vergrößernverkleinern
Luis Fabiano (l.) erzielte zwei Treffer beim 3:1-Sieg Brasiliens gegen Argentinien © getty

Luis Fabiano und die "Selecao" demütigen Argentinien vor eigenem Publikum. Maradonas "Gauchos" müssen nun um die WM bangen.

Rosario - Im Land des Tangos bestimmten die Sambafußballer Brasiliens den Rhythmus, stürzten im Gran Clasico Gastgeber Argentinien in große Not und jubelten als erste Südamerikaner über die Qualifikation zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika.

Zurück blieb ein trotziger Diego Maradona, der nach dem 1:3 (0:2) in Rosario mit Blick auf seinen Job als Gaucho-Coach versicherte:

"Das wirft mich nicht um, auch wenn es nun schwierig für uns wird."

Der WM-Rekordchampion Brasilien kann mit 30 Zählern bei den ausstehenden drei Spieltagen nicht mehr aus der Zone der vier Direkttickets verdrängt werden.

Restprogramm hat es in sich

Derweil rückt dem Tabellen-Vierten Argentinien (22) die Konkurrenz aus Kolumbien (20) und Ecuador (20) bedrohlich auf den Pelz (DATENCENTER: Alles zur WM-Quali in Südamerika).

Und das Restprogramm mit den Gastspielen am Mittwoch beim Dritten Paraguay und zum Eliminatorias-Abschluss in Uruguay hat es in sich.

Der große Gewinner des Abends war aber Brasilien.

Ob Julio Cesar im Tor, Kaka in der Schaltzentrale oder der zweifache Torschütze Luis Fabiano: Die Selecao hatte die spielentscheidenden Figuren in ihren Reihen.

Luis Fabiano als Stimmungstöter

"Die technische Qualität unseres Teams hat den Ausschlag gegeben", analysierte Nationaltrainer Dunga.

Der von gut 40.000 Zuschauern entfachte Hexenkessel im engen Stadion Gigante del Arroyito von Rosario, wo Maradona mehr Atmosphäre als im weiten Rund des Monumental-Stadions von Buenos Aires erhofft hatte, kühlte durch die Tore von Luisao (24.) und Luis Fabiano (30.) schnell ab.

Und als Argentinien nach dem Anschlusstreffer von Jesus Datolo (65.) Hoffnungen schöpfte, wurde Luis Fabiano (67.) endgültig zum Stimmungstöter.

Kaka überragend

Bei den Hausherren mühte sich Lionel Messi redlich, doch der Star des FC Barcelona war im ersten großen Duell mit Real Madrids Millionen-Einkauf Kaka nur zweiter Sieger.

"Wir haben ein wunderbares Spiel gemacht, das Team hat mit Intelligenz gespielt. Ich bin natürlich glücklich, an zwei Toren beteiligt gewesen zu sein", sagte der überragende Selecao-Spielmacher.

Maradona versuchte derweil die Fassung zu wahren.

"Wir dürfen uns jetzt nicht hängen lassen. Wir müssen mit dem Gedanken nach Paraguay fahren, dort gewinnen zu können", forderte "El Diez", der die Verantwortung für die Niederlage alleine auf sich nahm.

Uruguay patzt

Hinter Spitzenreiter Brasilien sind auch Chile (27), nächster Gast des fünfmaligen WM-Champions, nach einem 2:2 (1:2) gegen Venezuela sowie Paraguay (27), das Bolivien 1:0 (1:0) bezwang, nahe ans WM-Ziel herangerückt.

Kolumbien brachte sich mit dem 2:0 (0:0) gegen Ecuador wieder ins Gespräch. Uruguay (18) patzte dagegen vier Tage vor dem richtungweisenden Duell gegen die Cafeteros mit dem 0:1 (0:0) bei Schlusslicht Peru.

Vidal erzielt Führungstor

Während die Bundesliga in Rosario nicht vertreten war, glänzte der Leverkusener Arturo Vidal mit dem Führungstor (11.) für Chile beim 2:2 gegen Venezuela.

Die Gäste mit Juan Arango (Gladbach) und Tomas Rincon (Hamburg), die sich mit 18 Punkten noch Hoffnungen auf die erste WM-Teilnahme der Vinotintos machen, wendeten das Blatt durch Giancarlo Maldonado (34.) und Jose Manuel Rey (45.), ehe Rodrigo Millar (53.) noch ausglich.

Der Dortmunder Nelson Valdez und Wolfsburgs Jonathan Santana liefen für Paraguay auf und bejubelten einen verwandelten Foulelfmeter von Salvador Cabanas (44.) gegen Bolivien, für das der Bremer Marcelo Martins in der Startelf stand.

Schalker Zambrano in Perus Startelf

Bei Perus 1:0 über Kolumbien stemmte sich der Schalker Innenverteidiger Carlos Zambrano gegen die "Uru"-Angreifer, ehe Hernan Rengifo (86.) die Hausherren mit dem Siegtor erlöste.

Gästespieler Diego Godin sah in der Nachspielzeit die Rote Karte.

In Medellin trafen Jackson Martinez (82.) und Teofilo Gutierrez (90.+3) für Kolumbien, das zuvor durch den Platzverweis für Ecuadors Pedro Palacios (48.) nummerisch in Vorteil gebracht worden war.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel