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Franck Ribery (M.) spielte 25 Minuten für Frankreich auf den Faröern © imago

Anders als abgesprochen feiert Ribery bei der Beinahe-Blamage gegen die Faröer sein Comeback. Domenech bedankt sich bei Hoeneß.

Von Christian Stüwe

München - In Frankreich herrschte Frust, nur Franck Ribery war zufrieden.

Knappe 25 Minuten kam der Mittelfeldspieler im WM-Qualifikationsspiel gegen die Faröer zum Einsatz.

Das Comeback kam durchaus überraschend, hat Ribery verletzungsbedingt doch bisher keine Pflichtspielminute für den FC Bayern München absolviert.

Beim 1:0-Plichtsieg der "Equipe Tricolore" wirkte Ribery nach seiner Einwechslung bemüht, das 2:0 verpasste er bei seiner Rückkehr auf den Rasen nur knapp.

"Es hat mir gut getan"

"Es hat mir gut getan, wieder für Frankreich spielen zu dürfen", sagte Ribery nach dem Spiel.

Dennoch wird er auch beim Spiel der Bayern am Wochenende gegen Werder Bremen (Sa., ab 15 Uhr LIVE) nicht über die Rolle des Edel-Jokers hinauskommen.

Bei Bayern nur als Joker

Auf die Einsatzmöglichkeiten des 26-Jährigen angesprochen, sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal: "Nicht von Beginn an. Vielleicht 20 Minuten, aber das ist nicht das, was ich unter spielen verstehe. Er ist noch im Aufbau."

Man könnte also vermuten, dass das Verhältnis zwischen Ribery, dem FC Bayern und auch dem französischen Verband nach dem Kurzeinsatz angespannt ist.

Denn eigentlich war im Vorfeld abgesprochen gewesen, dass der lange Zeit verletzte Ribery nicht zum Einsatz kommen sollte.

Doch Ärger zwischen den Franzosen und den Bayern gibt es anscheinend nicht. Man habe Bayern-Manager Uli Hoeneß eine SMS geschrieben und sich für die gute Zusammenarbeit bedankt, erklärte Nationalcoach Raymond Domenech.

"Ich werde mich nun ganz meinem Verein widmen", versprach Ribery.

Spanien: Neue Spekulationen über Ribery

In Spanien sorgte der Auftritt dennoch für ein größeres Medienecho. Ein möglicher Wechsel des Superstars zu Real Madrid ist nach wie vor ein Thema.

"Beim FC Bayern ist Ribery als verletzt gemeldet, aber für Frankreich spielt er", wunderte sich die Sportzeitung "Marca".

Die "As" vermutet daher Absicht hinter Riberys Handeln:

"Ribery legt sich mit dem FC Bayern an. Der Franzose weiß genau, wie er seinen Klub ärgern kann Auf diese Weise verschärft er die Spannungen, um einen Wechsel zu Real Madrid zu erzwingen."

Will Real Chelsea und Inter zuvorkommen?

Die beiden Zeitungen vermuten weiterhin, dass die Transferplanungen der "Königlichen" keineswegs abgeschlossen seien.

Real wolle Chelsea und Inter Mailand zuvorkommen, die beide ebenfalls an Ribery interessiert seien.

Real würde dem FC Bayern ein neues Angebot unterbreiten, sollte die Münchner sich zu Vehandlungen bereit erklären, berichtet die für gewöhnlich gut informierte "Marca".

Alarmstimmung in Frankreich

In Frankreich hingegen war das Ribery-Comeback der einzige Lichtblick eines ansonsten verkorksten Abends.

Die "Equipe Tricolore" rückte dank des Treffers von Andre-Pierre Gignac (45.+1) in Torshavn zwar bei einem Spiel weniger auf fünf Punkte an Tabellenführer Serbien heran, das dürftige Ergebnis sorgt aber für Wirbel (DATENCENTER: Alles zur WM-Quali in Europa).

"Es gibt nichts zu träumen", titelte die Sporttageszeitung "L'Equipe" nach der Beinahe-Blamage des Vize-Weltmeisters beim krassen Außenseiter.

Der weiter in der Kritik stehende Domenech gestand: "Wir alle sind frustriert."

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