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FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer führte Deutschland 1990 zum WM-Titel © getty

Franz Beckenbauer schätzt die deutsche Vorrunden-Gruppe als eine der schwersten ein, sieht darin aber auch einen Vorteil.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Der Bundesliga-Alltag hat den deutschen Fußball wieder.

So diskutierte Joachim Löw mit Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel nach der Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen die Entwicklungen in Stuttgart und München.

Doch beruflich gibt es für die drei Nationaltrainer von Deutschland, der Schweiz und Griechenland spätestens seit der WM-Auslosung am Freitagabend in Kapstadt nur noch ein Thema.

"Nun können wir konkret planen", sagte Löw. "Ich freue mich schon jetzt aufs erste Spiel."(Der Spielplan)

"Losglück ist das nicht"

Allerdings warnte der Bundestrainer davor, die drei Vorrundengegner Australien (13. Juni), Serbien (18. Juni) und Ghana (23. Juni) zu unterschätzen: "Wer von einer leichten Gruppe spricht, ist nicht gut informiert."

So sieht es auch Franz Beckenbauer, der im Gespräch mit Sport1.de in Kapstadt eindringlich auf die Qualität der Rivalen hinwies. "Losglück ist das nicht, aber es hätte die Mannschaft schlimmer erwischen können", sagte das FIFA-Exekutivmitglied.

"Es gibt sicherlich eine Gruppe, die schwerer ist mit Brasilien, Portugal und der Elfenbeinküste. Das ist die Hammergruppe, aber dann kommt vom Härtegrad her schon die deutsche Gruppe."(Alle Gruppen im Überblick)

"Starke Gruppe hat auch etwas für sich"

Darin sieht der Teamchef beim letzten deutschen WM-Triumph 1990 allerdings auch einen Vorteil. "So ein starke Gruppe hat ja auch etwas für sich: Du musst sehr konzentriert ins Turnier gehen", erklärte der "Kaiser".

"Wenn man eine leichte Gruppe hat, unterschätzt man manchmal die Gegner und dann gibt es ein böses Erwachen. So ist garantiert, dass die Mannschaft vom ersten Spiel an konzentriert sein muss."

Löw stimmt seinem prominenten Vorgänger, dessen WM-Erfolg er im nächsten Jahr wiederholen will, ausdrücklich zu.

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"Da ist Konzentration in jeder Minute gefragt", sagte er der "FAZ". "Die Spieler müssen sich der Schwere ihrer Aufgabe immer bewusst sein. Es gibt keine Phase, wo sie abschalten können."

Großes Lob für alle drei Gegner

Dann lobte der 49-Jährige erneut die Qualitäten der drei Gegner. Serbien könne "unglaublich gut Fußball spielen", Ghana sei "die derzeit neben Algerien beste afrikanische Mannschaft", und "Australien ist zwar vielleicht der Außenseiter, aber die haben keine Angst und ein großes Kämpferherz".

Daher ist der Tenor bei der DFB-Auswahl einhellig. "Ich denke, das ist eine schon eine harte Gruppe", sagte Co-Trainer Hansi Flick zu Sport1.de.

"Alle drei Gegner haben sich als Gruppenerste direkt für die WM qualifiziert. Von daher eine schwere Aufgabe, aber absolut lösbar."181303(DIASHOW: Die Bilder der Gruppen-Auslosung)

Vorbereitung fast abgeschlossen

Nun gilt die volle Aufmerksamkeit der Vorbereitung, die Flick maßgeblich ausgearbeitet hat. Schon in Kürze sollen die letzten Details wie die beiden Testspielgegner vor der WM, der genaue Beginn der Trainingslager und die Orte bekanntgegeben werden.

Dann ist die sportliche Leitung sicher, dass man top-vorbereitet ins Turnier gehen wird. Gleichwohl wissen alle Beteiligten, dass die erste Weltmeisterschaft in Afrika viele offene Fragen aufwirft.

Vor allem die Tatsache, dass erstmals seit 1978 in Argentinien eine Weltmeisterschaft nicht bei sommerlichen Temperaturen stattfindet, dürfte eine große Umstellung sein.

Beckenbauer: "Lange Unterhose mitnehmen"

Darauf wies auch Beckenbauer aus eigener Erfahrung hin. "Man hat schon bei der Auslosung gesehen, dass sich die Südafrikaner unglaublich bemühen. Das wird eine ganz attraktive und bunte WM werden", sagte er Sport1.de.

"Aber es ist schade, dass sie im Winter sein wird, denn dann wird es abends sehr kalt. Da muss man auf jeden Fall einen Pullover und eine lange Unterhose mitnehmen."

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