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Joachim Löw (l.) ist seit Juli 2006 Trainer der deutschen Nationalmannschaft © getty

Bei der Trainersuche in der Türkei wird immer wilder spekuliert: Nun steht angeblich auch Bundestrainer Löw auf der Liste.

Ankara - Überraschung bei der Trainersuche in der Türkei:

Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer türkischer Medien will der nationale Fußball-Verband Bundestrainer Joachim Löw ein Angebot für die Nachfolge des zurückgetretenen Fatih Terim unterbreiten.

"Die Löw-Überraschung", titelte die im Sport sehr gut informierte Tageszeitung "Takvim". Die Überschrift in "Sabah" lautete: "Ein alter Freund kommt."

Löw äußerte sich am Dienstag zurückhaltend.

Türkei für Löw derzeit kein Thema

"Das ist für mich im Moment überhaupt kein Thema", sagte der Bundestrainer: "Ich mache mir darüber überhaupt keine Gedanken, weil wir noch ein Qualifikationsspiel haben und ich alles, was Vertragsgespräche angeht, hintangestellt habe", sagte Löw.

"Wir verlangen von den Spielern, dass ihre volle Konzentration den Spielen gilt und dasselbe gilt natürlich auch für die Trainer." Als "Kenner des türkischen Fußballs" wisse er, "dass dort derzeit viel spekuliert wird und jeden Tag neue Namen gehandelt werden".

Als erfolgreicher, nicht zu alter Ausländer, der nach seiner Station bei Fenerbahce Istanbul und Adanaspor in der Türkei kein Unbekannter ist und die Mentalität kenne, falle Löw genau ins Anforderungsprofil des Verbandes, der angeblich bald das Gespräch suchen wird, schreibt "Sabah".

Hoffen auf Engagement nach WM

Da Löw mit Deutschland für die WM 2010 qualifiziert ist, während die Türken das Ticket für Südafrika verpasst haben, macht sich der Verband angeblich erst Hoffnung auf ein Engagement nach der Weltmeisterschaft.

Der DFB hatte bereits signalisiert, dem Bundestrainer eine Vertragsverlängerung bis 2012 anbieten zu wollen.

Neue Herausforderung für Löw?

"Löw wäre nicht leicht von der deutschen Nationalmannschaft zu lösen", räumte "Sabah" ein: "Denkbar wäre es aber, dass er nach der WM eine neue Herausforderung sucht und das sicher großzügige Angebot aus der Türkei zumindest nicht gleich weglegen wird."

"Takvim" schrieb: "Eine Verpflichtung von Löw würde das türkische Fußball-Gemüt beruhigen."

Zuletzt waren auch Christoph Daum (Fenerbahce Istanbul) und die derzeit arbeitslosen deutschen Ex-Nationalspieler Jürgen Klinsmann und Bernd Schuster als Kandidaten in der Türkei gehandelt worden.

Fener-Boss wirkt auf Daum ein

Daum hatte erklärt, nach Terims letztem Spiel am Mittwoch gegen Armenien könne man "jederzeit über alles reden". Fenerbahce-Vizepräsident Mahmut Uslu soll in der Nacht zum Dienstag mit Nachdruck auf seinen Trainer eingeredet haben.

"Denk nicht einmal im Traum daran", zitierten ihn Medien: "Du bleibst, wo du bist und deine volle Konzentration soll dem Verein gelten." Als Nachfolger Terims angeboten hat sich dagegen Mircea Lucescu.

Der Rumäne, der jedoch am 15. Juli einen Herzanfall erlitten hatte, trainierte in der Türkei bereits Galatasaray und Besiktas Istanbul und gewann mit Schachtjor Donezk im Sommer den UEFA-Cup.

Lucescu bietet sich an

"Dass ich im Gespräch bin, ehrt mich. Ich liebe die Türkei und die Türken lieben mich. Wenn ich ein gutes Angebot bekomme, werde ich es gerne annehmen", sagte Lucescu in der TV-Sendung "Telegol".

Nach Angaben der Zeitung "Fanatic" sei ein mögliches Modell, dass Lucescu Sportdirektor werde, der ehemalige Stürmerstar Hakan Sükür nach dem Vorbild von Oliver Bierhoff Generalmanager und Erdugrul Saglam (Ex-Besiktas) Trainer.

Missverständnis im Fall Terim?

Für Irritationen sorgt unterdessen ein weiterer Bericht der "Takvim", dem zufolge der Rücktritt des Nationaltrainers Fatih Terim angeblich nur ein Missverständnis war.

Der Coach habe mit seiner Rücktritts-Androhung in der Halbzeitpause des WM-Qualifikationsspiels in Belgien am Samstag (0:2) nur die Rückdeckung von Verbands-Präsident Mahmut Özgener provozieren wollen.

"Ich wurde falsch verstanden"

"Ich habe nie gesagt, dass ich zurücktrete", soll Terim vor dem letzten Qualifikationsspiel Türken am Mittwoch in Bursa dem Bursaspor-Präsidenten Ibrahim Yazici gesagt haben.

"Ich wurde falsch verstanden. Aber nachdem der Präsident meinen Rücktritt in der Presse verkündet hat, konnte ich nicht mehr zurück. Dabei hatte man mir zwei Tage vorher noch versichert, bis 2012 mit mir weiterarbeiten zu wollen."

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