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Eröffnet wird die WM am 11. Juni, das Finale findet am 11. Juli statt © getty

Sport1.de stellt WM-Gastgeber Südafrika vor: Nur ein Sieg aus den letzten elf Spielen. Dem Optimismus tut das keinen Abbruch.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Die Erwartungshaltung ist riesig, das spürt man auch in den Tagen vor der Auslosung.

Die WM am Kap der guten Hoffnung soll für ganz Südafrika die Wende in eine bessere Zukunft bringen.

Ziel ist nicht weniger, als dass diese erste Weltmeisterschaft in Afrika das Image des gesamten Kontinents zum Positiven verändert.

Und im Zentrum dieser großen Träume steht natürlich der Gastgeber. Südafrika hofft auf einen großen wirtschaftlichen Aufschwung mit rund 500.000 zusätzlichen Jobs.

Der Welt als Regenbogennation präsentieren

Doch der Sport hat hier schon viele Brücken zwischen den ethnischen Gruppen gebaut. Exemplarisch dafür stehen die Triumphe bei der legendären Rugby-WM 1995 und dem Afrika-Cup 1996.

Aber auch der unerwartete Halbfinal-Einzug beim Confed-Cup im Sommer sorgte für ungewohnte Begeisterung quer durch alle Rassen und Schichten.

Dieser überzeugende Auftritt der "Bafana Bafana", vor allem am Ende gegen Brasilien (0:1) und Spanien (2:3), ist die große Hoffnung der einheimischen Fans.

"Bafana Bafana" seit Jahren auf Talfahrt

Denn ansonsten spricht fast nichts für eine erfolgreiche Heim-WM, die südafrikanische Nationalelf befindet sich seit Jahren auf Talfahrt. Nach den beiden knappen Vorrunden-K.o.?s bei den Weltmeisterschaften 1998 und 2002 wurde 2006 klar die Endrunde in Deutschland verpasst.

Beim Afrika-Cup 2008 schied das Team dann schon in der Vorrunde aus und bei der Kontinentalmeisterschaft Anfang 2010 in Angola ist man nach dem Scheitern in der Qualifikation gar nicht dabei.

Nur ein Sieg in den letzten elf Spielen

Kein Wunder: In den letzten elf Länderspielen gelang der inzwischen auf Platz 85 der Weltrangliste abgerutschten Auswahl gerade mal ein Sieg: 1:0 gegen Madagaskar.

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Den Südafrikanern fehlt im Vergleich zu Konkurrenten wie der Elfenbeinküste und Kamerun einfach die Qualität, gerade mal vier Treffer gelangen in den besagten elf Partien.

Selbst die bekannteren Profis wie Stürmer Benny McCarthy von den Blackburn Rovers sind in ihren Klubs in Europa nur zweite Wahl. Hinzu kommen Korruption und fehlende Konzepte im Verband, der immer wieder durch Machtkämpfe lahm gelegt wird.

162841(DIASHOW: Das sind die WM-Teilnehmer)

Parreira soll es erneut richten

Trotzdem wurde Nationaltrainer Joel Santana als Schuldiger ausgemacht und im Oktober durch seinen Landsmann und Vorgänger Carlos Alberto Parreira ersetzt. Der Rekordcoach, der vor seiner sechsten WM-Teilnahme mit der fünften Nation steht, versucht sich seitdem im Gesund beten.

So verkündete der 66-Jährige vor seinem Doppel-Debüt im November gegen Japan und Jamaika: "Das ist ein Neuanfang, es soll der Wendepunkt werden."

"Erst Achtelfinale, danach ist der Himmel die Grenze"

Beide Spiele endeten dann eher trostlos 0:0, doch Parreira bleibt bei seinem Optimismus: "Die Wahrheit ist die WM. Ich bin guter Hoffnung, dass wir das Achtelfinale erreichen. Und danach ist der Himmel die Grenze."

Immerhin hat schon manchem WM-Ausrichter die Gastgeberrolle Flügel verliehen, etwa den Südkoreanern, die 2002 bis ins Halbfinale stürmten. Ein frühes Ausscheiden der Südafrikaner würde dagegen wie ein Stimmungstöter wirken.

"Es wäre sehr wichtig, wenn Südafrika möglichst lange im Turnier bleibt", sagte daher Ex-Bundestrainer Berti Vogts Sport1.de:

"Ich hoffe es für die Weltmeisterschaft, die Nationalmannschaft und das ganze Land. Ein Vorteil könnte dabei sein, dass Südafrika als Gruppenkopf gesetzt ist."

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