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Diego Maradona (l.) wurde als Spieler 1986 Weltmeister mit Argentinien © imago

Argentinien sichert sich das Ticket für Südafrika. Der Nationaltrainer attackiert seine Kritiker unterhalb der Gürtellinie.

München - Argentinien hat beim entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Uruguay einen 1:0-Sieg eingefahren und sich somit für die WM-Endrunde in Südafrika 2010 qualifiziert.

Nationalcoach Diego Maradona bewies in der Schlussphase ein glückliches Händchen - das "Händchen Gottes", wenn man so will - und brachte Mario Bolatti, der in der 85. Minute das Siegtor für Argentinien erzielte.

Die erfolgreiche WM-Qualifikation dürfte auch die Debatten um Maradona beruhigen, die ausgebrochen waren, als die WM-Teilnahme der "Albiceleste" zeitweise ernsthaft gefährdet war (DATENCENTER: Alle Ergebnisse der WM-Quali).

Euphorisiert vom Erfolgserlebnis leistete sich Maradona einen vulgären Ausbruch in Richtung seiner Kritiker.

"Ihr könnt mir einen..."

"Denjenigen, die nicht an mich geglaubt haben, sage ich - die Damen mögen das entschuldigen - ihr könnt mir einen blasen", ätzte der 48-Jährige auf der Pressekonferenz in Montevideo.

Speziell die Medien waren damit angesprochen. Die hätten ihn "wie Abfall behandelt". Maradona drohte: "Ich habe ein Gedächtnis und werde mich jetzt mehr als je zuvor erinnern."

Dabei war es für sein Team ein glücklicher Sieg in einem schwachen Spiel, das der Gastgeber weitgehend überlegen gestaltete - und in dem auch Argentiniens Superstar Leo Messi wie so oft im Nationalteam blass blieb.

Mahnende Worte von Veron

Maradona aber wollte sich den Triumph nicht von negativen Zwischentönen verderben lassen - passend zu seiner Selbstbeschreibung: "Ich bin weiß und schwarz, grau werde ich in meinem Leben nie sein."

Und so fasste er die Erkenntnis des Abends auch voller Pathos zusammen: "Heute haben mir die Spieler die Trainerweihen verliehen."

Routinier Juan Sebastian Veron warnt indes davor, im Siegestaumel die Probleme der Elf zu vergessen: "Wir können die Dinge nicht unter den Teppich kehren."

Er fordert eine schonungslose Analyse "von oben bis unten, vom Präsidenten bis zum letzten Spieler".

Uruguay in der Relegation

Für den unterlegenen Gastgeber ist aber noch nichts verloren: Uruguay hat noch die Chance, sich über die Relegation zu qualifizieren.

Konkurrent Ecuador verlor 0:1 in Chile, das Tor für die Mannschaft mit dem Leverkusener Arturo Vidal schoss Humberto Suazo (53.).

Uruguays Gegner in der Relegation wird Costa Rica sein, der Vierte der Qualifikation in Nord- und Mittelamerika.

Brasilien sichert Gruppensieg

Das wie Chile bereits für Südafrika qualifizierte Brasilien behauptete sich durch ein 0:0 gegen Venezuela als Gruppensieger Südamerikas.

Paraguay, das die Selecao noch hätte verdrängen können, verlor 0:2 gegen Kolumbien mit Herthas Adrian Ramos, der die Führung für sein Team erzielte.

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