vergrößernverkleinern
Fabio Capello (l.) diskutiert mit seinem Spieler Wayne Rooney © getty

Der englische Nationaltrainer steht vor der Revanche in Kroatien schon unter Druck. Tottenham-Legionär Modric ist siegessicher.

Zagreb/London - Noch nicht einmal zehn Monate ist die Niederlage gegen Kroatien her, durch die England die EM-Teilnahme verpasste.

Nun soll der neue Teammanager Fabio Capello mit den "Three Lions" die Schmach des 2:3 vom 21. November 2007 durch einen Erfolg in der WM-Qualifikation in Zagreb tilgen.

"Wir haben mit den Kroaten noch eine Rechnung offen. Das ist ein neuer Wettbewerb, und wir fahren dahin, um drei Punkte mitzunehmen", sagte Kapitän John Terry angriffslustig vor dem richtungweisenden Spiel der beiden Favoriten der Gruppe sechs am Mittwoch (ab 21.00 Uhr LIVE).

Für den Italiener Capello, der im Sommer den Weltmeister von 1966 und EM-Zuschauer von 2008 im Tal der Tränen übernommen hatte, steht bereits viel auf dem Spiel.

Anfangs war seine Verpflichtung in den englischen Medien gefeiert worden. Mittlerweile begegnen die Briten dem erfolgreichen Vereinstrainer, der mit italienischen und spanischen Klubs insgesamt neun Titel gewann, durchaus kritisch.

Capello im Kreuzfeuer der Medien

Als "erfrischend" hatte das Boulevardblatt "The Sun" den 62-Jährigen zunächst bejubelt, nun ist der Ton rauer geworden. Der "Guardian", nicht gerade als bissiges Revolverblatt vom Schlage der schrillen "Sun" bekannt, stänkerte bereits gehörig nach dem 2:2 im Testspiel gegen Tschechien.

"Joe Cole rettet langweiliges England. So unansehnlich und zerfahren kann das Team nicht weiterspielen. Wenn man in Zagreb ebenso unbeholfen spielt, werden die Kroaten gnadenlos zuschlagen."

Und die "Daily Mail" empfahl: "Wenn Capello jetzt überzeugt ist, Kroatien schlagen zu können, sollte er die Situation überdenken. Ebenso seine Aufstellung."

"Ein schwieriges, aber aufregendes Spiel"

Das schwache 2:0 gegen den Zwergstaat Andorra am vergangenen Samstag in Barcelona zum Auftakt der WM-Qualifikation hat den Kritikern weitere Nahrung gegeben. Doch Capello bleibt ungerührt.

"Mittwoch wird ein schwieriges, aber aufregenderes Spiel. Samstag gegen Andorra war ein unangenehmes Spiel, aber ich bevorzuge die großen Herausforderungen", sagte der Coach.

Schreckhaft ist er jedenfalls nicht, und unpopuläre Maßnahmen vermeidet er schon gar nicht: Ausgerechnet Cole, der England zum zweiten Mal in Folge mit seinen Toren vor größerem Ungemach bewahrte, bekam wegen seines taktischen Verhaltens neben Wayne Rooney die meiste Kritik ab.

Cole wehrte sich, allerdings nur gegen die Pfiffe der Zuschauer: "Die Leute sollen nach dem Spiel am Mittwoch in Kroatien über uns urteilen."

Selbstbewusste Kroaten

Die Kroaten, die mit einem 3:0 über Kasachstan am Wochenende Richtung Südafrika 2010 gestartet waren, verfolgen die Aufregung bei den Engländern interessiert - und demonstrieren Selbstbewusstsein.

"England will Revanche nehmen und wird besser auf uns vorbereitet sein als zuvor, aber ich bin sicher, wir werden wieder gewinnen, wie schon in Zagreb und Wembley", sagte Kreativspieler Luka Modric, bei Tottenham Hotspur unter Vertrag, mit Blick auf die vergangenen beiden Duelle und warnte: "Wir sind besser eingespielt und stärker im Vergleich zum vergangenen Spiel gegen England."

Auf Capello wartet ein heißer Tanz.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel