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Lionel Messi wurde 2008 mit Argentinien Olympiasieger © getty

Lionel Messi in der Kritik: Der Zauberer vom FC Barcelona bleibt in der Nationalmannschaft weit hinter den Erwartungen zurück.

Buenos Aires - Argentinien verliert die Geduld mit seinem liebsten Kind.

Superstar Lionel Messi, der Topfavorit bei der Wahl des Weltfußballers, gerät ausgerechnet vor dem entscheidenden Spiel der argentinischen Nationalmannschaft um ein WM-Ticket am Mittwoch in Uruguay in seiner Heimat immer mehr in die Schusslinie.

Selbst die Fans wenden sich allmählich ab.

Über 21.000 stimmten auf der Homepage der Zeitung "Clarin" ab, ob Argentinien sich den Luxus leisten könnte, Messi im "Endspiel" am Mittwoch auf die Bank zu setzen. Der Anteil von knapp 61 Prozent Ja-Stimmen spiegelt den Stimmungswandel wider.

"Messi enttäuscht"

"Nichts Neues, Messi enttäuscht", titelte die Tageszeitung "La Nacion" nach dem dramatischen 2:1-Sieg gegen Peru, der den Gauchos die direkte Qualifikation für die WM-Endrunde in Südafrika offen hielt. (DATENCENTER: Die WM-Qualifikation)

Für "Ole" war der 1,69 Meter kleine Techniker am Samstag "wegen der nicht übernommenen Verantwortung, wegen seines vergeudeten Talents, wegen seiner fehlenden Verpflichtung" Argentiniens schlechtester Spieler.

"Eine Todsünde", urteilte das Sportblatt und ergänzt: "Die Ausreden gehen langsam aus."

Maradona hält zu Messi

Einzig Nationaltrainer Diego Maradona hält seine Treueschwüre an "La Pulga", dem Floh, aufrecht.

"Die Kritiken an Lio gehen bei mir zum einem Ohr rein und zum anderen raus", versicherte "El Diez", der dem 22-Jährigen in der Seleccion seine Nummer 10 gegeben hat.

"Nach meinem Geschmack hat er gut gespielt", sagte Argentiniens Idol. Für den neutralen Beobachter blieb das Ballgenie jedoch erneut den Beweis seiner Klasse schuldig.

Bei den Katalanen wegen seiner Dribblings und Tore am Fließband gefeiert, warten in Argentinien alle sehnlichst auf eine Messi-Gala.

Gegen Uruguay in der Pflicht

In Barcelona sei Xavi der Anführer und Iniesta das Hirn der Mannschaft, während "La Pulga" auf den letzten Metern entscheidet, meint der Journalist Juan Lagares. In der Nationalelf müsse er aber alle drei Typen auf sich vereinen.

"Ich bin ein Spieler in einer exzellenten Mannschaft", sagte der Gescholtene jüngst nach seiner Vertragsverlängerung bis 2016 beim Champions-League-Sieger.

Für Lagares Kollegen Ignacio Ortelli bräuchte Messi dann auch ein funktionierendes Team um sich. Etwas, das Argentinien heute nicht bieten könne.

Aber noch steht ja ein großes Spiel am Mittwoch aus. Und Ortelli ist sich sicher: "Selbst in seiner schlechtesten Version ist er im Stande, bei zwei oder drei Spielzügen für Gefahr zu sorgen." Und dann hätten sie ihn alle wieder lieb.

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