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Oliver Bierhoff war in der Saison 1997/98 mit 27 Toren Torschützenkönig der Serie A © imago

Oliver Bierhoff spricht im Sport1.de-Interview über seine Einschätzung der Gegner und die deutsche WM-Vorbereitung.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Die deutsche Delegation verließ Südafrika am Samstag mit einem guten Gefühl (Alle Gruppen im Überblick).

"Wir haben eine interessante Gruppe und freuen uns auf die WM", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der Auslosung der Vorrundengruppen am Freitagabend in Kapstadt.

Die Nationalmannschaft trifft zum Auftakt am 13. Juni 2010 in Durban auf Australien, spielt dann am 18. Juni in Port Elizabeth gegen Serbien und schließlich am 23. Juni in Johannesburg gegen Ghana 181303(DIASHOW: Die Bilder).

Schon unmittelbar nach der Veranstaltung nahmen Löw, Co-Trainer Hansi Flick und Teammanager Oliver Bierhoff die konkreten Planungen bis zur WM auf, die in Kürze abgeschlossen sein sollen (Der Spielplan).

Sport1.de sprach in Kapstadt mit Bierhoff über seine Einschätzung der Gegner, die WM-Vorbereitung und die ersten Titelkämpfe auf afrikanischem Boden.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie die Auslosung?

Oliver Bierhoff: Es hätte schwerer kommen können. Aber es ist schon eine harte Gruppe mit unangenehmen Gegnern. Die haben zwar auf dem Papier nicht die allergrößten Namen, aber sie haben sich alle als Gruppenerste direkt für die WM qualifiziert und treten sehr selbstbewusst auf. Deshalb sind wir natürlich gewarnt.

Sport1: Das heißt, Sie haben gemischte Gefühle?

Bierhoff: Ja. Es gibt natürlich Gruppen wie die von Italien, die sehr viel schwächer wirkt. Aber andererseits gibt es auch die Gruppe von Brasilien, die man auch nicht um die Gegner beneidet. Ich wollte Teams wie Frankreich, die Elfenbeinküste oder Mexiko aus dem Weg gehen, von daher passt es.

Sport1.de: Wie gut kennen Sie die Gegner bereits?

Bierhoff: Wir wissen, dass wir auf kampfstarke und körperlich robuste Mannschaften treffen, die uns alles abverlangen werden. Aber wir haben uns vorher nicht mit allen 32 Teilnehmern befasst, sondern gehen jetzt in die Details.

Sport1.de: Woher bekommen Sie die Informationen?

Bierhoff: Die Sporthochschule Köln sammelt die Informationen von allen möglichen Gegnern und unser Chefscout Urs Siegenthaler war beim letzten Afrika-Cup und wird auch Anfang 2010 dort sein. Er schwärmt immer von afrikanischen Mannschaften und kennt sie sehr gut. Von daher wird es nicht am Vorbereitungsmaterial mangeln, um sich auf die Gegner richtig vorzubereiten.

Sport1.de: Wie weit ist die WM-Vorbereitung?

Bierhoff: Klar ist, dass wir eine Woche vor unserem ersten Spiel, also am 6. Juni, anreisen werden. Den konkreten Zeitplan bis dahin werden wir in den nächsten Tagen versuchen abzuklären. Chile war eigentlich als Testgegner nach der Absage im November eingeplant, aber bei der Gruppe ist es natürlich fragwürdig, ob wir in der Vorbereitung noch gegen ein Team aus Südamerika spielen werden.

Sport1.de: Sondern gegen einen Gegner aus Schwarzafrika und eine Mannschaft vom Balkan?

Bierhoff: Ich weiß nicht, ob man das so 1:1 machen kann und muss. Das müssen wir jetzt intern besprechen und dann gehe ich davon aus, dass unser genaues Programm in den nächsten ein, zwei Wochen steht.

Sport1.de: Wie haben Ihnen die Tage in Südafrika und speziell die WM-Auslosung gefallen?

Bierhoff: Ich denke, es ist rübergekommen, welch buntes Land Südafrika ist. Man hat den Stolz und die Vorfreude des gesamten Kontinents auf die erste WM in Afrika gespürt.

Sport1.de: Freuen Sie sich auch darauf?

Bierhoff: Ich freue mich darauf und bin davon überzeugt, dass die WM ohne Probleme durchgeführt werden wird. Wenn man sieht, welche Veränderungen eine Weltmeisterschaft fürs Image haben kann, war der Schritt nach Afrika eine gute Entscheidung.

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