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Ex-Nationalspieler Matthias Sammer ist seit April 2006 DFB-Sportdirektor © getty

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer schämt sich gegenüber U-20-Coach Hrubesch, weil dieser bei der WM auf 27 Spieler verzichten muss.

München - DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat harsche Kritik an der Flut von Absagen für die U-20-Weltmeisterschaft in Ägypten geübt und sieht das Ansehen des deutschen Fußballs geschädigt.

"Ich schäme mich gegenüber unserem Trainer Horst Hrubesch und den Spielern, die dort sein werden", sagte der Europameister von 1996 der "Bild".

"Die ganze Angelegenheit ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Wir sollten nicht vergessen, dass wir den deutschen Fußball repräsentieren."

Der deutsche Nachwuchs war am Dienstag mit nur 15 Spielern zur WM-Endrunde nach Nordafrika (25. September bis 16. Oktober) gereist.

Insgesamt 27 Ausfälle

Coach Hrubesch muss insgesamt 27 Ausfälle verkräften, 25 Spieler wurden von den Klubs nicht abgestellt.

Auch Badstuber, Müller und Kroos sagten ab.

Darunter befinden sich Top-Talente wie Holger Badstuber und Thomas Müller vom FC Bayern und Toni Kroos von Bayer Leverkusen.

"Man kann die Vereine nicht zwingen, die Spieler zur U 20-WM zu schicken. Das ist alles eine Farce", erklärte Sammer.

Nur sieben Europameister für Hrubesch

Der Weltverband FIFA hatte die U-20-WM aus klimatischen Gründen verlegt und während der laufenden Saison terminiert. Für die Vereine besteht keine Abstellungspflicht.

(Alle Infos zur U-20-WM im E-Paper von Sport1.de)

Dem DFB-Erfolgs-Nachwuchstrainer Hrubesch stehen nur noch sieben U-19-Europameister von 2008 bei der WM zur Verfügung.

"Ich bin nicht sauer auf die Vereine und ihre Beweggründe. Es ärgert mich nur, dass es überhaupt möglich ist, hoffnungsvollen Talenten wegen der Terminierung des Turniers eine WM wegzunehmen", meinte der 58-Jährige dazu.

Sammer kündigte allerdings an, es werde "ein Gespräch mit unserem Präsidenten Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach darüber geben, wie wir uns in solchen Fällen künftig als DFB positioniere".

"Es geht um unsere besten Talente"

Sammer weiter: "Es geht um die sportliche Entwicklung unserer besten Talente".

Sarkastisch fügte er hinzu: "Wenn schon nicht alle Klubs ihre besten Nachwuchsspieler schicken, wäre es vielleicht besser, dass alle Klubs gar keinen schicken. Aber nicht mal das kriegen wir in Deutschland hin."

Auch Löw übt Kritik

Kritik hatte Bundestrainer Joachim Löw an der Terminplanung der FIFA geübt.

"Entscheidend ist, dass die Ansetzung durch die FIFA während der Saison für eine solche Weltmeisterschaft nicht in Ordnung ist. Das ist nicht nachvollziehbar", so Löw.

Verständnis zeigte der Bundestrainer hingegen für die Bundesliga: "Man kann die Haltung der Klubs verstehen, dass sie nicht wochenlang auf Spieler verzichten wollen und sie diese deshalb für die WM nicht abstellen".

Der 49-Jährige weiter: "Auch für die Spieler ist es ein zwiespältiges Gefühl, denn einerseits wollen sie natürlich gerne eine solche WM bestreiten, andererseits laufen sie Gefahr, vielleicht ihren Stammplatz im Verein zu verlieren".

Gegner USA, Südkorea und Kamerun

In Ägypten trifft das deutsche Team in der Vorrunde am 26. September in Suez auf die USA, am 29. September ebenfalls in Suez auf Südkorea und am 2. Oktober in Ismailia auf Kamerun.

Die Ersten und Zweiten der sechs Gruppen sowie die vier besten Dritten erreichen das Achtelfinale.

Das Finale findet am 16. Oktober in Kairo statt.

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