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Der frühere Herthaner Marko Pantelic spielt mittlerweile für Ajax Amsterdam © getty

Partystimmung in Serbien und Dänemark: Als Gruppensieger reisen beide nach Südafrika. Serbien schreibt Fußballgeschichte.

Belgrad/Kopenhagen - In Belgrad verstopften serbische Fans zu Tausenden die Innenstadt und feierten in der "schönsten Nacht" ausgelassen ihre Helden im offenen Bus.

In Kopenhagen genoss Morten Olsen den Triumph des dänischen "FC Solidarität" eher still.

Als ausgerechnet der international weitgehend unbekannte Jakob Poulsen elf Minuten vor Schluss mit dem 1:0 gegen Schweden das WM-Ticket für die Dänen gelöst hatte, lobte der Trainer sein Team der Namenlosen.

Poulsen der Matchwinner

"Wir haben es als FC Solidarität geschafft", sagte der ehemalige Bundesliga-Trainer Olsen, dessen Mannschaft in der Europa-Gruppe 1 das portugiesische Starensemble um Cristiano Ronaldo hinter sich gelassen hat.

Bezeichnend war, dass im 101. skandinavischen Derby Nobody Poulsen das entscheidende Tor erzielte. Sein haltbarer Distanzschuss war der erste Länderspieltreffer für den Mittelfeldspieler von Aarhus GF.

"Ich bin glücklich und stolz. Es ist großartig, das Größte, das ich in meiner Karriere bisher erlebt habe", sagte Poulsen nach seinem Goldenen Tor im Kopenhagener "Parken":

"Dies ist das Tor, von dem ich immer geträumt habe." Die Dänen setzten gegen den Erzrivalen eine beeindruckende Serie fort: Seit 1981 haben sie kein WM-Qualifikationsspiel vor eigenem Publikum mehr verloren.

Verkehrschaos und Feuerwerk

In Belgrad machten indes die Fans nach dem 5:0-Triumph gegen Rumänien die Nacht zum Tage.

Hunderte hupender Autos sorgten für ein Verkehrschaos, Feuerwerkskörper schossen in den Nachthimmel, und die Spieler winkten von einem Bus herab in die Menge.

Von der "schönsten Nacht in der Geschichte der serbischen Nationalmannschaft" schrieb die Zeitung Press, nachdem sich Serbien erstmals seit der Trennung von Montenegro 2006 für ein großes Turnier qualifiziert hatte.

Pantelic trifft

"Wir haben eine neue Seite in der serbischen Fußball-Geschichte geschrieben", sagte Trainer Radomir Antic nach dem souveränen Sieg.

Die Tore schossen Nikola Zigic (37.), der Ex-Berliner Marko Pantelic (50.), der Stuttgarters Zdravko Kuzmanovic (78.) sowie Milan Jovanovic (86./90.+3).

"Die Souveränität, mit der wir in der gesamten WM-Qualifikation aufgetreten sind, zeigt, dass wir eine große Zukunft vor uns haben. Wir haben eine Generation guter Spieler und großartiger Charaktere. Sie haben der ganzen Nation sehr viel Freude gemacht", sagte Antic.

Der Trainer, der erst zwei Wochen vor Beginn der Qualifikationsrunde das Amt von Miroslav Djukic übernommen hatte, fügte an: "Tage wie dieser machen das Leben lebenswert."

Ivanovic bleibt auf dem Boden

Abwehrspieler Branislav Ivanovic blieb im kollektiven Jubelrausch indes mit beiden Beinen auf der Erde.

"Es ist viel zu früh zu sagen, wie weit wir bei der WM kommen können. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, müssen unsere gute Form konservieren und von Verletzungen verschont bleiben."

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