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Kaka vom AC Mailand spielt seit 2002 für die brasilianische Nationalelf © getty

Der Rekordweltmeister siegt nach 33 Jahren wieder in Uruguay. "El Diez" ist erst außer sich, dann übertrieben euphorisch.

Montevideo - Den Fluch des Centenario-Stadions besiegt und den Platz an der Sonne erobert:

Rekordweltmeister Brasilien jubelte ausgelassen über das historische 4:0 (2:0) beim Erzrivalen und zweimaligen WM-Champion Uruguay und stürmte dank der 0:2 (0: 1)-Niederlage des entthronten Tabellenführers Paraguays gegen Chile am 13. Spieltag an die Spitze der Südamerika-Qualifikation für die WM 2010. (WM-Quali in Südamerika: Ergebnisse und Tabellen)

Vor dem direkten Duell am Mittwoch im heimischen Recife weist die Selecao bei ebenfalls 24 Punkten nun die um zehn Treffer bessere Tordifferenz auf.

Im Windschatten der beiden hält Chile (23) bei fünf noch ausstehenden Runden ebenso Kurs auf Südafrika wie Argentinien (22), das zu einem mühevollen 1:0 (0:0) gegen Kolumbien kam.

Zudem gewann Venezuela (16) in Bolivien 1:0 (1:0). Peru traf erst am späten Sonntagabend auf Ecuador.

Dritter Erfolg in Uruguay

Für Brasilien war es erst der dritte Erfolg in Montevideo bei acht Niederlagen und neun Unentschieden.

Der letzte stammte vom 25. Februar 1976 (2:1), als noch kein Akteur des aktuellen Kaders geboren war.

"Das war nicht mein größter Sieg, sondern der der Spieler", sagte Dunga, der den Münchner Lucio 90 Minuten lang und den Wolfsburger Josue erst spät einsetzte.

"Urus" langen wieder zu

Der Selecao-Coach fand auch eine simple Erklärung, warum es diesmal klappte.

"Unsere Spieler haben Willen, Kampfkraft und Technik gezeigt. Fußball ist nicht treten, sondern spielen", formulierte der Weltmeister von 1994 mit einem Seitenhieb auf die wieder einmal harte Gangart der Hausherren, bei denen Maximiliano Pereira (87.) nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah.

Dabei waren die "Uru"-Fans unter den 55.000 Zuschauern siegessicher ins Centenario-Stadion geströmt, bejubelten vor dem Spiel den mittlerweile 82-Jährigen Alcides Ghiggia, Schütze des 2: 1-Siegtores beim WM-Triumph 1950 im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro.

Dazu entrollten sie ein Riesenbanner mit der Aufschrift "1950 und 2014" als Drohung an das Gastgeberland der WM in fünf Jahren vor einem neuen "Maracanazzo", wie sich die Anhänger der historischen Schmach für die Selecao gerne erinnern.

Kaka trifft per Elfmeter

Doch Diego Alves (12.) mit einem haltbaren 40-m-Schuss und der Ex-Leverkusener Juan (36.) per Kopf zogen den "Celestes" schon vor der Pause den Zahn.

Luis Fabiano (52.), der in der 65. Minute nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte sah, sowie Kaka (75., Foulelfmeter) setzten den Torreigen dann fort.

Chile glückt Überraschungscoup

Auch das zuletzt bei WM-Turnieren zweimal in die Zuschauerrolle verdrängte Chile legte mit dem Überraschungscoup in Asuncion Hand an eines der vier Direkttickets.

Matias Fernandez (13. ) und Humberto Suazo (52.) lösten mit ihren Toren unter den 32.000 Zuschauern blankes Entsetzen aus.

Bei Paraguay fiel BVB-Stürmer Nelson Valdez nur mit einer Gelben Karte auf. Der Dortmunder ist damit für das Duell in Brasilien gesperrt.

Schwere Geburt für Maradona-Team

In Buenos Aires konnte Argentinien die 45.000 Zuschauer im Monumental-Stadion mit dem 1:0-Minimalistensieg gegen Kolumbien bei Temperaturen um 10 Grad nicht erwärmen.

"Was für eine schwere Geburt, Diego", konstatierte deshalb das für griffige Sprüche bekannte Sportblatt "Ole".

Für die Tageszeitung Clarin blieben trotz des Sieges Zweifel zurück.

Maradona tobt in der Kabine

Trainer Diego Maradona jubelte zwei Monate nach dem 1:6-Desaster in Bolivien dennoch. ("Jedes Tor wie ein Dolchstoß")

"Ein wunderbarer Sieg", sagte "El Diez" übertrieben euphorisch, gab aber zu, nach der schwachen ersten Hälfte "tobend in die Kabine gestürmt" zu sein.

Der Münchner Martin Demichelis hatte in der Abwehr mehr Arbeit als ihm lieb sein konnte.

Und trotz eines Staraufgebots an Stürmern rettete erst Verteidiger Daniel Diaz (56.) mit seinem Tor die Hausherren vor einer neuerlichen Pleite.

Venezuela überrascht Bolivien

Bolivien wurde dagegen nach der historischen Tat gegen Argentinien durch ein 0:1 (0:1) gegen Venezuela in La Paz wieder auf den Boden der Tatsachen geholt.

Dabei avancierte Bremens Neuzugang Marcelo Martins mit einem verschossenen Elfmeter (22.) und einer Gelb-Roten Karte (82.) zum Buhmann.

Ein Eigentor durch Ronaldo Rivero (88.) und ein weiterer Platzverweis für Leonel Reyes (90.+2) machte die Schmach gegen die "Vinotintos perfekt.

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