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Robinho wechselte 2008 für 40 Millionen Euro von Real Madrid zu Manchester City © getty

Brasilien ist in der WM-Quali fast durch, will auch beim Confed Cup durchstarten. Bei Maradonas Argentiniern macht sich dagegen Angst breit.

Recife/Quito - Für Südamerikas Fußball-Giganten ist der Weg zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika zu einer Reise mit ungleichen Entfernungen geworden.

Rekord-Weltmeister Brasilien saß nur drei Stunden nach dem 2:1 (1:1) gegen Paraguay bereits im Flieger zum Confed Cup und kann dort als Spitzenreiter der Südamerika-Qualifikation mit dem fast gelösten WM-Ticket entspannt die Örtlichkeiten für das kommende Jahr in Augenschein nehmen.

Für Argentinien wird dagegen die Luft nach dem zweiten Höhen-Debakel in Folge mit dem 0:2 (0:0) in Ecuador dünner.

Das Anden-Team (20 Punkte) rückte bis auf zwei Zähler an die Gauchos (22) heran, die bei erneuten Pleiten im September gegen Brasilien (27) und in Paraguay (24) im Kampf um die vier WM-Direkttickets weiter an Boden verlieren könnten.

Weiter unbeirrt seinen Weg geht hingegen Chile (26) als neuer Tabellenzweiter nach dem 4:0 (1:0) gegen Bolivien. (WM-Quali in Südamerika: Ergebnisse und Tabellen)

Brasilien selbstbewußt zum Confed Cup

Die erfolgreiche Revanche gegen Paraguay, das der Selecao im Hinspiel (0:2) die einzige Eliminatorias-Niederlage zugefügt hatte, motivierte die Elf von Nationaltrainer Dunga auch mit Blick auf den Confed Cup. (Brasilien besiegt den "Uru-Fluch")

"Dort wollen wir ein gutes Bild abgeben", sagte Robinho, der in Recife vier Minuten vor der Pause die Gästeführung durch Salvador Cabanas (26.) ausgeglichen hatte, ehe Nilmar (50.) den Siegtreffer erzielte.

Auch der für geschätzte 65 Millionen Euro zu Real Madrid wechselnde Kaka versprach: "Ich bin bis zum 28. Juni voll auf die Nationalelf fokussiert."

Kaka wieder voll "fokussiert"

An diesem Tag findet beim WM-Testlauf das Finale in Johannesburg statt. Dabei hatte der neue "Galaktische" 2007 der Copa America noch die Sommerpause vorgezogen.

Der Sinneswandel Kakas trägt auch die Handschrift Dungas.

"Eine Partie gewinnt man mit elf Spielern, ein Turnier aber nur als Gruppe", sagte der Weltmeister-Kapitän von 1994 und gab zu verstehen, dass er beim Confed Cup sein Team für die WM 2010 weiter formen will.

Auch wenn Brasilien in Südafrika zum dritten Mal nach 1997 und 2005 das FIFA-Turnier gewinnen könnte und damit zum alleinigen Rekordgewinner würde:

Wichtiger als der Testlauf in Südafrika mit den Gruppengegnern Ägypten (15. Juni), USA (18. Juni) und Weltmeister Italien (21. Juni) sei ihm aber die WM-Endrunde.

Und zum Erreichen derselben fehlen dem Copa-America-Titelträger nach Dungas Rechnung noch drei Punkte.

Argentinien muss zittern

Bei Argentinien, das in den letzten drei Ausgaben der Eliminatorias nach 14 Spieltagen jeweils führte, macht sich derweil Angst vor einem bösen Erwachen breit.

"Wir stehen mit leeren Händen da", erklärte Gaucho-Coach Diego Maradona und beklagte das fehlende Schussglück seiner Mannschaft. (Maradonnas Elf geht die Luft aus)

Während Carlos Tevez (27.) früh einen Foulelfmeter vergab, zeigten sich die Hausherren durch Walter Ayovi (71.) und Pablo Palacios (84.) treffsicher.

Deshalb gab "El Diez", der entgegen ursprünglicher Absicht den Münchner Martin Demichelis und auch Superstar Lionel Messi einsetzte, zu:

"Wir haben ein weiteres Mal die Qualifikation in Gefahr gebracht und müssen jetzt unbedingt gegen Brasilien gewinnen."

Probleme beim Rückflug

Probleme gab es auch nach dem Spiel für die Argentinier. Wegen technischer Probleme mit einem Airbus 340 der Fluglinie "Aerolineas Argentinas" muss die argentinische Fußball-Nationalmannschaft auf ihren Rückflug vom WM-Qualifikationsspiel in Ecuador (0:2) warten.

Ein Teil der Mannschaft von Trainer Diego Maradona musste die Nacht in einem Flughafenhotel der Hauptstadt Quito verbringen.

Der technische Direktor Carlos Bilardo soll nach Angaben der Tageszeitung "Clarin" höchst besorgt die Reparaturarbeiten persönlich begutachtet haben. Ein neuer Rückreisetermin steht noch nicht fest.

Chile weiter auf WM-Kurs

In Santiago de Chile feierten derweil 60.000 Fans im Nationalstadion den Überraschungszweiten, für den Jean Beausejour (43.), Marco Estrada (73.) und Alexis Sanchez (77./88.) trafen.

Im Kampf um Platz fünf, der noch die Relegation gegen einen CONCACAF-Vertreter bringt, wähnte sich Uruguay beim 2:2 (0:1) in Venezuela nach Toren von Luis Suarez (61.) und Diego Forlan (72.) schon im Vorteil.

Doch die Hausherren, die durch Giancarlo Maldonado (8.) in Führung gegangen war, glichen durch Manuel Rey (74.) aus.

In Kolumbien kassierte Schlusslicht Peru beim 0:1 (0:1) durch ein Tor von Falc'o Garcia (25.) seine neunte Niederlage.

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