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Rustikaler, britischer Einsatz: Der Waliser David Edwards (r:) attackiert Ramazan Abbasow © imago

Verlieren verboten: Für Raymond Domenech und Berti Vogts ist ein Sieg am zweiten Spieltag der WM-Qualifikation (Mittwoch, ab 16.45 Uhr LIVE) Pflicht.

München - In Frankreich kämpft Trainer Raymond Domenech um seinen Job, England trifft nach dem Aus in der EM-Qualifikation erneut auf Kroatien und die Niederlande stehen in Mazedonien erstmals auf dem Prüfstand.

Bereits der zweite Spieltag der WM-Qualifikation in Europa bietet spannungsgeladene Duelle mit besonderer Brisanz, Italien und Spanien haben dagegen lösbare Aufgaben vor der Brust.

"Es ist noch zu früh, sich Sorgen zu machen", sagte der 56-jährige Domenech ungeachtet der Kritik, die derzeit in den französischen Medien und von Fans auf ihn einprasselt.

Die Gazetten bewerten die Lage vor dem Heimspiel gegen Serbien nach dem 1:3-Debakel zum Auftakt in Österreich völlig anders.

"Es ist bereits Waterloo", schrieb die Zeitung "La Provence".

"Le Parisien" wetzte schon einmal die Messer: "Für Domenech heißt es jetzt: ein Sieg oder die Tür."

Barthez als moralische Unterstützung

In seiner Not griff der frühere Nationalverteidiger, der trotz des Vorrunden-Aus bei der EM Auswahlcoach der Equipe Tricolore bleiben durfte, zu einem besonderen Schachzug:

Er ließ den früheren Welt- und Europameister Fabien Barthez als Motivationskünstler ins Trainingscamp einfliegen.

"Meine Spieler sollten etwas von seiner Sieger-Aura einatmen und sehen, wie man von ganz unten an die Spitze gelangt", erklärte Domenech.

Verband hält an Vogts fest

Über die weitere sportliche Ausrichtung scheinen sich Berti Vogts und sein Umfeld in Aserbaidschan dermaßen uneins zu sein, dass der ehemalige Bundestrainer nach dem unglücklichen 0:1 in Wales sogar mit Rücktritt drohte.

Die Wogen haben sich inzwischen geglättet. "Alle stehen zu 100 Prozent hinter uns Deutschen", sagte Vogts, zu dessen Trainerteam auch der frühere Nationaltorwart Uli Stein gehört.

Die realitätsfernen Erwartungen hätten die Medien in Aserbaidschan geschürt: "Die Journalisten sitzen zu Hause, trinken ihren Espresso und erwarten, dass wir in Wales mit sechs Toren gewinnen."

Sieg gegen Fürstentum ist Pflicht

Für das Heimspiel gegen Liechtenstein fordern nun aber auch die Funktionäre einen Sieg.

"Wenn wir einen solchen Gegner nicht schlagen, wen denn dann?", fragte Generalsekretär Elchan Mamedow.

Vogts rechnet ebenfalls mit dem ersten Erfolgserlebnis: "Wenn wir so wie in Wales spielen, gewinnen wir."

Toni erhält Bewährungschance

Eine Pflichtaufgabe hat auch Weltmeister Italien im Heimspiel gegen Georgien vor sich.

Nach dem wenig überzeugenden Last-Minute-Sieg auf Zypern (2:1) wechselt Trainer Marcello Lippi seine Startelf munter durch.

Der seit der EM in der Squadra Azzurra glücklose Stürmer Luca Toni vom deutschen Rekordmeister Bayern München bekommt wohl noch einmal eine Bewährungschance.

Torres fällt aus

Dagegen könnte die Brust von Europameister Spanien vor dem Heimspiel gegen Armenien kaum breiter sein.

"Dank des EM-Triumphes haben meine Spieler viel Selbstvertrauen und die Geduld, solche Spiele zu gewinnen", sagte Trainer Vicente del Bosque.

Selbst der Ausfall des verletzten Fernando Torres, im EM-Finale Siegtorschütze gegen Deutschland, bereitet dem Weltranglisten-Ersten kein Kopfzerbrechen.

"Unser Kader ist glänzend besetzt", meinte del Bosque.

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