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Sami Hyypiä (r.) bestritt 314 Partien für den FC Liverpool © getty

Hamburg soll für den finnischen Nationalverteidiger zu einem guten Pflaster werden. Von dort will er sechs Punkte entführen.

Aus Hamburg berichtet Martin Volkmar

Hamburg - Hamburger Doppelpack für Sami Hyypiä:

Erst kommt der Routinier mit Finnland zum WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland in die Hansestadt (ab 17.30 Uhr LIVE) , Samstag dann mit Bayer Leverkusen zum Spitzenspiel gegen den HSV.

Doch zunächst steht für den seit letzter Woche 36-Jährigen nur sein 103. Länderspiel im Fokus.

"Wenn man mit seinem Nationalteam gegen das Land antreten kann, in dem man Woche für Woche spielt, dann ist das schon etwas Besonderes. Ich freue mich darauf", sagte Hyypiä Sport1.de.

"Diesmal bin ich wohl doppelt interessant"

"Der Trainer tauscht sich sowieso immer viel mit mir aus, aber diesmal ist der Spieler Sami Hyypiä für ihn wohl doppelt interessant. Ein paar Tipps werde ich ihm schon geben können."

Allerdings weiß auch der Routinier, dass die Luft nach der vorzeitigen WM-Teilnahme der DFB-Auswahl ein wenig raus ist:

"Für beide Teams geht es ja um nichts mehr. Wir wollen einfach gut spielen und versuchen, die Qualifikation ordentlich abzuschließen."

Als einziges Team Deutschland Punkte abgenommen

Die Finnen haben mit bislang fünf Siegen und zwei Unentschieden eine der besten Qualifikationen seit Jahren gespielt und Gruppensieger Deutschland als einzige Mannschaft beim 3:3 im Hinspiel Punkte abgenommen.

"Darauf sind wir stolz und vielleicht gelingt uns das noch mal", erklärt Hyypiä und gibt ein hohes Ziel aus:

"Die Deutschen sind Favorit. Aber wir wollen natürlich gewinnen, sonst bräuchten wir ja gar nicht erst anzureisen. Man kann in jedem Spiel etwas erreichen, warum also nicht auch wir in Hamburg. Deutschland im eigenen Land zu bezwingen, wäre ein ganz großes Ding für uns."

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Nur ein Sieg vor 86 Jahren

Zumal es bislang in 21 Länderspielen nur einen Sieg für die Nordeuropäer gab ? und der liegt 86 Jahre zurück.

Die letzten drei Partien endeten immerhin Unentschieden.

Um auch diesmal etwas zu holen, werden die Finnen nach Ansicht von Joachim Löw vor allem versuchen, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen.

"Das ist skandinavische Tradition, ein Spiel zu zerstören und dem Gegner auf die Nerven zu gehen", meinte der Bundestrainer. "Wenn wir nicht agieren, wird es ein langsames Spiel."

Bremer Pasanen fehlt

Dabei verlassen sich die Finnen vor allem auf Abwehrchef Hyypiä, der den Laden nach den Gelbsperren der defensiven Stammkräfte Petri Pasanen (Werder Bremen) und Hannu Tihinen (FC Zürich) zusammenhalten muss.

"Das ist eine Möglichkeit, junge Spieler ins Team zu bringen", meinte Suomis Fußball-Legende Jari Litmanen. Der 38-Jährige ist allerdings eher das Gegenbeispiel für diese These.

Litmanen und Hyypiä sind für Nationaltrainer Stuart Baxter nach wie vor unverzichtbar. Doch beide denken daran, nun endgültig ihre Laufbahn in der Nationalmannschaft zu beenden.161916(DIASHOW: Wer ist in Südafrika dabei?)

In Leverkusen dagegen will Hyypiä nach seinem Abschied nach zehn Jahren beim FC Liverpool noch mal angreifen.

Maßgeblichen Anteil an Bayers Höhenflug

Der Innenverteidiger hat maßgeblichen Anteil an der neuen Stabilität der Bayer-Defensive und damit auch am Höhenflug des aktuellen Tabellenführers.

Deshalb ist es Bayer-Kapitän Simon Rolfes ganz recht, dass es am Mittwoch nur ein Freundschaftsspiel gegen den alten Haudegen gibt und danach gemeinsam das Spitzenspiel beim HSV in Angriff genommen werden kann.

"Es ist schön für alle Beteiligten, dass die WM-Qualifikation vorher geklärt ist und es hoffentlich ein gutes Fußballspiel wird", sagte Rolfes Sport1.de.

"Und danach freue ich mich, Sami bei Bayer wiederzusehen. Er ist auf dem Platz und außerhalb eine sehr wichtige Stütze für uns."

"Hoffentlich bin ich am morgen Abend derjenige, der glücklich ist, wenn wir gemeinsam im Auto nach Leverkusen fahren", meinte Hyypia bei der Pressekonferenz.

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