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Für Lionel Messi (M.) zählt am Samstag gegen Brasilien nur ein Sieg © getty

In der WM-Quali gegen Brasilien muss Argentinien siegen, doch Messi ist zuversichtlich. Maradona bekriegt sich mit Pele.

Von Robert Gherda

München - Argentinien deklassiert Brasilien mit 3:0!

So oder so ähnllich lautete die Schlagzeile in den Gazetten der Welt am 19. August des vergangenen Jahres.

Die favorisierten Gauchos hatten zuvor im Halbfinale der Olympischen Spiele in Peking ein Offensiv-Feuerwerk gegen die Selecao abgefackelt und den Erzrivalen in alle Einzelteile zerlegt.

Wenige Tage später sicherte sich das Team um Superstar Lionel Messi auch die Goldmedaille. Argentinien war obenauf, während Brasilien ob der Schmach gegen den Nachbarn am Boden lag.

Brasilien führt Tabelle an

Mittlerweile sind zwölf Monate vergangen, und die Ausgangslage vor dem Gipfeltreffen am kommenden Samstag (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) in der WM-Qualifikation hat sich komplett gedreht.

Brasilien strotzt nur so vor Selbstvertrauen und führt die Tabelle mit 27 Punkten vier Spieltage vor Schluss souverän an.

"Gauchos" müssen um WM bangen

Die "Albiceleste" dagegen blamierten sich zuletzt unter anderem beim 1:6 in Bolivien, liegen lediglich auf Platz vier und müssen um die Teilnahme an der WM in Südafrika bangen. (DATENCENTER: Alles zur WM-Quali in Südamerika)

Die Vorzeichen vor dem Spiel in Rosario sind also klar:

Argentinien muss unbedingt gewinnen, will man nicht noch auf den fünften Platz der Qualifikation zurückfallen. Der würde nur zur Relegation gegen den Vierten aus der Nord- und Mittelamerika-Gruppe berechtigen.

Ein unvorstellbares Szenario für die Fans im Land des zweimaligen Weltmeisters.

Verletzungspech bei Argentinien

Doch die Vorzeichen stehen schlecht, denn gerade vor dem wichtigsten Spiel des Jahres gehen Trainer Diego Maradona die Spieler aus.

Mittefeldspieler Diego Battaglia muss wegen einer Muskelverletzung absagen und steht dem Coach ebenso wenig zur Verfügung wie der von Maradona als Leistungsträger gelobte Jonas Gutierrez oder Martin Demichelis vom FC Bayern.

Zudem steht auch der Einsatz von Nicolas Otamendi, Juan Sebastian Veron und Diego Milito auf der Kippe.

Routiniers sollen helfen

Die Verletztenmisere führt sogar so weit, dass Maradona neben dem 36-jährigen Debütanten Rolando Schiavi den 35-jährigen Stürmer Martin Palermo reaktivierte, dessen letztes Länderspiel bereits zehn Jahre zurückliegt.

Maradona flüchtet sich jedenfalls in Galgenhumor:

"Meine Jungs sind sehr motiviert und wollen immer alles geben im Training, aber ich habe es vorgezogen, sie in Watte zu packen" so Maradona.

"Schließlich gab es ja in den letzten Monaten einen Verletzten nach dem anderen."

Respekt vor Dunga

Dennoch freut sich der ehemalige Weltfußballer auf die Begegnung und das erste Trainer-Duell mit Carlos Dunga. (DATENCENTER: Alles zur WM-Quali in Südamerika)

Von einem "Gute Laune Fußball für das Auge" spricht Maradona zwar, aber er hat großen Respekt vor seinem Gegenüber:

"Carlos Dunga macht einen sehr guten Job, aber wir haben eine Motivation, die Brasilien nicht hat: Sie sind praktisch durch, aber wir müssen unbedingt gewinnen. Für uns geht es ums Überleben."

Brasilien will gewinnen

Mit Geschenken von den fast schon qualifizierten Brasilianern ist jedoch nicht zu rechnen, wie auch Maicon klar macht.

"An ein Unentschieden denken wir nicht. Wir wollen hier auf jeden Fall gewinnen", so der Rechtsverteidiger der "Selecao".

Argentiniens Superstar Lionel Messi erwartet ebenfalls eine ausgeglichene Partie:

"Es wird ein schwieriges Spiel, denn Brasilien hat großartige Spieler, genau wie wir", sagt der Stürmer des FC Barcelona der Zeitung "Marca".

Messi zuversichtlich

Messi, der sich von seinem Verein extra für dieses Spiel freistellen ließ, geht dennoch mit einem guten Gefühl in die Begegnung:

"Wir können gewinnen. Wir wissen, um was es geht. Ich hoffe, es wird ein großes Spiel von uns ? und von mir."

Gleichzeitig warnt Messi jedoch: "Brasilien ist eine Mannschaft, die auf Konter lauert. Darauf müssen wir achten. Es wird wichtig sein, den Ball zu kontrollieren und viele Chancen zu kreieren."

Maradona macht sich über Pele lustig

Zusätzliche Brisanz erfährt die Partie durch die Debatte um den besten Fußballer aller Zeiten, die in beiden Ländern erneut entflammt ist.

Maradona sieht sich dabei deutlich vor seinem brasilianischen Pendant Pele und schießt gegen den dreimaligen Weltmeister:

"Tatsache ist, dass es eine Umfrage gab, bei der ich ihn hinter mir gelassen habe. Das kann mir keiner mehr nehmen. In Brasilien gab es eine weitere Umfrage, bei der Pele ebenfalls den zweiten Platz belegte ? hinter Ayrton Senna. Also sollte er langsam mal vom ewigen zweiten Platz wegkommen", stichelt der 91-fache Nationalspieler in einem Interview mit "Fifa.com"

Pele schießt zurück

Pele scheint Maradona aber nicht wirklich ernst zu nehmen und schießt vor dem Spiel zurück:

"Ich bin zuversichtlich, weil wir Argentinien schon immer überlegen waren. Wir kennen Maradona ja alle, was er sagt muss man nicht ernst nehmen, aber er kann ein großartiger Trainer werden."

Allerdings sagt Pele auch: "Hoffentlich fängt er damit nicht gegen Brasilien an."

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