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Carlos Dunga ist seit 2006 Nationaltrainer der "Selecao" © getty

Zum Ausklang des siebten Spieltages kämpft Brasiliens Nationaltrainer gegen Chile um den Anschluss und um seinen Job.

München - Im Kampf um den Arbeitsplatz spielt Brasiliens Nationaltrainer Dunga am Montag in Santiago de Chile (ab 2 Uhr LIVESCORES) zum Ausklang des siebten Spieltages seine wohl letzte Karte aus.

Nach dem verpassten Olympiasieg will der wegen seines Defensivstils am Zuckerhut ungeliebte Coach die "Selecao" in Chile mit einem Angriffstrio wieder zurück in die Zone der vier Direkttickets für die Endrunde 2010 in Südafrika bringen und gleichzeitig seine eigene Haut retten.

Gegen Chile (10) kämpft Brasilien (9), das als derzeitiger Fünfter in die Relegation gegen den Vertreter des CONCACAF-Verbandes müsste, auch gegen seine miserable Auswärtsbilanz, die schon auf dem Weg zur WM 2006 in Deutschland begann.

In den letzten sieben WM-Qualifikationsspielen in der Fremde gab es keinen einzigen Sieg, zuletzt zwei Remis und ein 0:2 in Paraguay.

Spieler stellen sich vor Dunga

Doch die Bundesliga-Legionäre nehmen ihren Chef in Schutz.

"Keiner in der Gruppe denkt daran", sagt der Bremer Diego, als Journalisten ihn nach der möglichen Ablösung Dungas fragten.

Und Alex Silva verkündet: "Er kann mit dem Druck umgehen."

Silva und Rafinha auf der Bank

Der Neu-Hamburger hofft für den angeschlagenen Ex-Leverkusener Juan als Partner des gesetzten Münchners Lucio ins Team zu rutschen, hat aber ausgerechnet in Bruder Luisao den größten Widersacher.

Der 1,92-m-Schlaks wird wohl wie der Schalker Rafinha mit der Bank vorliebnehmen müssen, während der Wolfsburger Josue hinter dem von Diego verstärkten Angriffsquartett als "Abräumer" agieren soll.

"Das Wichtigste ist aber, dass wir ein schlagkräftiges Team aufs Feld schicken", räumt Dunga ein.

Chile zuversichtlich

Die Chilenen sind dagegen trotz der katastrophalen Serie von fünf Niederlagen in Folge gegen den WM-Rekordchampion bei 1: 19-Toren von einem eigenen Sieg überzeugt.

"Wir haben die nötige Zuversicht, um am Sonntag zu gewinnen", meint der Leverkusener Arturo Vidal.

Trainer Marcelo Bielsa hat auch das Rezept dazu im Kopf. "Wenn wir den Ball in eigenen Reihen halten, müssen sie das machen, was ihnen am wenigsten liegt: den Ball zurückerobern", erklärte der gebürtige Argentinier.

Die weiteren Partien im Überblick:

Der Tabellendritte Kolumbien (10), einzig ungeschlagenes Team der "Eliminatorias", empfängt Uruguay (8), in den Partien Ecuador (5) gegen Bolivien (4) sowie Peru (3) gegen Venezuela (7) treffen die Tabellen-Kellerkinder aufeinander.

Ecuador geht das Duell der Anden-Hochländer gegen Bolivien mit dem Mainzer Zweitliga-Spieler Felix Borja sowie fünf weiteren Europa-Legionären an. Doch der Heimvorteil im 2850 Meter hoch gelegenen Quito ging mit den der dünnen Luft entwöhnten Spielern bislang erst einmal auf.

Perus Trainer Jose del Solar vertraut gegen das Überraschungsteam aus Venezuela auf den Schalker Carlos Zambrano.

Dagegen fanden der Hamburger Paolo Guerrero (sechs Spiele Rot-Sperre) sowie die nach einer Disziplinarstrafe begnadigten Claudio Pizarro (Bremen) und Jefferson Farfan (Schalke) keine Berücksichtigung.

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