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Das Maracana-Stadion in Rio de Janeiro ist mit 96.000 Plätzen das sechstgrößte der Welt © getty

Die Ausrichterstädte der WM in Brasilien stehen fest. In einigen Regionen gibt's aber noch Fragezeichen hinsichtlich der Finanzierung.

Rio de Janeiro/Nassau - Mit ausgelassenen Musikshows und buntem Feuerwerk haben die zwölf Ausrichterstädte der WM-Endrunde 2014 in Brasilien die Bekanntgabe durch die FIFA gefeiert.

Wie erwartet erhielten die Fußball-Hochburgen Rio de Janeiro, Sao Paulo, Belo Horizonte und Porto Alegre sowie die Hauptstadt Brasilia im Anschluss an die Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in Nassau auf den Bahamas den Zuschlag.

Manaus im Amazonasbecken und Cuiaba im Pantanal-Feuchtgebiet sind die exotischsten Spielorte.

Hinzu kommen Fortaleza, Natal, Recife und Salvador, allesamt wichtige Touristenzentren im Nordosten, sowie Curitiba im Süden des Subkontinents.

Endspiel im Maracana-Stadion

Frust herrschte dagegen bei den fünf Verlierern. Belem, Campo Grande, Florianopolis, Goiania, und Rio Branco wurden nicht berücksichtigt.

Das Maracana-Stadion in Rio, das 96.000 Menschen Platz bietet soll ebenfalls Austragungsort sein wie Sao Paulo, Belo Horizonte und Brasilia, die um die Austragung des Eröffnungsspiels streiten.

Den zwölf Auserwählten steht bis Ende 2012, dem Abnahmetermin durch die FIFA für den im darauffolgenden Jahr stattfindenden Testlauf Konföderationen-Cup, viel Arbeit ins Haus.

Manaus, Natal und Recife wollen neue Arenen aus dem Boden stampfen, während die übrigen Stadien generalüberholt werden müssen.

Blatter ist von Brasilien überzeugt

Die Chefetage des brasilianischen Verbands (CBF) ist sich der kommenden Aufgaben bewusst und richtete bereits einen Appell an die Ausrichter.

"Für die ausgewählten Städte beginnt die Arbeit erst. Nun sind Organisation, Einhaltung von Fristen, Achtung der FIFA-Richtlinien sowie Glaubwürdigkeit gefordert", erklärte CBF-Präsident Ricardo Teixeira: "Wir sind durch das Abitur gekommen. Jetzt haben wir fünf Jahre, um den Uniabschluss zu machen."

FIFA-Präsident Joseph Blatter ist sich sicher, dass Brasilien der Aufgabe gewachsen sein wird: "Brasilien wird der Welt zeigen, dass es nicht nur gute Spieler hat, sondern auch eine WM zu organisieren weiß."

Etat um 700 Prozent überschritten

Vor allem die Finanzierung der Arenen wirft neben Aspekten der Sicherheit, des Transports und der Hotel-Unterkünfte aber noch viele Fragen auf.

Sportminister Orlando Silva warnte bereits: "Wir haben bei der PAN 2007 gelernt. Damals hat die Regierung Rechnungen übernommen, die nicht ihr gehörten. Das wird bei der WM 2014 nicht passieren."

Bei den angesprochenen Panamerikanischen Spielen in Rio de Janeiro war der Ausgangsetat um 700 Prozent überschritten worden.

Die Finanzierung steht noch in Frage

Um dies im Hinblick auf die WM zu verhindern, findet am 8. Juni ein Treffen der Städte beim Verband statt.

Die größte Aufgabe für die Ausrichter wird es sein, private Geldgeber für den Neubau und die Modernisierung der Stadien zu finden.

Dies dürfte vor allem in den Städten ohne Erstliga-Fußball schwierig werden, da dort hinter der Nutzung der Arenen nach der WM ein großes Fragezeichen steht.

Brasilien als einziger Kandidat

Brasilien hatte am 30. Oktober 2007 als einziger Kandidat den Zuschlag für die Austragung der WM-Endrunde in fünf Jahren erhalten.

Von den anfangs 21 Kandidaten waren 17 in die Endausscheidung gekommen.

Wegen der kontinentalen Dimension Brasiliens - zwischen Manaus im Norden und Porto Alegre im Süden liegen knapp über 3500 Kilometer - hatte Blatter am Jahresanfang der Ausweitung auf zwölf Spielstätten zugestimmt.

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