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Otto Rehhagel war von 1981 bis 1995 Trainer des SV Werder Bremen © getty

Griechenlands Trainer rechnet sich weiter gute Chancen auf die WM aus. Neben Rehhagel droht einem weiteren Trainer-Oldie der K.o.

Frankfurt/Main - Ein eigener Koch im Schlepptau, Schweinegrippe-Impfung für die ganze Mannschaft und jede Menge Trotz:

"König" Otto Rehhagel überlässt mit Blick auf seine drohende Fußball-Rente nichts dem Zufall.

Doch sollte der 71-Jährige mit der griechischen Nationalmannschaft am Mittwochabend (ab 18.45 Uhr LIVE) im Play-off-Rückspiel in der Ukraine (Hinspiel: 0:0) die WM-Endrunde in Südafrika 2010 verpassen, würde das den Schlusspunkt einer großen Trainer-Karriere bedeuten.

"Darüber denke ich jetzt nicht nach, denn wir haben noch alle Chancen im Rückspiel", sagte Rehhagel vor seinem möglicherweise letzten Auftritt als Coach. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spieplan WM-Quali)

Trapattoni oder Domenech?

In Giovanni Trapattoni steht möglicherweise ein weiterer Trainer-Routinier vor seinem Abschiedsspiel.

Der frühere Coach von Bayern München und des VfB Stuttgart muss am Mittwoch mit Irland eine 0:1-Heimspielniederlage gegen Frankreich aufholen.

Sollte Trapattoni dies in Paris gelingen, müsste indes der unbeliebte französische Coach Raymond Domenech nach fünf Jahren auf der Bank der "Equipe Tricolore" seinen Hut nehmen. 162841(Bilder der WM-Quali)

Bundesliga-Sextett hofft noch

Trotz Hinspiel-Niederlagen darf auch ein "deutsches" Sextett weiter vom WM-Ticket träumen.

Das mit vier Bundesliga-Legionären gespickte Bosnien-Herzegowina rechnet sich im Heimspiel gegen Portugal (Hinspiel: 0:1) ebenso noch Chancen aus wie Slowenien mit den Kölner Profis Milivoje Novakovic und Miso Brecko.

Der Außenseiter hatte den ersten Vergleich bei EM-Halbfinalist Russland nur knapp mit 1:2 verloren.

Deutlich rosiger gestaltet sich die Play-off-Situation für Uruguay. Der zweimalige Weltmeister geht nach dem 1:0 in Costa Rica als hoher Favorit ins Rückspiel.

In einer Entscheidungspartie auf neutralem Boden im Sudan ermitteln unterdessen Ägypten und Algerien den letzten afrikanischen WM-Teilnehmer.

Griechenland ohne eigene Fans

Beim zukunftsweisenden Spiel in Donezk muss Otto Rehhagel nach der enttäuschenden Nullnummer in Athen und medialer Kritik an seiner "Mauertaktik" ("Otto war nicht in WM-Form") auch noch auf die Unterstützung der eigenen Fans verzichten.

Aus Angst vor der Schweinegrippe wurden zwei Charterflüge gestrichen.

Um sich selbst vor dem Virus zu schützen, hatten sich die Nationalspieler bis auf Torhüter Alexandros Tzorvas (Allergie) allesamt impfen lassen.

Bei der Reise ins Ungewisse gehört zudem ein Koch, der unter anderem sein eigenes Wasser mitbringt, dem Tross an.

Und auch Psychotricks bleiben nicht aus: Zuletzt gab es Ärger um die Höhe der Miete für den Trainingsplatz der Griechen in Donezk.

Stürmer Theofanis Gekas ficht das alles nicht an:

"Wir sind im Vorteil, denn die Ukraine muss das Spiel machen. Unsere Stärke liegt im Kontern", sagte der Leverkusener.

Iren zuversichtlich

Auch Trapattoni ist vor dem Endspiel im ausverkauften Stade de France von St. Denis zuversichtlich.

"Wir können auch auswärts Tore schießen. Wenn wir mit Leidenschaft und Selbstvertrauen spielen, ist alles möglich", sagte der Italiener in Diensten der Iren, die in der WM-Qualifikation kein Spiel verloren hatten.

Die Entscheidung über seine Zukunft wird aber am Mittwoch in St. Denis fallen. Auf eine angebotene Vertragsverlängerung bis 2012 hat der Maestro bislang nicht reagiert.

Domenech unter Druck

Trapattonis französisches Pendant Domenech indes spürt trotz der guten Ausgangsposition den großen Druck auf seinen Schultern.

"Noch ist nichts gewonnen. Es wird ein hartes Stück Arbeit", betonte der 57-Jährige, der um sein angekratztes Image weiß:

"Jedes Spiel könnte mein letztes sein."

Die Franzosen müssen die verletzten Eric Abidal, Jeremy Toulalan und Abou Diaby ersetzen.

Dzeko will es besser machen

Bosnien-Herzegowina setzt im Rückspiel gegen Portugal in Maribor besonders auf sein zuletzt glückloses Bundesliga-Stürmerduo Edin Dzeko und Vedad Ibisevic.

"Wir hatten in Portugal drei Aluminiumtreffer. Das müssen wir besser machen", sagte der Wolfsburger Dzeko.

Und auch für die Slowenen ist noch nicht aller Tage Abend.

"Unsere Chancen liegen bei 50:50", meinte Novakovic vor dem Duell mit den Russen in Maribor.

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