vergrößernverkleinern
Marcello Lippi coachte bereits von 2004 bis 2006 Italiens Nationalelf © getty

Weltmeister Italien steigt auf Zypern in die WM-Qualifikation ein. Auch die anderen großen Nationen haben lösbare Aufgaben.

Von Mathias Frohnapfel

München - Wie man den Weltmeister-Titel verteidigt? Italiens Nationalcoach Marcello Lippi glaubt die Antwort zu kennen: "Wir müssen wieder die Bedingungen herstellen, unter denen wir den Titel in Deutschland geholt haben."

Eine wichtige Voraussetzung dafür hat der italienische Fußballverband mit der Rückholaktion von Lippi selbst geschaffen.

Nach dem EM-Aus unter Lippi-Nachfolger Roberto Donadoni hat der weißhaarige Philosoph wieder in der "Squadra azzurra" das Kommando.

Lippi als Philosoph

Schon im Match gegen Zypern am Samstag (alle WM-Qualifikationsspiele ab 17 Uhr LIVE) will er seine Mannen auf Erfolg trimmen. Team-Spirit zählt.

Lippi schaut auf nicht weniger als die Situation seines Landes.

Aus dem schwachen Olympia-Abschneiden der italienischen Mannschaftssportarten in Peking leitet der 60-Jährige ab, dass Italien große Individualisten habe - mit einer Schwäche: "Sie haben wenig Lust für die Mannschaft zu spielen", sagte er der "Gazzetta dello Sport".

Italien mit drei Stürmern?

Womöglich wird Lippi im ersten Pflichtspiel seiner zweiten Amtszeit drei Stürmer Richtung gegnerisches Tor beordern. Vicenzo Iaquinta (Juventus), Antonio Di Natale (Udine) und Luca Toni (Bayern) könnten den Angriff bilden.

Die andere Option: Toni und Di Natale stürmen und Mauro Camoranesi (Juve) unterstützt sie als hängende Spitze.

Tonis Befreiung

Bayern-Angreifer Luca Toni geht die Partie auf Zypern gelassen an. "Ich habe das Tor gegen Hertha BSC Berlin als Befreiung empfunden", lässt "Tore-Toni" wissen. Es war sein erstes Pflichtspiel-Tor seit der EM.

Den Erinnerungen an sein trost- und torloses Kontinentalturniers (null Tore) möchte der 31-Jährige mit Sieben-Meilen-Stiefeln enteilen. Die EM nennt er selbst die "größte Enttäuschung seiner Karriere". Danach folgte die Flucht ans Meer, "um niemanden zu hören und zu sehen".

Jetzt ist der Stürmer mit 1,96 Meter-Gardemaß buchstäblich wieder aufgetaucht. Und scherzt bereits im Nationalteam über das Champions-League-Duell FC Bayern - AC Florenz.

Spanier strotzen vor Selbstvertrauen

Im Kampf um die 13 begehrten WM-Tickets haben in Europa die großen Nationen am Samstag lösbare Aufgaben.

Im Mittelpunkt: die neuen Trainer. Hoffnungsträger wie Ottmar Hitzfeld (Schweiz), Fabio Capello (England) und Vicente Del Bosque (Spanien).

Der Trainer des Europameisters sagt vor dem Auftaktspiel des Weltranglisten-Ersten gegen Bosnien-Herzegowina: "Ich werde nicht das Geringste ändern. Die Mannschaft ist eingespielt", sagt Del Bosque. Der erst 18-jährige Bojan Krkic vom FC Barcelona steht vor seinem Debüt.

England hofft auf frühes Tor

Für die englischen Nationalspieler war die Zeit der EM noch härter, denn das Fußball-Mutterland war nur zum Zuschauen verdammt. In der WM-Quali wollen die "Three Lions" gleich zum Auftakt gegen Fußball-Zwerg Andorra auf der Hut sein. "Was wir brauchen, ist ein frühes Tor", sagte Capello vor dem Match, das in Barcelona ausgetragen wird.

Frankreich muss sich in Österreich bewähren

Noch stärker unter Druck steht Raymond Domenech, der trotz des peinlichen Vorrunden-Aus französischer Nationaltrainer bleiben durfte. Doch bei einem Fehlstart bei EM-Gastgeber Österreich könnte die Luft für den 56-Jährigen dünn werden.

Kämpferisch zeigt sich Hitzfeld als Schweizer Nationalcoach. Der Ex-Bayern-Coach sagt: "Wir konzentrieren uns nur auf unser einziges Ziel: gewinnen in Israel. Aber uns erwartet ein Hexenkessel."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel