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Der Niederländer Leo Beenhakker trainierte schon Real Madrid und Ajax Amsterdam © getty

Der polnische Verbandspräsident Grzegorz Lato nimmt die Entlassung von Leo Beenhakker zurück. Den zieht es aber nun nach Holland.

München - Mit Hohn und Spott überschüttet hat der Niederländer Leo Beenhakker die Führungsspitze des polnischen Fußball-Verbandes (PZPN) nach seiner Entlassung als Nationaltrainer am Mittwoch.

"Lato hat gestern zu früh mit der happy hour begonnen und mindestens einen Schluck zu viel getrunken", sagte Beenhakker nach seiner Rückkehr in die Niederlande im TV-Programm "Studio Sport".

Der einstige Weltklassestürmer Grzegorz Lato, mittlerweile polnischer Verbandspräsident, hatte Beenhakker unmittelbar nach der 0:3-Pleite der Nationalmannschaft in Slowenien via Fernsehinterview entlassen.

Polen hat in der Europa-Gruppe 3 als Tabellenfünfter zwei Runden vor Abschluss der WM-Ausscheidung nur noch rein theoretische Chancen auf ein Ticket zur Endrunde 2010 in Südafrika. (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

Lato nimmt Entlassung zurück

Lato entschuldigte sich am Donnerstag und nahm die Entlassung wieder zurück. Die Emotionen nach der verpassten WM-Teilnahme hätten zu seiner spontanen Entscheidung geführt, sagte er.

Beenhakker solle Polen auch in den letzten beiden WM-Qualifikationsspielen betreuen, ergänzte Lato. Beenhakkers Vertrag läuft erst danach aus.

Aus einer Fortsetzung des Engagements wird aber nichts.

"Ich bin fertig mit Polen"

"Ich bin fertig mit den Polen. Der Abschied von den Spielern fällt mir schwer. Aber das Umfeld war amateurhaft organisiert, hoffnungslos. Bei Auswärtsspielen waren mehr Funktionäre mit Anhang dabei, als ich Spieler hatte. Das war wie eine Ferienreise für die", sagte Beenhakker, und schloss: "Diese Operette spiele ich nicht mehr mit."

Der 67 Jahre alte ehemalige niederländische Bondscoach hatte Polen 2006 als erster ausländischer Trainer übernommen.

Unter seiner Leitung qualifizierte sich das Team für die EURO 2008 und nahm zum ersten Mal an einer EM teil.

Beenhakker zu Feyenoord

Beenhakker hatte vor Monaten erklärt, seinen Vertrag auch bei einer erfolgreichen Qualifikation nicht verlängern zu wollen. In der kommenden Woche wird er bei seinem alten Klub Feyenoord Rotterdam als technischer Direktor anfangen.

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