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Marcello Lippi ist seit Juli 2004 italienischer Nationaltrainer © getty

Fan-Krach trotz Qualifikation: Nationaltrainer Marcello Lippi verärgert Italien durch scharfe Aussagen gegenüber den Tifosi.

Rom - Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi hat mit seiner Kritik an den Tifosi für Verärgerung bei seinem Vorgesetzten und der Fußball-Prominenz gesorgt.

Nach dem 3:2 des Weltmeisters gegen Zypern am vergangenen Mittwoch hatte sich der Nationalcoach wegen der Sprechchöre für den nicht eingeladenen Stürmer Antonio Cassano vom Serie-A-Zweiten Sampdoria Genua und der Pfiffe gegen einige Spieler echauffiert.

"Die Tifosi sollten mehr Respekt für eine Nationalmannschaft haben, die die WM 2006 gewonnen und die Qualifikation geschafft hat. Statt uns anzufeuern, brüllen die Fans die Namen anderer Spieler. Es ist eine Schande! Die Leute sollten die Mannschaft für ihre Leistungen lieben", hatte Lippi erklärt. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse der WM-Quali)

Präsident unterstützt Fans

Das schmeckte dem Präsidenten des italienischen Fußball-Verbandes (FIGC) gar nicht. "Lippi sollte lernen, Kritik zu akzeptieren", meinte Giancarlo Abete.

"Es ist normal, dass Lippi seine Spieler verteidigt. Er muss aber verstehen, dass niemand gegen die Nationalmannschaft ist. Es ist natürlich, dass die Namen bestimmter Spieler gerufen werden", so Abete weiter.

Kritik musste Lippi auch von Ex-Nationaltrainer Dino Zoff hinnehmen.

"Lippi ist arrogant. Die Zuschauer haben das Recht, den Einsatz anderer Spieler zu verlangen. Er kann sich von diesen Forderungen distanzieren, er muss jedoch einen anständigen Ton bewahren", meinte der Weltmeister von 1982.

Lippi mit Rückzieher

Nach den Attacken machte Lippi einen Rückzieher.

"Ich habe vielleicht scharf reagiert, aber wenn man weiß, wieviel Leidenschaft und Enthusiasmus die Nationalspieler zeigen, wenn sie auf dem Spielfeld sind, ist es schwierig, still zu bleiben. Ich habe reagiert, um die Mannschaft zu verteidigen", sagte er.

Lippi weigert sich, den als schwierig geltenden Cassano zu nominieren. Der 26-Jährige hat derzeit großen Anteil daran, das Sampordia Genua punktgleich mit Spitzenreiter und Meister Inter Mailand ist.

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