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Österreichs Spieler feierten den ersten Sieg seit 38 Jahren gegen Frankreich ausgelassen © imago

Nach dem Sensationssieg gegen Frankreich träumt Österreich von der WM-Endrunde. Die Grande Nation liegt in Schutt und Asche.

Wien/Paris - Nach dem Sensations-Start in die Qualifikation träumt "Felix Austria" von der ersten WM-Teilnahme seit 1998 und liegt dem neuen Trainer aus Tschechien zu Füßen.

"Unter Karel Brückner scheint plötzlich eine Effektivität präsent, die in der Ära Josef Hickersberger meist vermisst worden war", schrieb die "Kleine Zeitung" und stimmte in den allgemeinen Jubelsturm über Österreichs "perfekten Start" ("Der Standard") ein.

Während die Gastgeber nach dem 3:1 (2:0)-Auftaktsieg gegen Vizeweltmeister Frankreich bereits die ersten Hochrechnungen für eine erfolgreiche Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika anstellten, wird die französische Revolution in der "Grande Nation" gegen Coach Raymond Domenech immer bedrohlicher.

"Ruinen rauchen noch"

"Die Ruinen rauchen noch. Ohne Verteidigung! Einfach nur noch lächerlich. Sie haben nichts im Kopf", ätzte die "L'Equipe" und fand Zustimmung beim "Courrier de l'Ouest": "Erniedrigung durch Österreich! Die Franzosen tanzen nur Walzer."

Durch Tore von Marc Janko (8.), Rene Aufhauser (43.) und Andreas Ivanschitz (72., Foulelfmeter) hatten die Österreicher ihren ersten Sieg seit 38 Jahren gegen die feldüberlegenen, aber ideenlosen und in der Defensive erschreckend schwachen Franzosen gefeiert.

Daran konnte auch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Sidney Govou (60.) nichts ändern. Karel-Brückner-Sprechchöre erklangen im mit 48.000 Zuschauern ausverkauften Ernst-Happel-Stadion.

Brückner dämpft die Euphorie

Der Gefeierte gab das Lob an die Mannschaft weiter und nahm die Huldigungen der Fans dankbar entgegen.

"Eine sehr disziplinierte Leistung" attestierte der 68-Jährige seinem Team. "Ich war auch von der Atmosphäre und Begeisterung im Stadion sehr angenehm überrascht."

Brückner, der sein Amt als tschechischer Nationalcoach nach sieben Jahren im Anschluss ans Vorrunden-Aus bei der EM niedergelegt hatte, rechnete nach dem Überraschungserfolg hoch. "Es sind nur drei Punkte, wir brauchen noch 18", sagte der erfahrene Trainer und mahnte zur Konzentration auf das Spiel am Mittwoch gegen Litauen.

Spieler sehen Veränderungen

Auf dem Boden bleiben müsse man jetzt, erklärte auch Kapitän Ivanschitz.

Ein Unterscheid zu den vergangenen Auftritten sei gewesen, dass man clever gespielt habe.

"Wir stehen tiefer und lassen dem Gegner weniger Räume. Da kann man als Gegner schon verzweifeln", sagte Ivanschitz.

Aufhauser erkannte ebenfalls eine Veränderung: "Ich glaube, dass wir hier im Stadion im Jahr 2008 viele gute Spiele gemacht haben, es haben aber immer 20, 30 Minuten gefehlt."

Malouda nur auf der Tribüne

Gefehlt hatte den Franzosen dagegen nicht allein Zeit, vor allem waren es die Ideen und ein sicherer Rückhalt in der Defensive.

"Ich kann meinen Spielern schließlich keine Trittleiter aufs Spielfeld stellen", sagte Trainer Domenech beinahe schon verzweifelt über die Kopfballschwäche seiner Spieler.

Angriffsfläche bot aber auch seine Entscheidung, Florent Malouda auf die Tribüne zu setzen, nachdem der Mittelfeldspieler des FC Chelsea Kritik geübt hatte.

Domenech schon unter Druck

Der Streit zwischen Domenech und Malouda ist aber nur ein weiterer Mosaikstein im brüchigen Bild des schon lange umstrittenen Coaches.

Vom Verband hatte er in der Sommerpause die Auflage bekommen, sein Verhalten in der Öffentlichkeit zu ändern und aus den ersten drei Qualifikationsspielen mindestens fünf Punkte zu holen.

Dafür braucht Domenech nun zwei Siege gegen Serbien am Mittwoch und in Rumänien am 11. Oktober.

Fans haben genug

Der Rückhalt der Fans ist schon abhandengekommen.

Erstmals wird das zur WM 1998 errichtete Stade de France in Paris am Mittwoch nicht ausverkauft sein.

Dieses Bild kann immerhin geschönt werden: Der komplette Oberrang soll so mit Planen abgehängt werden, dass das Stadion trotzdem voll aussieht.

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