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Radomir Antic (l.) führte Serbien erstmals als eigenständiges Team zur WM © imago

Serbiens Trainer Radomir Antic kennt Joachim Löw und ist mit Ghanas Coach Rajevac befreundet. Australiens Teamchef kennt die Bundesliga.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Bora Milutinovic durfte nicht fehlen in Kapstadt. 181303(DIASHOW: Die Bilder der Auslosung)

Der Fußball-Weltenbummler ist schließlich immer noch mit fünf WM-Teilnahmen als Trainer von fünf verschiedenen Nationen Rekordhalter und war deshalb Ehrengast bei der Auslosung der Vorrundengruppen. (Alle Gruppen im Überblick)

Noch am Morgen hatte er im Hotel mit seinen serbischen Landsleuten Milovan Rajevac und Radomir Antic zusammengesessen.

Beide kennt er seit Jahrzehnten, doch Antic und Rajevac sind sogar seit der Kindheit befreundet, weil sie gemeinsam im westserbischen 1000-Einwohner-Dorf Zlatibor aufgewachsen sind.

Freundschaft ruht für 90 Minuten

Bei der WM in Südafrika werden sie ihre Freundschaft zumindest für 90 Minuten vergessen müssen, denn in ihrem Auftaktspiel treffen sie aufeinander. (Der Spielplan)

Dabei sind die von Antic trainierten Serben gegen Ghana klarer Favorit, meint Milutinovic.

"Das tut mir leid für Rajevac, aber natürlich gewinnt Serbien", sagte er Sport1.de.

"Hauptsache, unser Team erreicht das Achtelfinale, der Rest ist mir egal. Ich bin mir sicher, dass wir diesmal ganz weit kommen werden."

Löw hospitiert bei Antic

Das liegt nach seiner Meinung an Antic, der als Coach bei Real Madrid, Atletico Madrid und zuletzt dem FC Barcelona arbeitete, wo sogar Joachim Löw bei ihm hospitierte.

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"Unser Coach hat eine ganz andere Mentalität in die Mannschaft gebracht", sagt Milutinovic über die souveräne WM-Qualifikation. "Er ist ein überragender Trainer."

Auch Rajevac sieht das wohl so, entsprechend unzufrieden zeigte sich der ghanaische Nationalcoach.

"Deutschland ist immer Favorit und Serbien hat eine gute Mannschaft", sagte er Sport1.de.

Ghanas Coach "überhaupt nicht zufrieden"

"Ich bin überhaupt nicht zufrieden, das ist eine sehr schwere Gruppe, ergänzte Rajevac. "Wir müssen schauen, ob wir in dieser Gruppe die zweite Runde erreichen."

Ganz anders bewertete sein Nachbar die Auslosung. "Ich bin sehr glücklich über diese Gruppe", erklärte Antic.

"Es sind zwar sehr starke Gegner, aber ich habe Vertrauen in meine Mannschaft. Vier, fünf meiner Spieler spielen in der Bundesliga, deshalb kennen wir den deutschen Fußball sehr gut."

Marin aus dem Häuschen

Doch das gilt auch umgekehrt, zumindest für einen DFB-Kicker. "Das ist Wahnsinn, dass wir ausgerechnet die Serben bekommen", sagte Marko Marin begeistert.

"Es ist das Land meiner Eltern, ich habe dort viele Freunde und so ziemlich jeder von ihnen hat mir in den Minuten nach dem Los eine SMS geschrieben. Sie haben alle ein Problem. Sie wollen, dass ich weiterkomme, aber auch den Serben die Daumen drücken."

In einem ähnlichen Dilemma dürften viele Freunde von Tony Baffoe stecken, denn der ehemalige ghanaische Bundesligaprofi ist in Bonn geboren und aufgewachsen.

"Das ist es natürlich ein besonderes Spiel für mich, aber auch für ganz Ghana, denn wir haben im Fußball, aber auch sonst hervorragende Kontakte nach Deutschland", sagte er Sport1.de.

Baffoe zuversichtlich

"Deutschland ist immer einer der Favoriten. Serbien und Australien sind beide nicht einfach zu spielen. Aus meiner Sicht ist es eine sehr gute Gruppe, in der wir aber unsere Chancen haben werden."

Baffoe, bei der WM 2006 Teambetreuer des damaligen Achtelfinalisten Ghana und derzeit als Berater unter anderem für den afrikanischen Dachverband CAF tätig, verweist auf die zahlreichen Topspieler wie Appiah, Muntari und Essien.

Daher hofft er bei der WM auf eine Revanche für die herbe Pleite Ghanas im bislang einzigen Länderspiel gegen Deutschland 1993.

"Wir haben ja noch etwas gutzumachen. Damals stand es bis zur 75. Minute 1:1 und dann haben wir noch sechs Stück kassiert. Aber diesmal spielen wir in Afrika und da haben wir Heimvorteil."

Ex-Gladbacher will DFB-Team Auftakt vermiesen

Und auch der WM-Auftaktgegner der DFB-Auswahl am 13. Juni geht guten Mutes in die Begegnung gegen den Favoriten.

Denn Australiens Coach Pim Verbeek kennt die Bundesliga aus seiner Zeit als Assistent von Dick Advocaat bei Borussia Mönchengladbach bestens.

"Das erste Spiel gegen Deutschland ist für uns entscheidend", meinte er. "Aber als Holländer weiß ich, wie Deutschland zu schlagen ist."

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