vergrößernverkleinern
Franck Ribery (r.) wurde nach 77 Minuten für Thierry Henry eingewechselt © getty

Frankreich und Portugal geben die WM-Hoffnung nicht auf. Spanien gewinnt Spiel um Spiel. Domenech steht weiter in der Kritik.

München - England und Spanien träumen bereits vom WM-Titel, Frankreich und Portugal dagegen zittern bis zum Schluss.

Während für einige Top-Nationen die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 zur reinen Nervensache gerät, können andere bereits aufatmen.

Europameister Spanien schoss sich dank des 3:0 gegen Estland mit dem achten Sieg im achten Qualifikationsspiel endgültig nach Südafrika. (WM-Qualifikation: Gruppe 5)

Die spanischen Medien gaben jede Zurückhaltung auf und sehen die "Rote Furie" bereits als kommenden Weltmeister.

"Und jetzt... die WM gewinnen", titelte die Sportzeitung "Marca".

Domenechs Versöhnung mit Henry

Eine völlig andere Stimmung herrscht dagegen in Frankreich.

Nationaltrainer Raymond Domenech steht nach wie vor in der Kritik, auch wenn sich nach dem 1:1 in Serbien zumindest intern die Wogen geglättet haben. (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

Nach dem Schlusspfiff gab es zwischen dem Coach und dem zwischenzeitlich rebellierenden Kapitän Thierry Henry, Torschütze zum Endstand (31.), eine demonstrative Umarmung.

"Wir haben heute gezeigt, dass wir ein großartiges Verhältnis haben", sagte der Barca-Stürmer und kritisierte die Medien:

"Es ist nicht das erste Mal, dass uns Knüppel zwischen die Beine geworfen wurden."

Franzosen feiern Unentschieden

Obwohl die "Equipe Tricolore" auch zwei Spieltage vor Schluss vier Punkte Rückstand auf Serbien aufweist, feierten die Franzosen das Remis, das sie nach der Roten Karte von Torhüter Hugo Lloris 80 Minuten lang in Unterzahl erkämpften, als Wende zum Guten.

"Ich bin stolz auf die Mannschaft. Ich glaube weiter an die Qualifikation", sagte Domenech.

Henry, der 13 Minuten vor dem Abpfiff Bayern-Star Franck Ribery Platz machen musste, weiß allerdings, dass es wohl für den WM-Zweiten auf die Playoff-Spiele hinausläuft:

"Wir werden um den zweiten Platz kämpfen. Wir wollen uns für die WM qualifizieren - egal wie."

Gleiches gilt für Portugal, das dank des 1:0 gegen Ungarn den Kopf vorerst aus der Schlinge zog.

Der Rückstand des Starteams um Weltfußballer Cristiano Ronaldo auf Playoff-Platz zwei, den sich Schweden nach dem mühevollen 1:0 auf Malta eroberte, ist auf zwei Punkte geschrumpft.

Harte Kritik an Rehhagel

Völlig offen bleibt das Rennen in der Gruppe 2. Sowohl Tabellenführer Schweiz (2:2 beim Dritten Lettland) als auch Verfolger Griechenland spielten Unentschieden.

Otto Rehhagel wurde nach dem 1:1 in Moldawien allerdings hart krisitiert. So schrieb die Zeitung "Ta Nea" von einer "schwer kranken Nationalmannschaft".

Somit haben die Schweizer bei drei Punkten Vorsprung weiter die besten Karten.

"Erfreulich für uns ist natürlich, dass uns Moldawien so stark geholfen hat. Damit konnten wir die Griechen auf Distanz zu halten", meinte Nationalcoach Ottmar Hitzfeld.

Grenzenloser Jubel auf den Schafsinseln

Völlig ohne Chance sind die Färöer, dennoch kabnnte der Jubel auf den Schafsinseln nach dem 2:1-Erfolg gegen Litauen keine Grenzen.

"Davon haben wir immer geträumt", sagte Torwart Jakup Mikkelsen nach dem ersten Sieg seit genau acht Jahren und dem erst zweiten in einem WM-Ausscheidungsspiel nach dem 1:0 gegen Luxemburg (September 2001).

Die drei großen Zeitungen der Färöer berichteten am Tag danach ausführlich über das seltene Ereignis.

"Thank you, Brian", titelte etwa das Blatt Nordlysid auf englisch - eine Hommage an den irischen Nationaltrainer Brian Kerr, der die Färinger ein bisschen näher an die größeren unter den kleinen Fußball-Nationen herangeführt hat.

Zwei Rasenplätze für 48.500 Einwohner

Denn der Erfolg im Svangaskardi-Stadion im 1200-Seelen-Örtchen Toftir ist nur auf den ersten Blick eine Sensation. Obwohl auf den Schafsinseln nur 48.500 Menschen leben und es nur zwei Rasenplätze gibt, hat das Land fußballerisch aufgeholt.

In der Quali zur WM 2010 ging kein Spiel höher als mit zwei Toren Differenz verloren. Gegen Österreich, gegen das 1990 der größte Sieg gelang, glückte ein 1:1.

Treffer von Suni Olsen (13.) und Arnbjörn Hansen (32.) brachten nun gegen Litauen den ersten Dreier - und ließen Kerr jubeln.

"Es ist fantastisch, dass es bei unserem letzten Heimspiel doch noch zu einem Sieg gereicht hat", sagte er.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel