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Obafemi Martins (M.) wurde mit zwei Treffern gegen Kenia zum Mann des Tages © imago

Wirbel in Afrika: Nigeria und Kamerun haben ihre Tickets für die WM 2010 sicher, Ägypten und Algerien müssen dagegen nachsitzen.

Kairo/Paris - Nigeria und Kamerun haben ihre Tickets für die Weltmeisterschaft 2010 sicher.

Ägypten und Algerien müssen dagegen nachsitzen und sorgten durch Krawalle nach dem direkten Aufeinandertreffen für Aufmerksamkeit 162841(Bilder der WM-Quali).

Nigeria qualifizierte sich in Gruppe B dank zweier Treffer des Wolfsburgers Obafemi Martins beim 3:2 (0:1)-Sieg gegen Kenia in Nairobi für die Endrunde in Südafrika.

Kamerun machte in Gruppe A durch ein 2:0 (1:0) in Marokko seine sechste WM-Teilnahme perfekt.

Ägypten erzwang durch ein 2:0 (1:0) gegen Algerien in der Nachspielzeit ein Entscheidungsspiel am 18. November im Sudan (DATENCENTER: Ergebnisse und Spieplan WM-Quali).

Zuvor standen neben Gastgeber Südafrika bereits Ghana und die Elfenbeinküste als Afrika-Teilnehmer fest.

Unschöne Szenen gab es derweil in Kairo.

Laut Augenzeugenberichten schritt die Polizei nicht ein, als nach Spielende Mannschaftsbus und Busse mit algerischen Fans von ägyptischen Fanatikern mit Steinen und anderen Wurfgeschossen attackiert worden sind.

Attacken auf Busse

Dabei sollen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MENA insgesamt 12 Ägypter und 20 Algerier verletzt worden sein. Drei Verletzte konnten noch nicht aus dem Krankenhaus entlassen werden, sollen aber in stabilem Zustand sein.

Schon bei der Ankunft der algerischen Mannschaft hatte es auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel Attacken gegeben, dabei sollen auch algerische Spieler verletzt worden sein.

Die Algerier bemängelten gewollt mangelnden Polizeischutz. Alle Scheiben des Mannschaftsbusses zersplitterten.

Beim Spiel liefen drei Spieler mit sichtbaren Verletzungen auf. Die Ägypter sprachen ihrerseits von einer "Inszenierung".

Das Ergebnis hat sogar Auswirkungen in Frankreich gehabt, wo algerische Migranten in Lyon und Marseille ihrer Wut freien Lauf gelassen haben, nachdem das Tor in der Nachspielzeit die WM-Qualifikation Algeriens verhindert hat.

Krawalle auch in Frankreich

Im Hafen von Marseille wurden sechs Freizeitschiffe in Brand gesetzt, von denen zwei sanken. Es kam - wie in Lyon - zu Sachschäden an Gebäuden und Autos.

Hundertschaften von Polizei mussten aufgebrachte Algerier oder Franzosen algerischer Herkunft in Schach halten. Es wurde Tränengas eingesetzt.

Nigeria feiert Martins

Der Mann des Tages bei Nigeria war Martins. Der Wolfsburger glich zunächst in der 62. Minute die Führung der Kenianer durch Dennis Oliech (16.) aus und erzielte in der 83. Minute den Siegtreffer.

Dazwischen hatte Aiyagbeni Yakubu (66.) Nigeria in Führung gebracht, ehe Allan Watende (78.) für Kenia egalisierte.

Mit zwölf Punkten lagen die Super Eagles am Ende einen Zähler vor Tunesien, das durch ein 0:1 (0:0) in Mosambik die Tabellenführung am letzten Spieltag noch aus den Händen gab.

Eto'o trifft für Kamerun

Weniger spannend war es beim Kameruner Sieg in Fes.

Dort machten Achille Webo (18.) und Samuel Eto'o (52.) den Erfolg des ersten afrikanischen WM-Viertelfinalisten (1990) perfekt.

Mit 13 Punkten lag Kamerun vier Zähler vor Verfolger Gabun, der zum Abschluss 0:1 (0:0) in Lome gegen Togo verlor.

Ein echtes Endspiel um den Gruppensieg gab es vor 70.000 Zuschauern in Kairo.

Der Sieg der Ägypter vertagte die Entscheidung, weil beide Teams mit 13 Punkten und 9:4 Toren in der Gruppe C nun gleichauf liegen.

Nach dem frühen 1:0 durch Zaki bereits in der zweiten Minute mussten die Gastgeber bis zur fünften Minute der Nachspielzeit warten, ehe ihnen das erlösende 2:0 durch Emad Metaeb gelang.

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