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Ghana (hier Eric Addo) konnte sich zum zweiten Mal für eine WM qualifizieren © getty

Das Team um Topstar Michael Essien hat sich als achtes Team für die WM qualifiziert. Auch die Elfenbeinküste ist fast durch.

München - Ghana steht als achter Teilnehmer an der Fußball-WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli 2010) fest.

Der viermalige Afrikameister qualifizierte sich durch ein 2:0 (1:0) gegen den Sudan in der Kontinental-Gruppe D am Sonntag vorzeitig zum zweiten Mal nach 2006 für eine WM-Endrunde.

Zuvor hatten Australien, Japan, Südkorea, Nordkorea, die Niederlande und Brasilien WM-Tickets gelöst. (DATENCENTER: Alles zur WM-Quali in Afrika)

Südafrika ist als Gastgeber automatisch startberechtigt.

Die Tore von Sulley Muntari (14.) und Ghanas Topstar Michael Essien vom FC Chelsea (53.) sorgten in Accra für Riesenjubel.

Essien mahnt

Essien behielt danach aber als einer der wenigen kühlen Kopf. "Es ist fantastisch, dass sich Ghana als erstes afrikanisches Land für die WM 2010 in Südafrika qualifiziert hat", sagte er.

"Aber vor uns liegt jetzt eine noch größere Herausforderung. Nur, wenn wir gut vorbereitet sind, können wir dort auch Erfolg haben."

Eingedenk der oft chaotischen Vorbereitung, die schon manchen afrikanischen Mitfavoriten um ein besseres WM-Abschneiden gebracht hat, mahnte Essien:

"Wir müssen uns jetzt konzentrieren und sehr gut auf die nächsten Aufgaben einstellen. Sonst hat das hier nichts genutzt."

Doch die Worte des Teamkollegen von DFB-Kapitän Michel Ballack beim FC Chelsea gingen in der großen Party fast unter.

20 vion 24 Millionen fieberten mit

20 Millionen der 24 Millionen Einwohner sollen vor den Fernsehgeräten mit ihren Stars mitgefiebert haben. "Fantastisch", titelte die "Ghanaian Times".

Der "Daily Graphic" griff gleich ganz tief in die Historien-Kiste und verglich den sportlichen Erfolg mit der Unabhängigkeitserklärung von 1957, als Ghana als erstes afrikanisches Land südlich der Sahara selbstständig wurde.

"Wir sind die Nummer 1", hieß es entsprechend - in der Politik und im Sport.

"Ein Symbol der Hoffnung"

Auch WM-OK-Chef Danny Jordaan hob diese Parallele in seinem Glückwunsch-Telegramm hervor.

"Ghana ist ein Symbol der Hoffnung auf dem Kontinent und wird in Südafrika viele Fans gewinnen. Ich hoffe, sie machen Afrika stolz", schrieb er.

Als Vater des Erfolges gilt der serbische Coach Milovan Rajevac.

Der 55-Jährige kam im August 2008 für den Franzosen Claude Le Roy und wurde zunächst für sein schlechtes Englisch und wegen seiner mangelnden Erfahrung als Auswahltrainer kritisiert.

Es gelang ihm jedoch, aus starken Einzelkönnern ein Team zu formen. "Teamwork hat uns den Erfolg gebracht", sagte Essien.

In vier Spielen holte die Mannschaft um Kapitän Stephen Appiah vier Siege und blieb dabei ohne Gegentor.

Auch Elfenbeinküste fast durch

Wie Ghana hat auch die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste ihr WM-Ticket so gut wie in der Tasche.

Der Afrikameister von 1992 fertigte Burkina Faso am Samstag in Abidjan mit 5:0 (1:0) ab und liegt zwei Spieltage vor dem Abschluss der Gruppe E als Spitzenreiter jetzt sechs Punkte und 15 Tore vor dem Gegner und einzigen Verfolger.

Am 10. Oktober kann die Elfenbeinküste, für die Kader Keita (12./68.), Didier Drogba (48./65.) und Yaya Toure (55.) trafen, in Malawi den Sprung zur Endrunde mit einem Punktgewinn perfekt machen.

Ägypten wahrt Chance

Kamerun meldete sich in der Gruppe A mit einem Sieg bei Tabellenführer Gabun zurück.

In Libreville gewann der erste afrikanische WM-Viertelfinalist (1990) 2:0 (0:0) und feierte den ersten Dreier im dritten Spiel.

Auch Afrikameister Ägypten wahrte seine WM-Chance. In der Gruppe C setzte sich das Team des Dortmunder Bundesliga-Profis Mohamed Zidan mit 1:0 (0:0) in Ruanda durch.

Damit schloss Ägypten zumindest nach Punkten zum Tabellenführer Algerien auf, der ein Spiel weniger absolviert hat.

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