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Didier Drogba war Afrikas Fußballer des Jahres 2006 © getty

Die Elfenbeinküste ist dank Didier Drogba bei der WM in Südafrika dabei. Nun wollen die "Elefanten" Größeres erreichen.

Blantyre - Die ganze Elfenbeinküste huldigt Didier Drogba. Doch statt ausgelassen zu feiern, pusteten die "Elefanten" erstmal tief durch.

Es sollte ein Spaziergang zur zweiten Teilnahme an der Fußball-WM werden, doch am Ende war es einzig und allein Superstar Drogba, der das Ticket sicherte.

Der Stürmer des FC Chelsea sollte in Malawi eigentlich geschont werden.

Nach dem überraschenden 0:1-Rückstand musste er doch eingreifen und sicherte dem Team um die Bundesliga-Spieler Guy Demel und Arthur Boka vier Minuten später mit dem 1:1 die Qualifikation für Südafrika.

Zum zweiten Mal dabei

"Es ist erst das zweite Mal, dass wir bei der WM dabei sind", meinte Drogba: "Deshalb ist es gut für uns, und wir sind wirklich glücklich."

2006 in Deutschland hatte sich die Elfenbeinküste bei ihrem ersten Auftritt bei einer WM-Endrunde in die Herzen der Zuschauer gespielt, war aber dennoch in der Vorrunde ausgeschieden.

Bei der ersten WM auf dem Schwarzen Kontinent wollen die Elephants nun wirklich für Furore sorgen.

"Beim ersten Mal war noch alles neu für uns", sagte Torhüter Boubacar Barry: "Diesmal wollen wir nicht nur dabei sein. Wir wollen mindestens eine Runde weiterkommen."

"Müssen Mannschaftsgeist finden"

Trainer Vahid Halilhodzic, Nachfolger des Deutschen Ulli Stielike, schärft dem Team auch ständig ein, sich nicht zu schnell zufriedenzugeben.

"Wir haben viele gute Spieler, aber wir sind noch eine kleine Mannschaft, denn wir haben noch nichts gewonnen", sagte der Bosnier:

"Überall höre ich Lob über meine Mannschaft, aber eine große Mannschaft muss etwas gewinnen. Wir haben große individuelle Klasse, aber wir müssen auch einen Mannschaftsgeist finden."

Bundesligaprofis hoffen

Den Kern des Teams bilden Stars wie Drogba, sein Klubkollege Solomon Kalou sowie die Brüder Kolo (Manchester City) und Yaya Toure (FC Barcelona).

Aus der Bundesliga dürfen sich auch die Hannoveraner Constant Djakpa und Didier Ya Konan Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen.

Unter Umständen dürfen auch Torhüter Stephan Loboue vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth und der bei Borussia Mönchengladbach derzeit nicht berücksichtigte Steve Gohouri noch von der WM träumen.

Angespannte Atmosphäre

Bleibt abzuwarten, ob die athmosphärischen Störungen zwischen Coach und Team mit der erfolgreichen Qualifikation erledigt sind.

Viele Spieler nahmen es Halilhodzic übel, dass er im Sommer mit einem Engagement beim englischen Erstligisten FC Portsmouth liebäugelte.

"Das hat uns etwas weh getan", sagte Torhüter Barry: "Aber er hat sich für die Elfenbeinküste entschieden und uns versichert, dass er gerne unser Trainer ist. Er ist ein knallharter Bursche, aber die Resultate sind da."

Drei Afrika-Teams bereits qualifiziert

Die Elephants sind nach Gastgeber Südafrika und Ghana der dritte bereits feststehende WM-Teilnehmer aus Afrika.

Auf dem besten Weg ist Kamerun nach dem 3:0 gegen Togo. Afrikameister Ägypten wahrte durch ein 1:0 in Sambia seine Chance im Zweikampf mit Algerien. Das letzte Ticket wird an Tunesien oder Nigeria gehen.

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