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Thierry Henry wurde mit Frankreich 1998 Welt- und 2000 Europameister © imago

Joseph Blatter muss in Kapstadt einen doppelten Rückzieher machen. Hollywood-Star Charlize Theron macht sich über die FIFA lustig.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Sepp Blatter war seine Verhältnisse ungewohnt kurz angebunden bei seiner ersten Pressekonferenz in Kapstadt vor der WM-Auslosung am Freitag (ab 18 Uhr LIVE).

Vermutlich, weil er wenig Konkretes zu verkünden hatte und zugleich einige Rückzieher machen musste.

Schließlich hatte der FIFA-Präsident noch zu Wochenbeginn die Einführung von Torrichtern bei der Weltmeisterschaft in Südafrika als Option bezeichnet.

Zu wenig Erfahrungen in der Europa League

Doch das Exekutivkomitee mit Vize-Präsident Franz Beckenbauer lehnte das auf einer außerordentlichen Sitzung ab, weil der Versuch mit Torrichtern in der Europa League noch zu wenig Erfahrungswerte gebracht habe.

"Es gibt nur einen Schiedsrichter, und der steht auf dem Platz", erklärte Blatter. Darüber hinaus erteilte der Schweizer den Forderungen nach einem Videobeweis im Fußball erneut eine Absage.

Denkbar sei hingegen für die Zukunft der Einsatz eines Torchips im Ball. Darüber und über den Nutzen von Torrichtern soll nun eine Task Force beraten.

Handspiel hat ein Nachspiel

Trotzdem hat das Handspiel von Frankreichs Thierry Henry in der WM-Relegation gegen Irland, durch das die Diskussionen erst aufgekommen waren, noch ein Nachspiel. Und zwar für den Übeltäter.

Die FIFA-Disziplinarkommission nahm Ermittlungen gegen den Stürmer auf, der den Ball vor dem entscheidenden Ausgleich zum 1:1 im Rückspiel mit der Hand weitergeleitet hatte. Im schlimmsten Fall könnte er für die WM-Vorrunde gesperrt werden. (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

Blatter hingegen hatte vor einigen Tagen nach einem Telefonat mit Henry "unter Sportsmännern" (Blatter) sein Verständnis geäußert und zudem behauptet, dass der Angreifer des FC Barcelona nicht gesperrt werde.

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Harte Kritik an Blatter

Der irische Verband übte daher harte Kritik am FIFA-Boss: "Für einen Mann in Blatters Position ist es unpassend, mit jemandem zu sympathisieren, der ein Tor durch Betrug ermöglicht hat."

Zudem wird die Disziplinarkommission auch die massiven Zwischenfälle während des WM-Qualifikationsspiels zwischen Ägypten und Algerien untersuchen, bei dem es zahlreiche Verletzte gegeben hatte.

Irland zieht Antrag auf WM-Aufstockung zurück

Eine nachträgliche Disqualifikation eines Teilnehmers ist aber ebenso wenig ein Thema wie eine Aufstockung der WM auf 33 Mannschaften. Diesen Antrag hatten die Iren gestellt, ihn aber am Mittwoch aus Verärgerung über Blatter zurückgezogen.

"Herr Blatter hat unser Anliegen öffentlich gemacht, obwohl er versichert hatte, dass es vertraulich behandelt wird. Das Anliegen wurde nie offiziell an die FIFA gerichtet, es war nur Teil einer Diskussion mit dem Weltverband", erklärte der Verband.

Blatter musste hier ebenfalls einen Fehler eingestehen und entschuldigte sich bei den Iren, "dass meine Aussagen falsch interpretiert wurden. Es tut mir leid".

Oscar-Gewinnerin macht sich über FIFA lustig

Und zu allem Überfluss machte sich auch noch Oscar-Gewinnerin Charlize Theron über die FIFA lustig.

Die Schauspielerin, die gemeinsam mit Generalsekretär Jerome Valcke die Auslosung moderieren wird, zog bei der Generalprobe die letzte Kugel.

Doch statt den noch fehlenden Namen von Frankreich zu nennen, sagte Theron: "Irland!"

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