Der frühere Frauen-Nationaltrainer Gero Bisanz hat seine Nachfolgerin Silvia Neid nach dem Halbfinal-Aus bei der Heim-WM gegen Japan (0:1 nach Verlängerung) öffentlich verteidigt.

"Ich habe mich schon auch gewundert, dass wir in diesem Turnier nie zu unserem Spiel gefunden haben. Aber es ist mir zu billig, das alles an Silvia Neid festzumachen", sagte der 75-Jährige im Interview mit dem "Münchner Merkur".

Bisanz, von 1982 bis 1996 erster Nationalcoach der deutschen Frauen, hält es für richtig, dass der Deutsche Fußball-Bundes (DFB) bis 2016 mit Neid weitermachen will: "Es gibt keinen Grund zu einem anderen Vorgehen. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir jeden Trainer nach einem 0:1 entlassen würden? Helmut Schön oder Franz Beckenbauer wurden doch auch nicht immer Weltmeister."

Gesprochen hat Bisanz mit der Nationaltrainerin nach dem Scheitern noch nicht: "Ich habe schon versucht, mit ihr Kontakt aufzunehmen, aber ich verstehe, dass sie ihr Handy ausgeschaltet hat. Das würde ich auch so machen. Da muss jetzt erst einmal alles sacken, das dauert, bis die Emotionen abgekühlt sind. Sie soll abschalten beim Golfen oder so."

Mit den Neid-Kritikern um Trainer Bernd Schröder von Turbine Potsdam und Manager Siegfried Dietrich vom 1. FFC Frankfurt ging Bisanz hart ins Gericht: "Wenn ich jetzt so lese, was sie so sagen: Das ist nicht fundiert. Und gerade Herr Dietrich sollte schon aufpassen: Er kauft ständig alle Nationalspielerinnen zusammen und dünnt die Bundesliga damit aus - das kann für die Gesamtentwicklung des Frauenfußballs nicht förderlich sein."

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