehr die Buchstaben auf dem Papier wert ist."

Kein Verständnis zeigte Schröder auch für die Wechsel von Neid bei der Niederlage gegen Japan. Warum in der zweiten Halbzeit weder Alexandra Popp noch Birgit Prinz das lange Zeit nicht vorhandene Offensivspiel beleben durften, blieb das taktische Geheimnis von Neid.

"Alexandra Popp ist unberechenbar. Aber eine Viertelstunde vor Schluss kann sie auch nicht mehr viel bewegen. Da muss aber ohnehin irgendwas passiert sein. So kenne ich Alex nicht", sagte Schröder.

Massives Kopfschütteln löste zudem der Umgang mit Prinz aus. "Jahrelang hat Birgit Prinz immer 90 Minuten durchgespielt, auch wenn sie mal nicht so gut war. Bei der WM wird dann die Kapitänin gegen Nigeria als erste nach 53 Minuten ausgewechselt und damit vor der ganzen Mannschaft demontiert.

"Damit hat man mitten im Turnier dokumentiert, dass Prinz der Mannschaft nicht mehr helfen kann. Das hätte man auch schon früher feststellen können und damit viel Unruhe von der Mannschaft weggehalten", sagte Schröder.

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