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Im Soccer City Stadion in Johannesburg wird am 11. Juli 2010 das WM-Finale stattfinden © getty

Die Marschroute steht, wie DFB-Manager Oliver Bierhoff bestätigt. Allerdings wird noch ein Testspielgegner gesucht.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Die deutschen Planungen für die WM-Vorbereitung sind so gut wie abgeschlossen, die Marschroute bis zum Finale am 11. Juli 2010 in Johannesburg steht.

Dies bestätigte Oliver Bierhoff Sport1.de auf dem Kapstädter Flughafen vor der Rückreise nach Deutschland.

Man könne aber noch nicht alles bekanntgeben, weil die Planungen zunächst mit DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach abgeklärt werden müssen.

Im Prinzip einigten sich Bierhoff, Bundestrainer Joachim Löw und Assistenzcoach Hansi Flick aber bei einem mehrstündigen Meeting am Tag nach der WM-Auslosung auf ihren Fahrplan.

Kein zusätzlicher Testgegner aus Südamerika

In Kürze soll auch Klarheit bei den offenen Fragen bestehen wie den letzten Testspielgegnern.

Angesichts der Vorrundengegner Australien (13. Juni), Serbien (18. Juni) und Ghana (23. Juni) komme ein südamerikanisches Team nicht mehr in Frage, sagte Bierhoff.(Alle Gruppen im Überblick)

Chile galt ursprünglich als Kandidat, nachdem das Länderspiel am 15. November wegen Robert Enkes Tod abgesagt worden war.

Afrikanisches Team auch unwahrscheinlich

Doch auch ein Test gegen eine afrikanische Mannschaft wird es wohl nicht geben, ergänzte Bierhoff:

"Denn wir haben gerade erst gegen die Elfenbeinküste gespielt und die potenziellen Gegner werden sich wohl auch vor der WM nicht mehr in Europa vorbereiten."

Vieles spricht für Kroatien

Sehr wahrscheinlich ist dagegen ein Duell gegen die nicht für die WM qualifizierten Kroaten, deren Spielweise sehr der serbischen ähnelt.181303(DIASHOW: Die Bilder der Gruppen-Auslosung).

Zudem wäre Kroatien relativ nah am Trainingslager, das nach Informationen von Sport1.de in Kärnten vorgesehen ist. Auch vom alternativ genannten Südtirol wäre das Land gut erreichbar, was gegen die ebenfalls gehandelte Schweiz spricht.

Ein weiterer Gegner der DFB-Elf könnte Schottland, Wales oder Irland sein, da die Australier auch wegen ihrer vielen Profis in der Premier League sehr britisch spielen. Der dritte Testgegner wird Malta sein.

WM-Aufgebot noch vor letztem Bundesliga-Spieltag

Zunächst allerdings wird der Bundestrainer sein WM-Aufgebot noch vor dem letzten Bundesliga-Spieltag bekanntgeben. Kurz nach Saisonende geht es dann mit den Familien ins Regenerations-Trainingslager nach Sardinien, wobei auch noch über Sizilien diskutiert wird.

"Es kann aber sein, dass dann zehn Spieler wegen des DFB-Pokalfinales fehlen werden", sagte Bierhoff. Auch danach wird die Vorbereitung durch die Endspiele in Europa League und Champions League und die FIFA-Spielsperre in dieser Zeit erschwert.

Deshalb ist es gut möglich, dass Löw zunächst mehr als die 23 WM-Fahrer ins erste vorläufige Aufgebot berufen wird. Den erweiterten WM-Kader wird der Bundestrainer erstmals im WM-Jahr am 26. und 27. Januar zu einem Fitness-Test zusammenziehen.

"Etwa 30 Spieler kommen in Frage"

"Wenn ein Spieler in der Rückrunde hervorragende Leistungen bringt, gibt es natürlich die Chance, noch reinzurutschen. Das ist immer möglich. Aber im Prinzip sind wir jetzt bei etwa 30 Spielern, die infrage kommen", sagte Löw der "Bild am Sonntag". 161916(DIASHOW: Löws WM-Kandidaten)

Nach dem zweiten Trainingslager und einem freien Wochenende wird die DFB-Auswahl eine Woche vor ihrem ersten Spiel am 6. Juni ins südafrikanische Teamhotel Velmore Grand westlich der Hauptstadt Pretoria anreisen.

Momentan überprüfen Georg Behlau, der Leiter des Büros Nationalmannschaft, und DFB-Reiseleiter Wolfgang Wirthmann, noch die Hotels und die rund einstündigen Flüge zu den beiden ersten Spielorten Durban (13. Juni) und Port Elizabeth (18. Juni).

"Der Spielplan ist sogar ein klarer Vorteil für uns, weil das dritte, möglicherweise entscheidende Spiel gegen Ghana in Johannesburg stattfindet, also in unmittelbarer Nähe unseres Quartiers und in der Höhenlage, in der wir uns befinden", sagte Bierhoff der "Welt". (Der Spielplan)

Flick: Große Vorteile in der Höhe

"Die Höhe von rund 1400 Metern hat klimatisch im südafrikanischen Winter große Vorteile", erklärte Flick Sport1.de. "Der Ball fliegt da zwar etwas anders, aber es ist auf jeden Fall besser von der Höhe ans Meer zu den ersten beiden Spielen zu reisen als umgekehrt."

Der Löw-Assistent, der bei der detaillierten Planung Feder führend war, ist zuversichtlich, dass sich der WM-Dritte von 2006 bis zum Anpfiff am 13. Juni in Topform befindet:

"Ich gehe davon aus, dass wir gut vorbereitet sein werden. Und dann geht die Mannschaft auch mit einem guten Gefühl ins Turnier, ihr Ziel erreichen zu können. Und das ist der WM-Titel."

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