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Die irische Nationalmannschaft qualifizierte sich zuletzt 2002 für eine Weltmeisterschaft © getty

Der irische Verband hat keine Hoffnungen mehr, nachdem die FIFA ein Entscheidungsspiel gegen Frankreich ausgeschlossen hatte.

Dublin - Der irische Verband hat seine Anstrengungen, eine Wiederholung des WM-Play-off-Spiels in Frankreich (1:1 n.V.) zu erreichen, aufgegeben.

Dies gab der irische Verband FAI am Samstag bekannt.

Dennoch protestierten am Samstag rund 200 irische Fans vor der französischen Botschaft in Dublin und forderten ein Wiederholungsspiel.

Der FAI hatte bei der FIFA sogar zweimal eine Wiederholung in Frankreich beantragt, nachdem die Franzosen nur nach einem Handspiel von Torvorbereiter Thierry Henry die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika geschafft hatten.(DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Henry für Wiederholung

Der Stürmerstar des FC Barcelona hatte in der Verlängerung den Ball im Strafraum mit der Hand mitgenommen und danach die Vorarbeit zum 1:1-Endstand durch die William Gallas geleistet. Das Hinspiel hatten die Franzosen 1:0 in Dublin gewonnen.

Henry hatte das Handspiel bestätigt und sich im Nachhinein selbst für ein Wiederholungsspiel stark gemacht. "Das wäre die gerechteste Lösung", sagte der Franzose "Sky Sports News".

"Aber das liegt nicht in meiner Macht. Es tut mir sehr leid für die Iren, sie hätten es absolut verdient, in Südafrika dabei zu sein."

Entscheidung ist endgültig

Der Weltverband hatte bereits am Freitag erklärt, dass es keine Wiederholung der Begegnung geben könne.

"Die FIFA stellt fest, dass das Spielergebnis nicht abgeändert und das Spiel nicht wiederholt werden kann", hieß es in einer Mitteilung.

"Wie die Spielregeln eindeutig aussagen, werden während eines Spiels Entscheidungen durch den Schiedsrichter getroffen, und diese Entscheidungen sind endgültig."

Verständnis für "Übeltäter"

Über das Verhalten von "Übeltäter" Henry wird derweil viel diskutiert. DFB-Präsident Theo Zwanziger und Arsenal-Coach Arsene Wenger äußerten sich verständnisvoll.

"Er hat betrogen. Das ist Betrug", sagte Zwanziger. "Ich weiß aber nicht, ob die Franzosen geklatscht hätten, wenn Henry zum Schiedsrichter gegangen wäre und das Handspiel zugegeben hätte."

Auch Henrys langjähriger Trainer Arsene Wenger nahm den Kapitän der "Equipe Tricolore" in Schutz.

"Der Fußball und der Sport sind voll von Helden, die zehnmal mehr als Thierry betrogen haben", sagte der Coach des FC Arsenal.

Zwanziger fordert Zurückhaltung

"Die Leute, die Schiedsrichter kaufen oder Drogen nehmen sind die wahren Betrüger. Henry hat Jahre ehrlichen Verhaltens hinter sich, es ist ungerecht, wie ihn die Leute attackieren."

Zwanziger forderte seinerseits zur Zurückhaltung in der Beurteilung von Henrys Aktion auf:

"Fair Play ist einfach, wenn es um nichts geht. Wir haben nicht das Recht zu sagen, was er hätte tun sollen, ohne dass wir uns selbst in so einer Situation befunden haben."

Für Zwanziger bleibe Henry dennoch ein großer Sportsmann. Er habe es jedoch verpasst, "sich durch eine große Aktion unsterblich zu machen".

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