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Carlos Alberto Parreira war zuletzt Trainer bei Fluminense in Rio de Janeiro © getty

Beim WM-Gastgeber Südafrika soll ein alter Bekannter Nationaltrainer werden. Carlos Alberto Parreira ist der Wunschkandidat.

Jonannesburg - Carlos Alberto Parreira soll wieder für Hoffnung am Kap sorgen:

Knapp acht Monate vor dem Eröffnungsspiel der WM in Südafrika will der Gastgeber keine Experimente mehr machen und den Vorgänger des entlassenen Trainers Joel Santana voraussichtlich als dessen Nachfolger verpflichten.

Alles deutet darauf hin, dass Santanas brasilianischer Landsmann Parreira nach Südafrika zurückkehren wird.

"Brasilianische Schule halten"

"Es gibt starke Anzeichen, dass sie die brasilianische Schule halten wollen, die sich perfekt an den südafrikanischen Fußball angepasst hat," erklärte Parreira, der das am Boden liegende Team wieder aufrichten soll.

"Es gibt die Möglichkeit, dass ich eine Einladung erhalte. Ich wäre dazu geneigt, diese zu analysieren, falls es zutrifft."

Parreira will Sperre lösen

"Der Trainer, der das Amt übernimmt, muss die Sperre in den Köpfen der Spieler lösen. Das Selbstvertrauen dürfte am Boden sein. Es waren zuletzt schließlich acht Niederlagen in kurzer Zeit", sagte Parreira.

Dieser hatte im April 2008 seinen Job nach nur einem Jahr an Santana abgegeben.

Parreira, der Brasilien 1994 zum WM-Titel und insgesamt bereits vier Mannschaften zu einer WM-Endrunde geführt hatte, verzichtete damals auf ein weiteres Engagement, da seine Ehefrau an Krebs erkrankt war.

Zunächst Interimslösung

Nun steht Parreira, der telefonisch bereits mit Santana über die Gründe seiner Entlassung gesprochen hat, offenbar vor einem erneuten Engagement beim WM-Gastgeber.

Dafür spricht auch die Tatsache, dass der südafrikanische Verband SAFA Parreiras bevorzugten Assistenten Jairo Leal nicht entlassen hat.

Die beiden bisherigen Co-Trainer Leal und Pitso Mosimane sollen nach dem Willen der SAFA, deren Spitze sich am Freitag zu weiteren Beratungen treffen will, zunächst als Interimslösung installiert werden.

Allerdings drängt die Zeit. Schließlich wird am 11. Juni 2010 die erste WM in Afrika angepfiffen. Zuvor sind unter anderem Länderspiele gegen Chile, Jamaika und Japan geplant.

Keine leichte Aufgabe

Der südafrikanische Verband hat sich in der Vergangenheit bei der Suche nach dem richtigen Nationaltrainer nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Santana war seit Rückkehr des Landes auf die internationale Bühne nach dem Ende der Apartheid vor 17 Jahren bereits der 16. Trainer der "Bafana Bafana".

Nach der Niederlagenserie konnte sich Santana, der nach eigen Angaben die Entlassung "ganz ruhig" zur Kenntniss genommen hat, aber nicht mehr im Amt halten.

Santana scharf kritisiert

Santana, dessen Länderspiel-Bilanz 10 Siege, 14 Niederlagen und 3 Remis ausweist, musste sich in den vergangenen Wochen scharfe Kritik gefallen lassen.

Die Kritiker warfen dem Coach vor, dass er die falschen Spieler nominiert und nicht nachvollziehbare taktische Entscheidungen getroffen habe.

Zudem sei ein Fortschritt beim Aufbau einer WM-tauglichen Mannschaft nicht zu erkennen gewesen.

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