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Diego Maradona spielte 91 Mal für die argentinische Nationalelf © imago

Die Kritik am argentinischen Nationaltrainer wird immer heftiger, der "Fußballgott" zunehmend einsamer. Geht jetzt sogar Agüero fremd?

Von Felix Götz

München - Diego Maradona wird in Argentinien bisweilen im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Gott verehrt. 28216(DIASHOW: Die Karriere in Bildern)

Zumindest von der "Iglesia Maradoniana", einer neureligiöse Bewegung, die mit ihren rund 40.000 Mitgliedern zu Ehren des ehemaligen Weltklassefußballers sogar Gottesdienste zelebriert.

Allerdings bläst "El Diez" in letzter Zeit ein ungewohnt rauer Wind ins Gesicht. Es gibt immer mehr Kritiker, die Maradona die Rolle als Nationaltrainer nicht mehr zutrauen.

Immer mehr Menschen sind es, die es aus Angst vor dem Verpassen der WM 2010 in Südafrika sogar wagen, "Gotteslästerung" zu betreiben.

"Die Trainer sind nicht fähig genug"

"Niemand arbeitet in der Nationalelf. Das Trainerteam ist nicht fähig genug. Wenn wir uns noch qualifizieren haben wir das den Spielern zu verdanken", wettert der einflussreiche Berater des argentinischen Verbandes, Enrique Merelas.

Nach der 1:6-Demütigung (Debakel für Maradona) in Bolivien und der 0:2-Pleite gegen Ecuador liegen im Land des Weltmeisters von 1978 und 1986 die Nerven blank.

Die "Gauchos" liegen in der Südamerika-Gruppe nur noch auf Platz vier (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen). Der letzte Rang, der zur Teilnahme an der WM berechtigt. Die Qualifikation hängt somit am seidenen Faden.

Verbandschef sauer auf Maradona

Sollte das Turnier in Südafrika erstmals wieder nach genau 40 Jahren gar ohne die "Albiceleste" stattfinden, käme das im fußballverrückten Argentinien einer nationalen Katastrophe gleich.

"Wir sind mit einem Fuß auf der Intensivstation", wählt Merelas drastische Worte.

Besonders bitter stößt vielen im Verband auf, dass Maradona den Spielmacher Juan Roman Riquelme nicht zur Rückkehr in die Nationalelf überredet.

Verbandschef Julio Grondona soll deshalb derart verärgert sein, dass er nicht einmal mehr mit Maradona spricht.

Ärger um Riquelme

Der 31-jährige Riquelme von den Boca Juniors war Anfang des Jahres zurückgetreten, nachdem er Maradona kritisiert hatte.

"Wir haben nicht dieselben Grundsätze, und wir können nicht zusammenarbeiten. Die Nationalmannschaft ist beendet für mich, ich werde in dem Team nicht spielen, solange Maradona im Amt ist", hatte Riquelme gesagt.

"Riquelme kann ich eventuell berufen, aber er muss dem Team erklären, weshalb er es im Stich gelassen hat", reagierte Maradona nun am Donnerstag auf den immer größer werdenden Druck.

Streit mit River Plate

Nicht nur mit dem Verband liegt sich der einstige Weltfußballer in den Haaren. Auch mit dem einflussreichen Traditionsklub River Plate Buenos Aires gibt es jede Menge Ärger.

Die Vereinsführung wirft Maradona vor, nicht die körperliche und psychische Eignung für einen Nationaltrainer zu haben.

Darauf reagierte "El Diez" mit harscher Kritik an den Platzverhältnissen im Stadion von River Plate, wo die Nationalelf oft zu Gast ist, und verlegte das Schlagerspiel im September gegen Brasilien ins 300 Kilometer entfernte Rosario - Grabenkämpfe so weit das Auge reicht.

Oder wie eine argentinische Zeitung titelt: "Es ist Krieg."

Geht Agüero fremd?

Zu allem Überfluss droht nun auch noch Ärger in der Familie - mit Schwiegersohn und Offensivkünstler Sergio Agüero.

Ob der 21-Jährige im September bei den Partien gegen Paraguay und Brasilien dabei sein wird, ist völlig offen.

Der Mann von Atletico Madrid soll Maradonas Tochter mit einer Sängerin betrogen haben, die alles im argentinischen Fernsehen ausplauderte.

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