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Die Sicherheit ist eines der großen Fragezeichen bei der WM im nächsten Jahr © imago

Nicht nur dem Bundestrainer bereitet die Sicherheitslage in Südafrika Kopfzerbrechen. Der deutsche Botschafter wiegelt jedoch ab.

Köln - Der Anschlag auf einen Bus vor knapp einer Woche hat die Diskussionen um die Sicherheit in Südafrika neu entfacht.

Dennoch sieht DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt das Gastgeberland für die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent gerüstet.

"Das Sicherheits-Problem wird in einer vorbildlichen Weise angepackt", sagte Schmidt, der sich als Berater des südafrikanischen WM-Organisationskomitees in den vergangenen zwei Jahren ein gutes Bild von der Lage am Kap der guten Hoffnung machen konnte.

"Die Sicherheitsorgane nehmen das Thema so ernst, wie man es erwarten kann. Ich sehe kein Risiko."

Nichtsdestotrotz herrscht weiter Verunsicherung bei den Fans.

Sicherheitslage bleibt unberechenbar

Rund 400.000 Fußball-Anhänger werden im kommenden Jahr in Südafrika erwartet.

Und der jüngste Anschlag auf einen Bus aus Südafrikas neuem Personennahverkehrssystem BRT hat einmal mehr gezeigt, dass auch neun Monate vor WM-Beginn die Sicherheitslage unberechenbar bleibt.

"Mit den Schüssen auf die Busse ist eine Schwelle überschritten worden. Das ist richtig", meinte der deutsche Südafrika-Botschafter, Dieter Haller.

"Aber das war eine absolute Ausnahme, schließlich gab es beim Confed-Cup in den zwei Wochen kein einziges nennenwertes Sicherheitsvorkommnis oder Schadensereignis."

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Haller versuchte am Freitag auf einer Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes in Köln zu vermitteln, dass Südafrika seit Jahren von einer Vielzahl von deutschen Touristen besucht wird, ohne dass es dabei zu nennenswerten Zwischenfällen gekommen sei.

"Es gibt Gegenden, wo man nicht allein sein sollte"

"Natürlich gibt es Gegenden wie die Townships, wo man sich in der Dunkelheit nicht unbedingt alleine bewegen sollte", sagte Haller.

"Vor allem an den Wochenenden, nachdem die Arbeiter Freitags ihren Lohn erhalten und Alkohol konsumiert haben, kommt es dort zu kriminellen Vorfällen."

Und weiter: "Aber ich erinnere mich auch noch genau, dass vor der WM 2006 in Deutschland Warnungen an afrikanische Fans rausgegeben wurden, bestimmte Städte oder Bundesländer nicht zu besuchen."

Doch der Vergleich hinkt, und auch Joachim Löw ist sich der Problematik bewusst.

Bundestrainer fürchtet Lagerkoller

Der Bundestrainer fürchtet wegen der drohenden Kriminalität bei der WM 2010 sogar einen Lagerkoller und will die Nationalspieler im Falle einer gelungenen Qualifikation mit einem speziellen Rahmenprogramm bei Laune halten.

"Wir müssen uns Angebote einfallen lassen, wie wir das relativ abwechslungsreich gestalten können, ohne dass zu viel Langeweile aufkommt", sagte Löw.

Die Spieler müssen laut Löw vor allem ihre "Eigeninteressen" in den Hintergrund stellen.

Deshalb wollen Löw und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff den WM-Kandidaten noch einmal ins Gewissen reden.

20 zusätzliche Sicherheitskräfte

"Man muss die Spieler zum gegebenen Zeitpunkt so vorbereiten, dass man sich auch geistig auf diese Themen einstellt. Was kommt auf uns zu? Wie können wir unsere Freizeit gestalten? Das müssen wir den Spielern klar aufzeigen", sagte der 49-Jährige.

Um die Sicherheit am Kap der guten Hoffnung zu gewährleisten, wird der DFB bis zu 20 zusätzliche Sicherheitskräfte mit nach Südafrika nehmen. Zudem sollen lokale Bodyguards eingesetzt werden.

Ein entsprechendes Konzept entwickelt derzeit DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn. Trotzdem müssen sich die Nationalspieler auf massive Einschränkungen einstellen.

"Sich frei zu bewegen, das wird bei der WM 2010 stark eingeschränkt sein", sagte Löw.

"Es ist nicht vergleichbar mit der WM 2006. In Berlin, wo wir ja größtenteils wohnten, konnten die Spieler einfach mal raus, mit ihren Familien zum Essen oder in die Stadt gehen. Das wird es in Südafrika so nicht geben."

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