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Pavel Pogrebnyak erzielte in 15 Spielen fünf Tore für die Sbornaja © getty

Pavel Pogrebnyak hat vor dem "Finale" in Russland keine Angst vor dem DFB-Team. Der Vergleich mit Gomez stört ihn nicht.

München/Moskau - Das dickste Lob für Pavel Pogrebnyak kommt ausgerechnet von Mario Gomez.

"Er ist ein Klassestürmer, das hat er beim VfB schon angedeutet", sagt der Nationalspieler über den Mann, der in Stuttgart sein schweres Erbe antrat.

Am Samstag in Moskau im vorentscheidenden WM-Qualifikationsspiel (ab 16.30 Uhr LIVE) gegen die deutsche Auswahl will der russische Nationalstürmer dieser Einschätzung endlich auch gerecht werden.

Denn wie für Gomez bei Bayern München läuft es für Pogrebnyak in Schwaben noch nicht rund.

Heldt ist zufrieden

"Er leidet bei uns auch darunter, dass die Mannschaft derzeit noch nicht so funktioniert", sagt VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger über den 4,8 Millionen Euro teuren Neuzugang von Zenit St. Petersburg.

Sportvorstand Horst Heldt ist "insgesamt sehr zufrieden mit Pavel", schlug aber auch schon kritischere Töne an.

Nach dem zähen 3:1 nach Verlängerung im DFB-Pokal beim Viertligisten VfB Lübeck kritisierte Heldt die Leistung von Pogrebnyak als "schon sehr schlecht".

Erst drei Treffer für den VfB

Und die Statistik spricht auch nicht für den 25-Jährigen: In zwölf Pflichtspielen traf er dreimal, für ein Tor brauchte er 315 Minuten - also exakt dreieinhalb Spiele.

"Wir spielen nicht den Fußball, den alle gerne sehen möchten. Die Neuen wie ich brauchen noch Zeit, bis sie vollends integriert sind", sagt Pogrebnyak.

Beim 0:2 gegen Werder Bremen saß er zuletzt 61 Minuten lang nur auf der Bank, und auch bei der Sbornaja stand er seit dem 25. Oktober 2008 nicht mehr in der Startformation.

Russen ohne Angst vor Deutschland

Zwischen der russischen Auswahl und dem UEFA-Cup-Torschützenkönig von 2008 hat es ohnehin noch nicht so richtig gefunkt.

Die EURO 2008 hatte der 15-malige Nationalspieler (5 Tore) wegen einer Verletzung verpasst.

Auch am Samstag wird er wohl nur deshalb an der Seite von Andrej Arschawin beginnen, weil Roman Pawljutschenko angeschlagen ist und Alexander Kerschakow noch stärker schwächelt.

"Wir wollen mutig spielen, Angst haben wir keine. Wir sind von einem Sieg überzeugt. Dass wir das Hinspiel verloren haben, haben wir nicht vergessen", sagt er über das Duell mit den Klubkollegen Hitzlsperger und Cacau, dem er mit gemischten Gefühlen entgegengeht:

"Wir sind Freunde geworden. Für mich wäre es besser, wenn wir nicht gegen Deutschland spielten."

Auf Kriegsfuß mit der Grammatik

Zumal er sich in seiner neuen Heimat sehr wohl fühlt, wie er betont:

"Stuttgart gefällt mir gut, noch besser gefällt mir aber die deutsche Ordnung. Das Einzige, was mir in Deutschland nicht gefällt, ist die Grammatik".

Und die ständigen Vergleiche mit Gomez, obwohl Pogrebnjak flunkert: "Das stört mich nicht, es ist mir egal. Ich bin ein anderer Mensch, eine eigene Persönlichkeit."

Der 1,88 m große Angreifer hat eine ähnliche Statur wie sein Vorgänger, der ihn um nur einen Zentimeter überragt.

Abstimmung fehlt noch

Doch anders als der Einzelkämpfer Gomez ist Pogrebnyak mehr Teamspieler. Er versucht ständig, die anderen in Szene zu setzen - doch den Mitspielern fehlt dabei oft das Verständnis.

Und er bekommt zu wenig Unterstützung, weil der Rest des Teams mitunter so spielt als wäre Gomez noch da.

"Ich werde alles dafür tun, um erfolgreich zu sein", verspricht Pogrebnyak jedoch. Hitzlsperger hofft indes, dass sein neuer Kumpel damit noch nicht schon am Samstag anfängt.

"Er kann die Stuttgarter Probleme gerne mit ins russische Team bringen", sagt er.

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