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Horst Hrubesch führte zuletzt die U 21 zum Europameistertitel © getty

Der Trainer der deutschen U 20 sieht vor dem Achtelfinale gegen Nigeria keinen Grund für falsche Bescheidenheit.

Suez - "Euro-Horst" Hrubesch darf langsam, aber sicher von seinem ersten WM-Titel träumen.

"Ich habe fast alles erreicht, nur Weltmeister war ich noch nie", merkt der Erfolgscoach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fast beiläufig an und gibt sich vor dem Achtelfinale der U-20-WM gegen Nigeria am Mittwoch (ab 20 Uhr LIVESCORES) in Suez kämpferisch. (Alle Infos zur U-20-WM im E-Paper von Sport1.de)

"Jetzt geht das Turnier erst richtig los", sagt Hrubesch, der als Spieler und Trainer schon dreimal Europameister und einmal Europacupsieger wurde. Und auch wenn die Devise in Ägypten beharrlich lautet, von Spiel zu Spiel zu schauen, dürften im deutschen Lager erste Titelträume reifen.

Souverän trotz vieler Absagen

Erstaunlich souverän hat sich die deutsche Rumpftruppe nämlich trotz 29 Ausfällen durch die Vorrunde gespielt.

Und ein übermächtiger Gegner ist nicht in Sicht. Die Spanier, nach drei Siegen mit 13:0 Toren in der Vorrunde Top-Favorit, scheiterten am Montag schon im Achtelfinale.

Und wie viel der deutsche Gruppensieg wert war, zeigte das souveräne 3:0 gegen Paraguay, mit dem Gruppengegner Südkorea ins Viertelfinale stürmte.

Großes Selbstbewusstsein

So gesehen verbreitet auch Brasilien als potenzieller Viertelfinal-Gegner keine Angst im deutschen Lager.

Und Nigeria erst recht nicht. "Ich erkläre meinen Spielern immer, dass wir spielen, was wir wollen. Wir werden keinen Gegner agieren lassen und uns ergeben", meint Hrubesch: "Wenn eine Mannschaft individuell besser besetzt ist, müssen wir das akzeptieren. Aber wir dürfen uns nicht selbst schlagen."

Dieses Selbstbewusstsein hat er den Jungprofis seit Turnierbeginn erfolgreich eingeimpft.

Schwächelnder Mitfavorit Nigeria

Vielerorts waren sie nach der Absagenflut belächelt und als B- oder gar C-Team bezeichnet worden. "Die Spieler haben verstanden, dass sie ihre Berechtigung haben, diese WM zu spielen", sagt Hrubesch nun:

"Ich habe ihnen erklärt, dass sie nicht der zweite Anzug sind. Und sie haben sich in dieses Turnier richtig reingebissen."

Gegen die "Flying Eagles" aus Nigeria, die als Mitfavorit gestartet zwei ihrer drei Gruppenspiele verloren und sich durch ein 5:0 gegen Tahiti in die K.o.-Runde retteten, kann der Coach zudem auf Sven Bender zurückgreifen.

Der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund reiste am Sonntag nach und ist sofort einsatzbereit.

Bender-Zwillinge an Bord

"Sven ist in den vergangenen Jahren einer der absoluten Leistungsträger unseres Teams gewesen", sagt der Coach über den U-19-Europameister, dessen Zwillingsbruder Lars bisher zu den besten deutschen Spielern in Ägypten gehörte:

"Er braucht keine Anpassungszeit, sondern kann uns sofort helfen. Mit seinen Ideen, seiner Ruhe am Ball und seiner Einstellung hebt er die Qualität unseres Teams. Ich bin froh, dass wir ihn jetzt bei uns haben."

In der Wüste gestrandet

Probleme hatte der DFB-Tross bisher nur beim Umzug von Ismaila ins Basisquartier Stella di Mare Beach Resort in Suez. Unterwegs klagten die Spieler plötzlich über Benzingeruch im Bus. (Den Weltmeister tippen und gewinnen!)

Eine Benzinzuleitung hatte ein Leck. Die Folge war ein halbstündiger Zwangsstopp mitten in der Wüste, ehe der Mannschaftsbus des ausgeschiedenen Gruppengegners USA die DFB-Junioren abholte.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Zieler (Manchester United) - Jung (Eintracht Frankfurt), Jungwirth (1860 München), Lars Bender (Bayer Leverkusen), Kopplin (Bayern München) - Sven Bender (Borussia Dortmund), Funk (VfB Stuttgart) - Kempe (Werder Bremen), Holtby (Schalke 04) - Schäffler (1860 München), Sukuta-Pasu (Bayer Leverkusen)

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