vergrößernverkleinern
Vincenzo Iaquinta hat bereits 35 Länderspiele für Italien absolviert © getty

Der Weltmeister bejubelt die Qualifikation für Südafrika. Doch die Presse sieht auch Schwachstellen im Team der Azzurri.

Dublin/Rom - Die Qualifikation zur WM 2010 ist Weltmeister Italien im "Chaos vom Croke Park" nur mit viel Glück gelungen, doch die Squadra Azzurra träumt schon von ihrem fünften Titelgewinn.

"Jetzt reisen wir nach Südafrika, um unseren WM-Titel erfolgreich zu verteidigen", sagte Italiens Fußballverbandschef Giancarlo Abete nach dem entscheidenden 2:2 in Irland im Qualifikationsspiel am Samstagabend. (DATENCENTER: Die WM-Qualifikation)

Selbst der sonst eher zurückhaltende Nationaltrainer Marcello Lippi wurde ungewohnt euphorisch:

"1982 und 2006 haben wir uns auch vorzeitig für die WM qualifiziert - und wir wissen, was dann passiert ist. Das ist ein gutes Omen", sagte er mit Blick auf die anschließenden WM-Triumphe vor 27 und drei Jahren.

Auch die italienische Presse feierte die erfolgreiche WM-Qualifikation des Lippi-Teams.

"Südafrika, wir kommen", titelte die "Gazzetta dello Sport". "Tuttosport" schrieb: "Jetzt können wir um einen neuen WM-Titel kämpfen." Und "Repubblica" stellte fest: "Italien verrückt und glücklich." Dennoch mischten sich auch kritische Stimmen in das Medienecho.

Gilardino in letzter Minute

Schließlich lag der Weltmeister in Dublin durch ein Gegentor von Sean St. Ledger drei Minuten vor dem Ende 1:2 zurück, ehe kurz vor dem Schlusspfiff der eingewechselte Alberto Gilardino zum Endstand traf und Italiens 17. WM-Teilnahme sicherte.

Schon zuvor hatte Mauro Camoranesi (26.) die Führung der vom ehemaligen italienischen Nationaltrainer Giovanni Trapattoni betreuten Iren durch Glenn Whelan (8.) ausgleichen müssen.

"Trapattoni kann zufriedener als Lippi sein, weil er der moralische Sieger dieses Matchs und der Gruppe ist. Für die Italiener ist der Weg zur Verteidigung des in Berlin eroberten WM-Titels noch lang", meinte die "Gazzetta dello Sport".

Keine Initiative ergriffen

Und der "Corriere dello Sport" schrieb: "Im Chaos von Croke Park bucht Italien das Flugticket nach Südafrika. Die Azzurri überleben, ohne wirklich jemals die Initiative ergriffen zu haben."

Lippi sah den Auftritt seiner Mannschaft naturgemäß anders. "Wir haben gut gespielt. Es wäre ungerecht gewesen, wenn wir verloren hätten", meinte der 61-Jährige. Der Fußball-Lehrer betonte vor allem den kämpferischen Einsatz seiner Spieler.

"Mein Team hat Charakter gezeigt. Jetzt haben wir ein wichtiges Ziel erreicht: nämlich eine Mannschaft aufzubauen, die psychisch so stark wie das Weltmeisterteam von 2006 ist", erklärte Lippi.

Iren in die Playoffs

Das abschließende Gruppenspiel am Mittwoch zwischen Italien und Zypern in Parma ist nun ebenso unbedeutend wie Irlands Duell mit Montenegro in Dublin.

Das Team von der Grünen Insel sicherte sich nämlich die Teilnahme an den Play-offs und blieb unter Trapattoni ungeschlagen.

"Wir sind natürlich über die letzten drei Spielminuten enttäuscht. Aber wir sind ein junges Team, und dies wird uns eine wichtige Lehre für die Zukunft sein", meinte Ex-Bayern-Coach "Trap".

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel