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Für Joachim Löw (l.) und Oliver Bierhoff hat das "Projekt WM 2010" begonnen © getty

Mit etwas Abstand verursacht die Gruppen-Auslosung dem DFB-Team auch leichten Argwohn. Friedrich fürchtet vor allem Serbien.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Im ersten Moment fiel den meisten Anwesenden in Kapstadt die Analyse schwer.

Während die einen nach der Auslosung der WM-Vorrundengruppen vom traditionellen deutschen Losglück sprachen, war an anderer Stelle zumindest von harten Gegnern die Rede.

Angesichts der Kontrahenten Australien (13. Juni), Serbien (18. Juni) und Ghana (23. Juni) sprach Teammanager Oliver Bierhoff gegenüber Sport1.de von "gemischten Gefühlen":

"Es gibt sicherlich leichtere Gruppen wie die von Italien, aber auch schwerere wie die von Brasilien."

"Wir müssen jeden schlagen"

Ähnlich beurteilten es auch die deutschen Nationalspieler. "Das ist keine so einfache Gruppe", meinte Bayern-Stürmer Mario Gomez nach dem 2:1 gegen Mönchengladbach. "Aber sie ist auf jeden Fall machbar. Wir stehen sowieso in der Pflicht, jeden zu schlagen, wenn wir Weltmeister werden wollen." (Alle Gruppen im Überblick)

Das ist der Grundtenor in der gesamten DFB-Auswahl: Ziel in Südafrika ist der vierte WM-Titel, und da muss man jeden Gegner nehmen wie er kommt.

Immerhin drohen Rekord-Weltmeister Brasilien, Europameister Spanien, Weltmeister Italien die Niederlande oder Portugal frühestens im Halbfinale. 181303(DIASHOW: Die Bilder)

Sieg im Auftaktspiel wichtig

Bis dahin oder sogar ins Finale am 11. Juli in Johannesburg ist es allerdings noch ein weiter Weg, bei dem man auch früh stolpern könnte.

"Wichtig ist es, das erste Spiel gegen die Australier zu gewinnen", meinte Bundestrainer Joachim Löw, der großen Respekt vor dem Team vom fünften Kontinent hat.

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Gute Bilanz gegen Australien

"Wir haben zum Auftakt des Confed-Cups 2005 schon einmal gegen Australien gespielt. Da haben wir zwar 4:3 gewonnen, uns aber lange Zeit recht schwer getan", erklärte der damalige Assistent von Jürgen Klinsmann.

"Das ist schon eine heikle Aufgabe. Es ist manchmal aber auch gut, wenn man mit allerhöchster Konzentration starten muss." (Der Spielplan)

Sollte der zweite WM-Sieg gegen Australien nach dem 3:0 im Jahr 1974 gelingen, könne man "mit entsprechenden Selbstbewusstsein gegen Serbien und Ghana auftreten", so Löw weiter.

Friedrich hatte Serbien auf der "schwarzen Liste"

Zuletzt gab es zwar vor der EM 2008 ein 2:1 im letzten Testspiel gegen die Serben. Doch beim letzten Aufeinandertreffen bei einer Weltmeisterschaft 1998 gegen Vorgänger Jugoslawien erreichte die deutsche Elf nach einem 0:2 nur mit viel Mühe noch ein 2:2.

Hertha-Kapitän Arne Friedrich hatte die Südosteuropäer daher sogar auf seine schwarze Liste der Teams gesetzt, auf die er in keinem Fall schon in der Vorrunde treffen wollte.

"Ich habe vor den Serben großen Respekt", meinte auch Löw. "Sie haben ihre Qualifikationsgruppe souverän vor Frankreich gewonnen, sind da locker durchmarschiert."

"Essien ist ein Superstar"

Zudem habe die Mannschaft mit Nemanja Vidic von Manchester United oder Dejan Stankovic von Inter Mailand "hervorragende Spieler in ihren Reihen".

Bleibt das vielleicht entscheidende letzte Duell gegen Ghana, die zuletzt mit dem Gewinn der U-20-Weltmeisterschaft im eigenen Land für Aufsehen gesorgt und mit Michael Essien vom FC Chelsea einen Weltklassespieler in ihren Reihen haben.

"Da muss ich Michael Ballack mal anrufen, der hat die besten Informationen über Essien. Er ist wirklich ein Superstar", sagte Löw.

Testspiel-Gegner im Blick

"Ghana ist für mich kein Außenseiter, sondern neben Algerien und der Elfenbeinküste das stärkste afrikanische Team."

Entsprechend werde man nun die letzten beiden Testspielgegner vor der WM aussuchen: "Es werden Teams sein, die in der Spielweise unseren kommenden Gegnern ähneln."

Naheliegend wären Kroatien, zumal diese Partie während des voraussichtlich im nahe gelegenen Kärnten geplanten Trainingslagers auch auswärts stattfinden könnte.

Abflug nach Südafrika am 06. Juni

Als Rivale aus Westafrika böte sich der Senegal an, der 2002 das WM-Viertelfinale erreichte, oder die für die WM qualifizierten Kameruner, auf die man erst im Halbfinale treffen könnte.

Schon unmittelbar nach der farbenfrohen Auslosungszeremonie im Cape Town Convention Center ging die kleine DFB-Delegation in die konkrete Planung, die sie in ihrem Hotel Southern Sun bis zum Abflug am Samstagabend fortsetzte.

In den nächsten ein bis zwei Wochen soll dann die komplette Vorbereitung inklusive der Terminierung der Trainingslager feststehen.

Mannschaftsquartier nahe Pretoria

Fest steht bereits, dass der Abflug ins Mannschaftsquartier Velmore Grande nahe Pretoria am 6. Juni stattfinden wird.

Die WM aber, so Löw, "die hat mit der Auslosung für uns begonnen".

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