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Cristiano Ronaldo (l.) spielte von 1997 bis 2003 in Lissabon für Sporting © imago

Beim WM-Playoff gegen Bosnien-Herzegowina ist Portugals Supertar zum Zusehen verdammt. Dennoch sind er und das Team optimistisch.

Lissabon - Wenn am Samstag im Estadio da Luz in Lissabon das WM-Playoff-Hinspiel zwischen Portugal und Bosnien-Herzegowina (Sa., 21.30 Uhr, alle Spiele ab 16.45 Uhr LIVE) ausgetragen wird, ist Cristiano Ronaldo nur Zuschauer. 162841(Bilder der WM-Quali)

"Es ist wirklich frustrierend, dass ich nicht in der Lage bin, Portugal in solch einem entscheidenden Moment zu helfen", sagte der 94-Millionen-Euro-Mann von Real Madrid, den eine Knöchelverletzung zu einer Zwangspause zwingt.

Zweckoptimismus in Portugal

Doch in Portugal hat längst der Zweckoptimismus eingesetzt, zumal das Team von Trainer Carlos Queiroz die letzten Schritte in die Playoffs auch schon ohne den Stürmerstar geschafft hatte.

Beim 3:0-Erfolg im vorletzten Qualifikationsspiel gegen Ungarn musste Ronaldo wegen der Blessur am Sprunggelenk schon nach 27 Minuten ausgewechselt werden, im letzten Spiel gegen Malta fehlte er dann ganz.

Und portugiesische Zeitungen rechnen ihren Lesern schon vor, dass der Weltfußballer bei seinen letzten zwölf Länderspielen ohnehin nur ein einziges Tor geschossen hat, und das noch per Elfmeter.

Queiroz' Bemühungen vergeblich

Queiroz hatte dennoch in den letzten Tagen alles versucht, seine Galionsfigur doch noch an Bord zu bekommen.

Gegen den Willen von Real Madrid hatte er Ronaldo trotz der Verletzung zur Nationalmannschaft eingeladen, die Spanier lenkten dann ein und stimmten einer weiteren Untersuchung durch die portugiesischen Verbandsärzte zu.

Die bestätigten dann allerdings die Befürchtungen. "Der Spieler ist körperlich nicht in der Lage, an den Spielen teilzunehmen", teilte der Verband am Dienstagabend mit.

Zum Feiern zu den Jungs in die Kabine

Zumindest als Mutmacher will der nach seinem Transfer von Manchester United nach Madrid im Sommer teuerste Fußballer der Welt der "Seleccao" zur Verfügung stehen, die erstmals seit der WM 1998 in Frankreich wieder ein großes Turnier verpassen könnte.

"Ich gehe ins Stadion, um mein Team zu unterstützen. Ich bin sicher, dass wir genug Qualität haben", sagte der Stürmer:

"Danach gehe ich in die Kabine, um den ersten von zwei Schritten zu feiern." Das Rückspiel findet am kommenden Mittwoch (18. November) in Zenica statt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spieplan WM-Quali)

Deco und Simao als Hoffnungsträger

Im Sturm müssen jetzt Atletico Madrids Routinier Simao, Sporting Lissabons Liedson und Werder Bremens Hugo Almeida für den Superstar in die Bresche springen.

Zudem hofft Queiroz, dass Mittelfeldregisseur Deco seine gute Form aus den letzten Spielen beim FC Chelsea auch im Nationaltrikot halten kann.

Auch Wolfsburgs Costa nominiert

"Wir müssen unsere Erfahrung und unsere Reife ausspielen", sagte Queiroz, der neben Almeida aus der Bundesliga noch den Wolfsburger Ricardo Costa berufen hat, und versuchte, die Bedeutung der Partie herunterzuspielen:

"Es mag aussehen wie das Spiel unseres Lebens. Aber es wird wichtig sein, dass die Spieler die Ruhe finden, es einfach als ein weiteres wichtiges Spiel ihrer Karriere zu sehen."

Respekt vor Bosniens Bundesligastars

Stattdessen warnte der portugiesische Coach vor der Klasse des Gegners. "Sie haben Spieler, die alleine Spiele entscheiden können", sagte er und nannte unter anderem das Wolfsburger Duo Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic.

Neben diesen beiden stehen auch die Hoffenheimer Vedad Ibisevic und Sejad Salihovic im bosnischen Team, das von der ersten WM-Teilnahme träumt.

Ibisevic: Ronaldos Ausfall nicht zwingend ein Vorteil

Nach Meinung von Ibisevic wird die Aufgabe durch den Ausfall von Ronaldo allerdings nicht leichter.

"Über das Fehlen von Cristiano Ronaldo mache ich mir keine Gedanken. Portugal hat genügend überragende Spieler", sagte der Stürmer:

Salihovic fügte hinzu: "Ronaldo wäre wohl über meine Seite gekommen. Darauf hatte ich mich schon eingestellt. Jetzt ist er zwar nicht dabei, aber auch ohne ihn wird es natürlich eine schwere Aufgabe für uns."

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