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Diego Maradona ist seit 2008 Trainer der argentinischen Nationalmannschaft © getty

Maradona verteidigt seine vulgären Aussagen nach dem Uruguay-Spiel und bezeichnet sie als "große Befreiung". Eine Sperre droht.

Buenos Aires - Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona will sich trotz einer drohenden Sperre durch die FIFA nicht für seine verbalen Entgleisungen entschuldigen.

"Ich bereue meine Aussagen nicht. Das war eine große Befreiung. Wenn wir uns nicht qualifiziert hätten, hätte ich nach Haiti auswandern müssen", erklärte Maradona.

"Ich wäre erschossen worden. Aber ich wusste, dass ich mich mit der WM-Qualifikation an den Journalisten rächen werde."

Zugleich versicherte Maradona, dass er sein Leben komplett verändert habe. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse der WM-Quali)

Verbal-Rundumschlag nach Qualifikation

"Ich danke Gott. Ich habe in den vergangenen fünf Jahren weder Drogen genommen, noch einen Nachtklub besucht. Mein Leben hat einen neuen Sinn, ich konzentriere mich total auf die Nationalmannschaft", sagte Maradona.

Nach dem 1:0-Sieg Argentiniens gegen Uruguay und der damit verbundenen Qualifikation für Südafrika war Maradona eine Woche zuvor in einem verbalen Rundumschlag gegen Journalisten in die Vulgärsprache abgeglitten.

Unter anderem Sätze wie "Ihr könnt mir einen blasen - die Frauen mögen mir das verzeihen" waren in Richtung der Medienvertreter gefallen.

Disziplinarverfahren der FIFA

"Nach meiner Aussage hat sich jeder angegriffen gefühlt. Dabei habe ich das gesagt, als die Kinder schon im Bett waren."

Bei der Abfahrt aus dem Stadion hatte sich Dieguito zudem noch zu obszönen Gesten im Teambus hinreißen lassen.

Daraufhin leitete die FIFA Ende der vergangenen Woche ein Disziplinarverfahren gegen Maradona ein.

"Uns blieb keine andere Wahl, als ein Disziplinarverfahren gegen den argentinischen Nationaltrainer einzuleiten", sagte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.

Dem einstigen Fußball-Künstler droht eine Geldstrafe von bis zu 30.000 Dollar (20.000 Euro) und/oder eine Sperre.

Sperre und Geldstrafe

In dem betreffenden FIFA-Statut heißt es:

"Jeder, der die Würde eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen durch verächtliche, diskriminierende oder verunglimpfende Worte oder Handlungen in Bezug auf Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft angreift, wird mit einer Sperre von mindestens fünf Spielen belegt."

Dazu kommen laut Statut ein Stadionverbot und eine Geldstrafe von mindestens 20.000 Schweizer Franken (13.000 Euro). Ist der Täter ein Offizieller, sind dies mindestens 30.000 Schweizer Franken (26.000 Euro).

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