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Sam Vokes (l.) und Denis Oudin beim 2:1-Sieg der Russen gegen Wales im Hinspiel © getty

In der WM-Qualifikation trifft Russlands Coach Guus Hiddink auf einen alten Kollegen. Joachim Löw hofft auf Schützenhilfe.

Von Thorsten Mesch

München - Theoretisch könnte sogar Finnland noch Erster der Gruppe 4 werden und sich vor Deutschland und Russland für die WM qualifizieren.

Wahrscheinlicher ist es aber, dass Tabellenführer Deutschland (19 Punkte aus sieben Spielen) und Russland (18/7) Platz eins ausspielen.

"Beide Teams werden den Gruppensieg wohl unter sich ausmachen", sagte auch der finnische Kapitän Sami Hyypiä zu Sport1.de.

Und so wird Bundestrainer Joachim Löw mit großem Interesse verfolgen, was die Russen am Mittwochabend im Fernduell (alle Spiele ab 19.45 Uhr LIVE) mit der deutschen Mannschaft anstellen. (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

"Selbstverständlich hofft man immer, dass die Russen den einen oder anderen Punkt liegenlassen. Wir wissen, dass es nicht einfach ist, in Wales zu gewinnen", erinnerte Löw vor dem Spiel gegen Aserbaidschan (ab 20.15 Uhr LIVE) an den eigenen 2:0-Sieg im April.

Hiddink trifft auf einen alten Kollegen

Sollte Verfolger Russland in Cardiff punkten käme es am 10. Oktober in Moskau gegen Deutschland zu einem echten Endspiel um die direkte WM-Teilnahme.

Für Guus Hiddink ist die Partie gegen Wales aber auch aus einem anderen Grund ein besonderes Duell:

Russlands Coach trifft in Cardiff auf einen Trainerkollegen, mit dem ihn eine mehr als 20 Jahre dauernde Rivalität verbindet: John Toshack.

1988 kreuzten sich die Wege der beiden zunächst in Spanien.

Toshack trainierte in San Sebastian den damaligen Spitzenklub Real Sociedad, Hiddink stand in Valencia unter Vertrag.

Bessere Bilanz für Toshack

Als der Niederländer 1999 bei Real Madrid seinen Hut nehmen musste, wurde Toshack sein direkter Nachfolger. Später arbeiteten beide in der Türkei.

Hiddink konnte jedoch bisher nur zwei der vielen Duelle gegen Toshack gewinnen. Eins davon war der 2:1-Sieg im Hinspiel in Moskau.

"Im Fußball gibt es nichts, was Toshack nicht weiß", lobt Hiddink seinen Rivalen.

Dieser revanchiert sich mit Respekt: "Hiddink hat einige wirklich fantastische Spieler."

Dazu gehört Stürmerstar Andrej Arschawin vom FC Arsenal, der zuletzt beim 3:0 gegen Liechtenstein geschont wurde, in Cardiff aber wieder dabei sein wird.

Nur 10.000 Tickets verkauft

Wales, das keine Chance mehr auf die WM hat, plagen kleinere Personalprobleme und die Angst vor einem mehr als halbleeren Stadion.

Bis Mittwoch waren gerade mal 10.000 Tickets für das 74.000 Zuschauer fassende Millenium Stadium abgesetzt.

Nun wird über einen Abschied aus der Hauptstadt nachgedacht.

"Ein kleineres Stadion würde uns mehr helfen. Wir sollten unsere Spiele deswegen auf mehrere Städte mit kleineren Stadien verteilen", forderte Kapitän Craig Bellamy.

Dennoch wollen die Gastgeber den Russen ein Bein stellen.

"Wir haben uns im Hinspiel in Moskau nicht schlecht geschlagen und werden versuchen, noch einen draufzulegen", sagt Verteidiger James Collins.

"Aber wir schulden unseren Fans zu Hause ein großes Spiel."

Joachim Löw wird es sicher gerne hören.

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