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Otto Rehhagel steht zum 100. mal bei einem griechischen Länderspiel in der Verantwortung © imago

Die Griechen setzen in der Ukraine auf "kontrollierte Defensive", Bosnien muss gegen Portugal auf Misimovic verzichten. Die Fakten.

Zusammengestellt von Thorsten Mesch

Düsseldorf/München ? Griechenlands Trainer Otto Rehhagel will sich endlich seinen WM-Traum erfüllen, Russlands Coach Guus Hiddink sorgt sich um seine vierte Endrunden-Teilnahme. 174499(Bilder der WM-Playoffs)

In den WM-Playoffs (ab 18.25 Uhr LIVE) will zudem Giovanni Trapattoni mit Irland in Frankreich doch noch die Überraschung schaffen, auch Bosnien-Herzegowina hofft gegen Portugal auf die Sensation.

Sport1.de fasst das Wichtigste zu den WM-Playoffs zusammen:

Ukraine - Griechenland (Hinspiel 0:0)

Mit einem 0:0 wäre seine Mannschaft nicht ausgeschieden, mit einem 1:1 im Playoff-Rückspiel in der Ukraine wären seine Griechen in Südafrika dabei. Mit einer "kontrollierten Defensive" will sich Otto Rehhagel mit Griechenland seinen späten Traum von der ersten WM-Teilnahme erfüllen.

"Das ist die Philosophie der Griechen und ihres Trainers. Sie setzen auf eine solide Verteidigung", sagt der ukrainische Superstar Andrej Schewtschenko vor dem Rückspiel in Donezk.

Der ehemalige Milan- und Chelsea-Profi, der wieder in seiner Heimat bei Dynamo Kiew spielt, fürchtet die Spielweise der Gäste: "Sie lassen einem nicht viel Raum und werden versuchen, aus dem Nichts zuzustoßen."

So wie 2004, als Rehhagel Griechenland völlig überraschend zum EM-Titel führte. Damals köpfte Angelos Charisteas im Finale das 1:0 gegen Gastgeber Portugal.

Weil Rehhagel wohl erneut nur einen Stürmer aufbieten wird, ruhen die Hoffnungen diesmal vor allem auf Theofanis Gekas von Bayer Leverkusen.

Der sieht das 0:0 aus dem Hinspiel sogar als gute Ausgangssituation: "Unsere Stärke liegt im Kontern. Wir sind im Vorteil, denn die Ukraine muss das Spiel machen." Das sieht Ukraine-Mittelfeldchef Anatolyi Tymoshchuk anders. "Wir haben das Gefühl, die bessere Mannschaft zu sein", sagt der Bayern-Profi.

Slowenien - Russland (Hinspiel 1:2)

Vor dem Rückspiel in Maribor geht bei den Russen die Angst vor dem Aus um. "Ich bin unruhig, denn wir müssen dort alles zeigen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir mindestens ein Tor erzielen und das WM-Ticket lösen", sagt Russlands Trainer Guus Hiddink.

2006 führte er den Außenseiter Australien ins Achtelfinale, 2002 erreichte er mit Südkorea, 1998 mit seiner Heimat Niederlande sogar das Halbfinale. Doch das 2:1 aus dem Hinspiel in Moskau erscheint ihm nun als sehr dünnes Polster

"Es ist ärgerlich. Wir hätten mit einem deutlich größeren Vorsprung hier nach Maribor fliegen müssen", sagt Hiddink. "Wir sind nicht klug gewesen, aber wir können es ja selbst korrigieren."

Sloweniens Torjäger Milivoje Novakovic und seine Landsleute, unter anderem der Kölner Teamkollege Miso Brecko, gehen motiviert durch das späte 1:2 von Nejc Pecnik ins Rückspiel. "Jetzt stehen unsere Chancen bei 50:50. Wir sind ein kleines Volk mit großem Herzen, das ist unser Geheimnis", sagt Novakovic.

Bosnien - Portugal (20 Uhr, Hinspiel 0:1)

"Wir werden von Beginn an angreifen wie hungrige Wölfe. Die Portugiesen werden von der Atmosphäre erschrocken sein", sagt Bosniens Coach Miroslav Blazevic. Allerdings meldete sich am Dienstagabend der Wolfsburger Zvjezdan Misimovic mit einer Knieverletzung aus dem Hinspiel verletzt ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spieplan WM-Quali)

Neben Misimovics VfL-Teamkollegen Edin Dzeko sowie den Hoffenheimern Sejad Salihovic und Vedad Ibisevic rückt wahrscheinlich der Frankfurter Zlatan Bajramovic in die Startelf.

"Mit den Fans in Zenica im Rücken ist alles möglich", glaubt er. Bosnien braucht einen Sieg mit zwei Toren Differenz zum Weiterkommen oder zumindest ein 1:0 für eine Verlängerung oder ein Elfmeterschießen.

Für das vier Millionen Einwohner zählende Land, das erst 1992 unabhängig wurde, wäre es die erste WM-Teilnahme.

Frankreich - Irland (21 Uhr, Hinspiel 1:0)

Nach der unglücklichen Niederlage in Dublin und dem Ärger nach der Partie muss Irlands Trainer Giovanni Trapattoni die Wut seiner Spieler in die richtigen Bahnen leiten.

"Wir sind Iren, wir spielen mit unserem Herzen", sagt der Italiener: "Wir können in Paris ein Tor erzielen. Ich hoffe vor allem auf die Standards. Ich werde auf alle Fälle dieselbe Mannschaft aufstellen."

Der zwölfte Mann für Trapattonis Team könnten die irischen Fans sein. Bis zu 25.000 werden in Saint-Denis erwartet. Trapattoni ist "zuversichtlich", weil Frankreich auch zuhause immer für ein Gegentor gut sei.

Nicht nur wegen der irischen Invasion fordert Frankreichs umstrittener Coach Raymond Domenech die Unterstützung des eigenen Anhangs "von der ersten bis zur letzten Minute".

"Wir sind noch nicht qualifiziert", warnt Domenech. "Ich hoffe, dass die Spieler genauso ungeduldig sind wie ich. Ungeduldig, das Spiel zu spielen. Ungeduldig, da rauszugehen und zu zeigen, dass wir das bessere Team sind. Ungeduldig, sich zu qualifizieren."

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