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Trotz Überzahl kam Brasilien um Josue gegen Bolivien nicht über ein 0:0 hinaus © imago

Brasilien und Argentinien kommen in der WM-Qualifikation nach Unentschieden gegen Bolivien und Peru nicht in Schwung.

Rio de Janeiro - Statt der erhofften Versöhnung mit den Fans wieder "Adeus, Dunga"-Rufe:

Nur drei Tage nach dem glanzvollen 3:0 in Chile hatten Brasiliens Fußball-Asse bei der Nullnummer in der südamerikanischen WM-Qualifikation gegen Schlusslicht Bolivien einen kollektiven Aussetzer und setzten ihren Chefcoach Dunga einmal mehr Hohn und Spott aus.

"Wir haben nie unseren Rhythmus gefunden. Und während Bolivien immer mehr an Selbstvertrauen gewann, lief bei uns am Ende alles durcheinander", sagte Regisseur Diego von Bundesligist Werder Bremen über die 90 trostlosen Minuten.

In denen agierte die Selecao nach der Herausstellung von Gästespieler Ignacio Garcia (53.) sogar lange in Überzahl.

Das Remis freute vor allem Spitzenreiter Paraguay, der am Tag zuvor mit dem 2:0 gegen Venezuela auf 17 Punkte davongezogen war.

Wie Brasilien konnte auch Argentinien (beide 13) nach dem 1:1 (0:0) in Peru die Lücke zu den Albirrojas nicht weiter schließen. Zu Südamerikas Giganten schloss Chile (13) durch ein 4:0 (2:0) gegen Kolumbien auf, Uruguay (12) patzte dagegen mit einem 0:0 gegen Ecuador.

Die Fans am Zuckerhut zeigten den Selecao-Stars schon vor dem Anpfiff gegen Bolivien die kalte Schulter. Nur offiziell 31.422 zählende Gäste füllten das Engenhao-Stadion in Rio de Janeiro zu zwei Drittel und sorgten für den drittschlechtesten Besuch bei WM-Qualifikationsspielen in Brasilien.

"Normalerweise hätte die Hütte voll sein müssen. Das müssen wir genau analysieren", versprach Dunga. Der 44-Jährige war auch vom Auftritt seiner Auserwählten enttäuscht.

"Wir konnten nicht an das Spiel in Chile anknüpfen, haben nicht schnell genug gespielt, die Außen nicht eingesetzt", klagte der vor zwei Jahre ins Amt gehobene Coach, der sich bei den Auswechslungen vom Publikum als "Esel" beschimpfen lassen musste.

Diego, Lucio und Josue blass

Neben Diego blieben auch die durchspielenden Bundesliga-Akteure Lucio (FC Bayern) und Josue (VfL Wolfsburg) ohne Wirkung.

In Argentinien wird die Luft für Trainer Alfio Basile nach dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg dünner. Zwar hatte Esteban Cambiasso die schwach aufspielenden Gauchos mit dem Münchner Martin Demichelis in der 83. Minute in Führung gebracht.

Doch Peru mit dem starken Schalker Carlos Zambrano im Abwehrzentrum glich durch Johan Fano in der Nachspielzeit aus.

Leverkusener Vidal glänzt

In Santiago de Chile rehabilitierten sich die Gastgeber, angefeuert von 50.000 Fans, für die Pleite gegen Brasilien und schickten das nun vier Spiele sieglose Kolumbien durch Tore von Gonzalo Jara (26.), Humberto Souza (39.), Ismael Fuentes (49.) und Matias Fernandez (70.) nach Hause.

Der Leverkusener Arturo Vidal krönte seine gute Leistung mit der Vorlage zum vierten Treffer.

In Montevideo verwöhnten Uruguay und Ecuador die 40.000 Zuschauer im Centenario-Stadion dagegen nicht mit Toren. Die "Urus", bei denen der Schalker Vicente Sanchez nicht eingesetzt wurde, sind nun vier Spiele ohne Niederlage, kamen aber zum dritten Mal daheim nicht über ein Remis hinaus.

Jetzt der Knaller Argentinien - Uruguay

Ecuador, für das der Mainzer Zweitligaspieler Felix Borja kurz vor Schluss ins Spiel kam, ist gar fünf Partien ungeschlagen. Im Kampf um die vier WM-Direkttickets und einen weiteren Südafrika-Startplatz über das Play-off-Spiel gegen einen CONCACAF-Vertreter steht am 11. und 14. Oktober die nächste Doppelrunde auf dem Programm.

Während Paraguay in Kolumbien und Brasilien in Venezuela auswärts antreten, erwartet Argentinien Uruguay zum Klassiker.

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