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Mikael Forssell (r.) bestritt 1999 sein erstes Länderspiel für Finnland © getty

Schon einmal hat Hannovers Stürmer die deutsche Elf in der WM-Qualifikation geärgert. Diesmal will er Finnland zum Sieg schießen.

Hannover/Helsinki - Mikael Forssell und seine finnischen Teamkollegen haben den triumphalen Moment bereits vor Augen.

"Wir haben im Training das entscheidende Tor in der 90. Minute schon durchgespielt", sagte der Angreifer von Hannover 96 vor dem Länderspiel gegen Deutschland in Helsinki (ab 19 Uhr LIVE) im Interview mit dem "kicker".

Mit Blick auf seinen Klubkollegen Robert Enke, der am Mittwoch das Tor des Gegners hüten wird, ist Forssell aber gnädig: Wenn es zu einem solchen Tor käme, so der Angreifer, "dann soll es unhaltbar sein".

Forssell kennt das Gefühl gut, gegen den dreimaligen Weltmeister Tore zu schießen. Am 2. Juni 2001 erzielte er beim 2:2 gegen die deutsche Elf in der WM-Qualifikation in Helsinki gegen Oliver Kahn beide Treffer der Finnen.

Spätestens seit diesem Tag stand der heute 27-Jährige in den Notizblöcken der Bundesliga-Manager.

Noch kein durchschlagender Erfolg

Im Januar 2003 holte Christian Hochstätter ihn auf Leihbasis vom FC Chelsea zu Borussia Mönchengladbach, und Forssell trug mit sieben Toren in 16 Bundesliga-Spielen maßgeblich zum Klassenerhalt der Borussia bei.

Hochstätter ließ den Kontakt nie abbrechen und lotste Forssell nun erneut aus England (Birmingham City) nach Hannover. Der durchschlagende Erfolg aus Gladbacher Zeiten will sich allerdings noch nicht einstellen.

Forssell konnte sich noch keinen Stammplatz erkämpfen, die mit viel Vorschusslorbeeren gestarteten Niedersachsen stehen mit null Toren und einem Punkt aus drei Spielen am Tabellenende.

Forssell sieht sich in der Pflicht

96-Sportdirektor Hochstätter tätigte bereits Aussagen, die das Selbstvertrauen des Finnen nicht gerade gestärkt haben dürfte. "Bei einem Punkt und null Toren habe ich wenig Argumente, die für unsere Transferpolitik sprechen", meinte der Manager.

So kommt dem gebürtigen Münsterländer Forssell, der im Alter von einem Jahr mit seiner Familie nach Finnland zog ("Ich bin Finne und stolz darauf"), der Auftritt in der Nationalmannschaft gerade recht - obwohl er sich auch da in der Pflicht sieht.

"Zuletzt standen wir defensiv kompakt. Jetzt müssen wir daraus die Balance zu einem effektiven Angriffsspiel finden. Wir brauchen Tore."

Es mangelt in der Breite

Auch wenn es bei Hannover noch nicht rund läuft, sollte die deutsche Abwehr gewarnt sein. Forssell, am Mittwoch wohl einziger Stürmer der Gastgeber, weist dort eine hervorragende Quote von 27 Toren in 56 Länderspielen auf.

Dennoch hat es für die Finnen noch nie zur Qualifikation zu einem großen Turnier gereicht - eine Tatsache, die auch Forssell rätseln lässt.

Es fehle an der Breite, meint er. Man habe eine gute Startelf, wenn alle Spieler fit seien. Sperren und Ausfälle könne man aber nicht so leicht kompensieren wie zum Beispiel das deutsche Team.

Dass die Finnen grundsätzlich eher eishockey- als fußballverrückt sind, mag vielleicht der schwerwiegendste Grund sein. Das weiß auch Forssell: "Vielleicht liegt's an unser Fußball-Kultur."

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