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Petit (l.) absolvierte sein letztes Länderspiel im EM-Viertelfinale 2008 gegen Deutschland © imago

Kölns Mittelfeldstar Petit spricht über die Chancen seiner Landsleute in den Playoffs und seine Ziele in der Bundesliga.

Von Thorsten Mesch

Köln - Wenn Portugal heute zum alles entscheidenden WM-Playoffspiel in Bosnien antritt (ab 20.30 Uhr LIVE), drückt Petit wie Millionen seiner Landsleute vor dem Fernseher die Daumen.

Bis letztes Jahr gehörte der Mittelfeldspieler des 1. FC Köln über Jahre zur "Seleccao", mit der er an den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 sowie den Europameisterschaften 2004 und 2008 teilnahm.

Daher kennt der 57-malige Nationalspieler das portugiesische Team bestens und zeigt sich im Gespräch mit Sport1.de zuversichtlich, dass seine Landsleute das 1:0 aus dem Hinspiel über die Zeit bringen werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan WM-Quali)

Portugal erwartet "Hölle auf Erden"

Doch den WM-Vierten erwartet im bosnischen Zenica "die Hölle auf Erden", wie die Sportzeitung "A Bola" schrieb. 162841(Bilder der WM-Quali)

Schon nach der Landung in Sarajevo wurden die Portugiesen zunächst sehr langsam abgefertigt und danach von bosnischen Anhängern beschimpft, bespuckt und bedroht.

Zudem heizen die einheimischen Medien die Stimmung mit der Verschwörungstheorie an, die FIFA wolle unbedingt, dass Portugals derzeit verletzter Superstar Cristiano Ronaldo bei der WM in Südafrika dabei sei.

Wiedersehen mit Ibisevic und Salihovic

Auch Petit spricht von einer "sehr schweren Aufgabe" und warnt vor allem vor den Bundesliga-Legionären der Bosnier.

Zwei davon, Vedad Ibisevic und Sejad Salihovic, wird der 33-Jährige am Samstag im Bundesliga-Duell zwischen Köln und Hoffenheim wiedersehen.

Beim FC läuft es bislang allerdings noch nicht wie erhofft, wie Petit bei Sport1.de zugibt.

Sport1.de: Portugal bangt um die WM-Teilnahme. Wie sehen Sie die Chancen?

Petit: Das wird eine sehr schwere Aufgabe. Bosnien hat viele gute Spieler und spielt zu Hause. Aber ich denke, Portugal hat mehr Qualität im Team.

Sport1.de: Welche Qualität hat Bosnien?

Petit: Die Bundesligaprofis sind Spieler von internationalem Format. Edin Dzeko spielt mit Wolfsburg in der Champions League, auf ihn müssen die Portugiesen besonders achten.

Sport1.de: Mit welcher Taktik wird Portugal ins Spiel gehen?

Petit: Ich glaube, dass sie versuchen werden, hinten gut zu stehen und die Bosnier mit schnellen Kontern zu überraschen. Die Abwehr der Bosnier ist ihr Schwachpunkt, und das muss Portugal ausnutzen.

Sport1.de: Was könnte die Aufgabe für Portugal kompliziert machen?

Petit: Zum Beispiel die Bedingungen vor Ort. Der Platz ist sehr eng und der Rasen nicht besonders gut. Das könnte ein Vorteil für Bosnien sein.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie das Fehlen von Cristiano Ronaldo?

Petit: Das ist natürlich schade, denn Cristiano ist ein wichtiger Spieler für die Nationalmannschaft und für Real Madrid.

Sport1.de: Haben Sie selber noch Hoffnung auf eine WM-Teilnahme?

Petit: Nein, das Thema ist für mich seit der Europameisterschaft beendet.

Sport1.de: Und im Verein? Können Sie sich vorstellen, noch länger für den 1. FC Köln zu spielen?

Petit: Ich habe noch Vertrag bis 2010 und eine Option. Ich fühle mich fit und würde gern noch zwei oder drei Jahre spielen.

Sport1.de: Das Spiel des FC in dieser Saison könnte man bisher mit "hinten hui, vorne pfui" zusammenfassen. Woran liegt das?

Petit: Das stimmt, in der Abwehr stehen wir sehr gut, aber im Sturm hapert es. Wir haben im Angriff international erfahrene Spieler wie Milivoje Novakovic und Lukas Podolski, aber wir kreieren zu wenige Chancen. Daran müssen wir alle arbeiten. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das verbessern werden.

Sport1.de: Mit Podolski und Maniche sind im Sommer zwei wichtige Spieler neu ins Team gekommen. Wie beurteilen Sie die beiden?

Petit: Maniche hat schon in einigen internationalen Spitzenklubs gespielt, die Champions League gewonnen und bei Welt- und Europameisterschaften gespielt. Mit seiner großen Erfahrung ist er sehr wichtig für die Mannschaft. Poldi ist ein Junge aus dieser Stadt, der mit der deutschen Nationalmannschaft schon viel erreicht hat. Ich hoffe, dass es auch bei uns für ihn besser läuft und er ein paar Tore für den FC schießt.

Sport1.de: Der FC steht nach gut einem Drittel der Saison auf Platz 13. Was sind Ihre Ziele?

Petit: Wir sind noch im Pokal dabei und wollen da so weit wie möglich kommen. In der Bundesliga wollen wir uns stabilisieren. Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt.

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